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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Rummel um Dschungel

Neuer Spielplatz sorgt für Unverständnis

Im September berichtete »Grün-As« über den fertig gestellten Spielplatz an der Alten Salzstraße und musste anschließend viel Kritik für die Abschlussbemerkung »und wird seither gut angenommen« einstecken.

Einige Leser machten ihrem Ärger Luft und beschwerten sich über die »Unbespielbarkeit« der neuen Geräte. So wie Frau Daniel. Sie schrieb: Mein Kind ist fast elf Jahre, 1,51 Meter groß und völlig enttäuscht von dem »Ding«. Auch Eltern mit denen ich geredet habe, sind der Meinung der Neubau ist daneben und rausgeworfenes Geld.

Was gibt es denn da zum Spielen? Mal überlegen. Eine Rutsche die NUR über ein Knotenseil, dessen Knoten viel zu weit auseinander sind, zu erreichen ist. Wäre es sooooo ein größerer Aufwand gewesen noch Sprossen zum Hochklettern anzubringen? Ein dickes Seil was zum Schaukeln sein soll. Warum gibt es nicht wieder (oder dazu) eine ordentliche Kettenschaukel? Platz wäre genug zwischen den hohen Stämmen. Und eine Art Reckstange. Das war's!

Sorry, für mich ist das kein Spielplatz sondern ein Witz! Wir waren ganze 10 Minuten dort dann wollte mein Kind wieder weg. Es meinte zu mir: »Mir gefällt es hier nicht mehr! Der alte Spielplatz war viiiel besser!«

»Grün-As« nahm die Kritik zum Anlass und fragte beim zuständigen Amt für Stadtgrün und Gewässer (ASG) nach, ob eine Optimierung der Spielgeräte möglich sei. Für Mitarbeiterin Antje Schuhmann waren die Vorwürfe nicht neu, hatten sich doch auch in der Behörde schon einige enttäuschte Eltern gemeldet.

»Wir sind daraufhin sofort aktiv geworden und haben den TSV 76 gebeten, die Spielgeräte unter vorgegebenen Aspekten mit ihren Kindern zu testen«, erklärt Schuhmann. Auf diese Weise sollte herausgefunden werden, ob die Seilwand für durchschnittlich sportliche Kinder zwischen neun und zwölf Jahren überhaupt zu schaffen und deren Schwierigkeitsgrad reizvoll oder doch eher frustrierend sei. Schaukel und Reck standen ebenso auf dem Prüfstand.

Dabei gab die Seilwand selbst den größten Anlass zur Kritik. Die Plastikteile, die beim Klettern Halt geben sollen, seien laut Urteil der kleinen Testpersonen zu schmal und der Abstand dazwischen zu groß. Kaum ein Kind schaffte die Seilwand ohne Hilfestellung. Die meisten empfanden sie gar als zu gefährlich und wünschten sich entweder breitere Fußstützen, ein Auffangnetz oder gar gleich statt einzelner Seile eine Netzwand. Für die Rutsche, die man eigentlich nur über besagte Seilwand erreicht, wünschten sich die Kinder einen zusätzlichen Zugang beziehungsweise einen erleichterten Übergang.

Damit entsprechen die Testergebnisse den Wünschen vieler Eltern. Auch die Kritik am zu harten Tau der Urwaldschaukel teilten die TSV-Kids und hatten die Idee, um das Tau einen wetterbeständigen Stoff anzubringen. Erschreckend hingegen waren die Erkenntnisse, dass die Reckstange nicht richtig befestigt war und das Gerüst der Schaukel nach Angaben der begleitenden Dipl.-Sportlehrer extrem mitschwingt.

Das ASG muss die Ergebnisse des Spielplatztests nun analysieren und will laut Auskunft noch in diesem Jahr nachbessern. Geld sei dafür eigentlich keins vorhanden und fehle an anderer Stelle, heißt es aus dem Amt und doch sieht man die Notwendigkeit zum Handeln, denn: »Ein Spielplatz ist ja nicht zum Angucken da.«

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