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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Kapitäne Ahoi! - Hinaus auf's weite Büchermeer

Der 1. Buchsommer Junior Leipzig 2013 lockt Leseanfänger mit spannenden Neuerwerbungen

Alia, Tobias und Sophia sind die ersten. Die Achtjährigen kommen pünktlich mit Ferienbeginn in die Stadtteilbibliothek Grünau-Mitte. Eine von zehn Leipziger Ausleihstellen, die sich gern am diesjährigen Lese-Sommer beteiligen. Was für die »Großen« nun schon erfolgreiche Ferien- Tradition ist, soll in diesem Jahr erstmals in besonderer Weise Leseanfänger ansprechen.

Frau Püschel hat das Lese-Sommer-Buch-Regal längst mit interessanten Neuerwerbungen bestückt. Sagen, Abenteuergeschichten, Comics und vieles mehr stehen bereit. Lesestoff satt für Jungs und Mädchen. Startschuss der Aktion ist 16.00 Uhr. Feierlich wird das Leseregal enthüllt. Bunt und kindgerecht illustriert locken die verschiedensten Geschichten. Gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Aber das müssen sie ja auch nicht. »Die Kinder, die sich am Buchsommer Junior beteiligen möchten,« erklärt Frau Püschel, »bekommen eine Club-Karte. Mit der können sie verschiedene Bücher ausleihen.« Wer drei Bücher schafft, bekommt sogar ein Teilnahmezertifikat.

Gleich mitnehmen oder über den Sommer verteilt. Im Lese-Sommer-Logbuch wir der ausgeliehene Titel notiert. Mit Ausleih- und Abgabedatum. Fünf Smileys vom Grinsebäckchen bis zum Schmollzahn sind die Grundlage für die Bewertung. Die Kids brauchen nur noch anzukreuzen. Vielleicht ein wenig simpel für kleine Vielleser. Aber statistisch schnell im PC zu verwerten. Schließlich wollen auch die Organisatoren wissen, wie die von ihnen getroffene Buchauswahl bei den Erstlesern ankommt.

Und die kennen sich aus - mit den Olchis, dem Greg, dem kleinen Drachen Kokosnuss. Alia, das Mädchen mit der türkisfarbenen Blume im Haar, entscheidet sich für »Meermädchengeschichten«. Ihre Mutti lächelt. Sie kennt ihr fantasievolles Lesekind. Tobias, der Judoka, liebt es da schon etwas dramatischer - »Schiffbruch vor den Pirateninseln«. Echte Jungen-Lesekost.

Und Sophia, die im letzten Monat begeistert beim Kirchenspiel mitgewirkt hat, greift nach den »Zaubermädchen«. Und freut sich. Das Buch hat wunderschöne Illustrationen. Aufgeregt zeigen sie sich gegenseitig ihre Schätze. Und wollen eigentlich gleich nur noch loslesen. Die mitgekommenen Muttis helfen fürsorglich bei den notwendigen Ausleihformalitäten. Und auch später wird es ohne Eltern nicht gehen.

Denn die Auswertung und Abschlußveranstaltung des Lese-Sommers findet am 29. August zentral in der Stadtbibliothek am Leuschnerplatz statt. Kaum ein Leseanfänger wird sich da allein hinfinden. Schade um den klugen Gedanken, Leseanfänger an ihre Biblothek und an ihre Bibliothekarin zu binden. Vertrautheit und Sicherheit in der Lesestube um die Ecke. Auf kurzen Wegen. Im Stadtteil.

Aber wer eine magische Lesenacht im »Baumhaus« übersteht, »Schiffbruch vor den Pirateninseln« meistert und »Batman« beigestanden hat, ist mit allen Lese-Wassern gewaschen und im Herbst sicher in der Lage, in der Bibliothek seiner Wahl selbständig durchs Büchermeer zu segeln. Und fantastisches, humoriges, sachliches Neuland zu entdecken.

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