Grün-As

Brackestraße 36-46 definitiv vor dem Aus

Verkaufsverhandlungen zwischen LWB und NEUTECTA sind gescheitert

Bild Das Bekanntwerden der gescheiterten Verkaufsverhandlungen zwischen LWB und NEUTECTA erregen derzeit wieder die Gemüter der Grünauer. Mit dem Scheitern erlosch nämlich auch der letzte Funken Hoffnung der ansässigen Gewerbetreibenden und Anwohner, die ihrerseits Initiativen gestartet hatten, um den drohenden Abriss des 11-Geschossers in der Brackestraße 36-46 noch abzuwenden. Frustriert sehen sich diese einmal mehr als Verlierer. Aber ist das auch gerechtfertigt?

Die Entrüstung liegt sicherlich darin begründet, dass es sich nicht nur um einen - zugegebenermaßen nicht sehr ansehnlichen - Wohnblock handelt, sondern um ein Gebäude, welches ein wesentlicher Bestandteil des Nahversorgungszentrums WK 8 darstellt. Einig sind sich wohl alle darüber, dass es zu viele Wohnungen in Leipzigs größtem Stadtteil gibt. Einigkeit herrscht auch darüber, dass leer stehende, verkommene Gebäude kein schöner Anblick sind. Wie aber sähe ein sinnvoller Umgang mit den riesigen Gebäudekomplexen aus?

Bild Sinnvoll wäre es sicher gewesen, die oberen Etagen rückzubauen. Das hätte dazu geführt, die Ladenstraße zu erhalten. Eine Abtreppung beispielsweise hätte zur Auflockerung der ansonsten sehr tristen Gebäude beigetragen. So eine Alternativlösung kostet allerdings viel Geld, welches weder die Stadt, noch die Leipziger Wohnungsbaugesellschaft übrig hat. Im Wohnblock Brackestraße waren am Ende von 175 Wohneinheiten nur noch 30 vermietet. Also Verständnis für den Abriss? Njein!

Denn hört man sich bei den Anwohnern dieser Häuser um, ist der gravierende Leerstand auf fehlende Sanierungsmaßnahmen seitens der LWB zurückzuführen. Die meisten der betroffenen Mieter verlassen nur ungern ihre Wohnungen. Viele warfen irgendwann resigniert und äußerst verunsichert das Handtuch, weil immer klarer wurde, dass der Abriss nicht verhindert werden kann.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft wiederum verweist darauf, dass die Wohneinheiten in besagtem Block keine Interessenten hatten. Das läge daran, dass die Wohnungen einen ungünstigen Schnitt hätten und Balkons fehlen. Auch ohne Abriss-Gerüchte und geschürte Ängste wären also die noch verbliebenen Mieter ausgezogen… Frust herrscht letztendlich auf beiden Seiten. Die Grünauer Bürger fühlen sich übergangen und die LWB sich unverstanden und zu Unrecht als Buhmann hingestellt.

Bild Unklar bleibt zwar, warum die Verhandlungen gescheitert sind, denn beide Wohnungsbaugesellschaften äußerten sich nicht über die Gründe, aber, dass bis Jahresende das Gebäude frei gelenkt sein wird, darüber zeigt sich die LWB zuversichtlich. In Zusammenarbeit mit dem Konsum Leipzig und anderen Vermietern wurde nach Lösungen für die Unterbringung der Gewerbetreibenden gesucht, welche auch nach Angaben von LWB-Geschäftsstellenleiter (West) Klaus Hochtritt bis auf zwei längerfristig vermietete Geschäfte gefunden worden sind. Aber, so ist sich Klaus Hochtritt sicher, auch bei diesen beiden wird es bis Jahresende eine Einigung geben, so dass 2005 der Rückbau erfolgen kann.

Imagelink Weiterhin war von Herrn Hochtritt zu vernehmen, dass das Hauptaugenmerk jetzt, da der Abriss beschlossen ist, auf der Gestaltung der Nachnutzung des Grundstückes liegt. Das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung ist um Konzepte bemüht, die vor allen Dingen die Interessen der Einwohner des WK 8 - wie auch alle anderen interessierten Bürger - berücksichtigen. Die Vorbereitungen dafür sind getroffen und es bleibt die Hoffnung, dass Grünau nicht wieder nur um eine Rasenfläche reicher wird.
Klaudia Naceur

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