Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Informationspolitik

Kommentiert von Klaudia Naceur

Manchmal ist es echt hart, für unser Stadtteilmagazin an Informationen zu gelangen. Da bekommt man Pressemitteilungen gar nicht oder erst Tage, nachdem sie schon in der LVZ veröffentlicht wurden. Ärgerlich, aber verschmerzbar.

Dass andere Pressevertreter gern auch mal per Handschlag und vertraulichem Schulterklopfen begrüßt werden, während man selbst immer wieder erklären muss, welches Medium man vertritt – geschenkt. Aber eines bringt mich tatsächlich langsam auf die Palme: Die Ignoranz der Leipziger Ämter.

Dabei ist das Pressesystem im Rathaus ganz klar geregelt, immerhin ist die Behörde zur Auskunft verpflichtet. Hat man also eine Frage, schickt man diese an die zuständige Kommunikationsabteilung des Rathauses. Die entscheidet, wer für die Thematik zuständig ist und leitet sie dementsprechend weiter. Normalerweise bekommt man dann relativ zügig eine Antwort und kann diese in seiner Berichterstattung einfließen lassen.

Das funktioniert so weit ganz gut, wenn es sich um belanglose Dinge handelt. Geht es jedoch um sensible Themen wie Schulhaussanierungen oder wie aktuell die Unterbringung von Flüchtlingen, kann man lange bis vergebens auf eine Reaktion warten.

Und dann? Sich auf andere Quellen verlassen – auch auf die Gefahr hin, Spekulationen und im schlimmsten Falle Unwahrheiten zu verbreiten? Schwierig. Der Titel »Lügenpresse« ist einem so allemal gewiss. Halb oder gleich gar nicht berichten? Auch blöd. Immerhin wird erwartet, dass man gut und umfassend informiert.

Mal ganz abgesehen vom eigenen Anspruch. Natürlich behilft man sich mit Sätzen wie: Eine Antwort blieb das zuständige Amt uns leider schuldig. Aber geholfen ist damit Niemandem. Daher mein Appell: Liebe Ämter, auch wenn es manchmal schwer fällt, Auskunft zu erteilen. Tut es bitte trotzdem!

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