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Von der Schule zum Arbeitsmarkt

Ergebnisse der zweiten Befragung zur ersten »Leipziger Schulabsolventenstudie« an Leipziger Mittelschulen

Die Leipziger Schulabsolventenstudie ist die erste Längsschnittuntersuchung, die in Sachsen zu diesem Thema durchgeführt wird. Sie nimmt Blick auf die Problemlagen der Jugendlichen beim Übergang zwischen Schule und Arbeitsmarkt. Die Studie, die vom Deutschen Jugendinstitut e.V. im Auftrag der Stadt Leipzig durchgeführt wird, läuft von 2007 bis 2009. Von den über 800 Jugendlichen, die sich im Anschluss an die erste Befragung im Frühjahr 2007 bereit erklärt hatten, weiter an der Studie teilzunehmen, wurden im Herbst 2007 deutlich über 600 und damit fast 80 Prozent mittels Telefon zu ihrem weiteren Ausbildungsweg nach Abschluss der Schule befragt. Unter den Befragten halten sich die Geschlechtergruppen etwa die Waage. Zehn Prozent haben einen Migrationshintergrund. 20 Prozent besuchten einen Hauptschul- und 80 Prozent einen Realschulgang.

Gut zwei Drittel der befragten Jugendlichen haben die Schule mit einem Realschulabschluss beendet. 13 Prozent verließen die Mittelschule mit einem Hauptschulabschluss, weitere sechs Prozent legten einen qualifizierenden Hauptschulabschluss ab. Insgesamt vier Prozent der an der Studie beteiligten Absolventinnen und Absolventen verließen die Schule ohne Abschluss, davon zehn Prozent der Hauptschulabsolventinnen und -absolventen. Ein Vergleich mit der Schulabgängerstatistik der Stadt Leipzig für 2006/2007 weist mit rund elf Prozent höhere Zahlen für Abgänger ohne Schulabschluss aus. Dies verweist darauf, dass schlechtere Schüler vergleichsweise weniger bereit sind, sich weiter an der Studie zu beteiligen.

Die Pläne der Leipziger Mittelschülerinnen und Mittelschüler im Frühjahr 2007 zeigten eine hohe Ausbildungsorientierung sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen. Zwei Drittel wollten nach Beendigung der Schule eine Ausbildung anschließen. Tatsächlich haben 57 Prozent bis November 2007 eine Ausbildung begonnen. Mädchen und Jungen gelang das in gleichem Umfang. Der größte Teil davon gelangte in eine duale Ausbildung. Mit dem Beginn einer Ausbildung ist für die Leipziger Mittelschulabsolventinnen und -absolventen ein wichtiger Grundstein für den weiteren Bildungs- und Erwerbsverlauf gelegt. Eine Gruppe von 23 Prozent besucht im Herbst 2007 weiter die Schule, mit dem Ziel, Schulabschlüsse nachzuholen, zu verbessern oder höhere Abschlüsse zu erreichen. Insgesamt nur jeder siebente der Jugendlichen ist im November 2007 in einer berufsvorbereitenden Maßnahme. Hier sind Absolventinnen und Absolventen der Hauptschule deutlich überrepräsentiert. Die weiteren Befragungen in diesem und im nächsten Jahr werden zeigen, ob sich die Berufsvorbereitung für diese Jugendlichen als gelungene Zwischenstation auf dem Weg in eine Ausbildung erweist.

Die erste Befragung im Frühjahr 2007 hatte ergeben, dass ein Großteil der Jugendlichen bereit ist, für Ausbildungs- und Arbeitsplätze die Heimatstadt zu verlassen. Nur 15 Prozent schlossen damals aus, an einen anderen Ort in Deutschland oder ins Ausland zu ziehen. Im Herbst 2007 wird deutlich, dass nur zwölf Prozent seit dem Frühjahr ihren Wohnort gewechselt haben. Lediglich sechs Prozent taten dies für die Aufnahme einer Ausbildung. Die in der ersten Befragung ebenfalls festgestellte hohe Verbundenheit mit ihrer Stadt veranlasst die Jugendlichen, sich erst einmal vorrangig in der Heimatregion nach einer passenden Anschlussmöglichkeit für ihren weiteren (Aus-)Bildungsweg umzusehen. Finden sie hier Möglichkeiten, dann bleiben sie auch. Im Herbst 2008 und 2009 werden weitere Befragungen stattfinden.

Info: Stadt Leipzig
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