Grün-As

Neue alte Idylle: Zschampertaue

Wie heißt es doch so schön in einem alten Sprichwort? Wer suchet, der findet! Nun ist das mit der Suche so eine Sache, denn manche Dinge kann man nicht einfach so finden. In den meisten Großstädten hat man zum Beispiel schlechte Karten, wenn man Ruhe und (annähernd) unberührte Natur in Stadtnähe erleben möchte, um abzuschalten von der Hektik des Alltags, durchzuatmen und die Seele baumeln zu lassen.

Wer würde da ausgerechnet in Grünau so eine Oase vermuten? Dass der Stadtteil viel Grün zu bieten hat, wissen die Meisten und auch der Kulkwitzer See ist wohl Allen bekannt. Die Zschampertaue allerdings ist nur wenigen Nichtgrünauern ein Begriff. Die Schönheit dieses Gebietes ist es aber allemal Wert, sich auf die Suche zu begeben. Etwas abseits zwar, aber dennoch nah genug, um von einem zum anderen Moment in eine andere Welt abzutauchen. Gerade noch im Trubel der Grünauer Wohnkomplexe gefangen, den Lärm der unzähligen Autos, LKWs, und Straßenbahnen im Ohr, bedarf es nur wenige Meter, um sich und seine Sinne von einer urwüchsigen Natur verwöhnen zu lassen.

Bild Namensgeber für den, leider nur kurzen, dafür aber sehr idyllischen Abschnitt der Auenlandschaft ist das Flüsschen »Zschampert«. Dieser in den Sommermonaten bedauerlicherweise ausgetrocknete Wasserlauf schlängelt sich durch die Randgebiete Grünaus vorbei am Naherholungsgebiet Kulkwitzer See, fließt - wenn er denn fließt - durch Miltitz, führt unter den Bahngleisen hindurch (ab dort auch ganzjährig Wasser), an Bienitz vorbei und mündet letztlich in der Luppe. Vor ein paar Jahren wurde das Flussbett im Bereich des Kulkis sowie vor kurzem auch an der Miltitzer Siedlung »Schwarzer Weg« neu angelegt und durch arttypische Bepflanzungen begrünt.

Nun hat das Grünflächenamt Leipzig in Zusammenarbeit mit dem »Grünen Ring« einen weiteren Schritt hin zur Rekultivierung der Zschampertaue unternommen. Ein kleiner Schritt, aber immerhin ein wichtiger. Denn durch das Zurückschneiden der Gehölze lädt der Weg entlang des Zschamperts, welcher stellenweise neu gemacht werden musste, nun wieder ein zum Radeln und Spazieren. Eine neue Brücke an der Grenze zu Lindennaundorf ersetzt nun auch endlich das vorherige Provisorium. Die abenteuerlich anmutende Flussüberquerung mittels eines Stegs ist jetzt nicht mehr notwendig. Somit dient diese Gemeinschaftsproduktion von Grünflächenamt und dem Amt für ländliche Neuordnung Wurzen ebenfalls zur uneingeschränkten Nutzung der Uferwege.

Einziger Wermutstropfen ist wohl der Umstand, dass der Bekanntheitsgrad des neuen Rad- und Wanderweges hin zum Auenwald ein wenig dürftig ist. Aber auch dies wird sich bald ändern. Geht es nach den Plänen des Radverkehrsbeauftragten Herrn Gloßat, bekommt der Weg schon bald eine Radwegkennzeichnung und eine Anbindung zum gut ausgebauten Radwegenetz durch Grünau.
Klaudia Naceur

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