Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Von Hoffnungen, bürokratischen Kämpfen und kreativen Ideen

Im Fokus: Grünauer Schulen - Teil 1

Am 8. Juli werden sich Schüler, Eltern und Lehrer des Max-Klinger-Gymnasiums auf den Weg ins Rathaus machen. Dabei wollen sie lautstark ihren Forderungen nach einer Kernsanierung der beiden Schulhäuser im WK 7 Ausdruck verleihen und die Politiker dazu bewegen, sich endlich mit den unhaltbaren Zuständen an ihrer Einrichtung zu befassen.

Seit Jahren kämpft die Klingerschule um eine bauliche Veränderung – geschehen ist nur wenig. An vielen Grünauer Bildungseinrichtungen sieht es nicht besser aus. Kaputte Sanitäranlagen, Fenster, die sich nicht schließen lassen, gesperrte Turnhallen und Spielgeräte auf dem Schulhof ... »Grün-As« nahm stellvertretend drei Schulen im Stadtteil genauer unter die Lupe.

100. Grundschule

Die Einrichtung im WK 8.3 ist satte 30 Jahre alt und seither bis auf wenige Schönheitsreparaturen baulich nicht verändert worden. Von den Fenstern blättert die Farbe – viele lassen sich nicht öffnen, andere nicht schließen. Im Sommer ist es brütend heiß – im Winter frieren Schüler wie Lehrer.

Eine Sanierung oder Abdichtung der Fenster wurde erst kürzlich mit der Begründung abgelehnt, dass dies nur mit einer Sanierung der äußeren Hülle einhergehen könnte, was 1,6 Millionen Euro kosten würde. Selbst Brandschutzmaßnahmen, die bis vor kurzem als unabdingbar galten, wurden abgelehnt.

Angenommen wurde hingegen eine neue Schulhofgestaltung für 50.000 Euro sowie die Sanierung der Toiletten für 300.000 Euro in diesem und dem kommenden Jahr. Letzteres tut auch Not. In der 100. stinkt es zum Himmel. »Lernen mit allen Sinnen«, nennt es Schulleiterin Franziska Horn.

Elternvertreter Sebastian Klausch kann nach monatelangem Kampf um finanzielle Unterstützung seitens der Stadt nicht mehr lachen: »Die Kinder trinken nichts mehr, weil sie sich ekeln, auf die Toiletten zu gehen. Die Lehrer haben schon die Abflüsse mit Tesa zugeklebt, weil der Gestank nicht auszuhalten war. Das kann man doch keinem Kind zumuten.«

Einig sind sich Eltern wie Lehrer darin, dass sie unbedingt am Standort bleiben wollen. Dass die ursprünglich einmal geplante Zusammenlegung mit der 78. Grundschule im ehemaligen Ratzelgymnasium vom Tisch ist, freut sie. Dennoch: Auch das tollste Konzept braucht eine intakte Hülle, um Schüler und Eltern zu begeistern.

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