Grün-As

»Ich möchte mal ein gesundes Krankenhaus hinterlassen…«

Wir stellen vor: Siegfried Slomiany

Das formuliert er als nächstes Ziel für sich. Denn an dem, was wurde, was ist, was wird, hat er persönlichen Anteil, Siegfried Slomiany, der Krankenhausdirektor der Robert-Koch-Klinik, aus Grünau.

Wenn jetzt, im September 1998, der 50. Jahrestag des Bestehens der Robert-Koch-Klinik und gleichzeitig das 5jährige Bestehen des Krankenhausverbundes Städtische Klinik Leipzig West gefeiert wird, dann wird sicher detailliert Bilanz über das Erreichte gezogen.

»Die Robert-Koch-Klinik war schon immer ein angesehenes und gut funktionierendes Krankenhaus, hier wurde schon immer perspektivisch gearbeitet und auch heute haben wir nicht den geringsten Grund uns hinter westdeutschen Krankenhäusern zu verstecken«, so faßt der Krankenhausdirektor, Herr Slomiany, kurz und deutlich die Entwicklung und das Ergebnis zusammen.

»Es war unser Professor Leonhardt, seit 20 Jahren unser Ärztlicher Direktor und heute Leitender Chefarzt, der vor mehr als 15 Jahren die medizinische und die wirtschaftliche Verantwortung geteilt hat…«, erinnert sich Herr Slomiany und schätzt ein: »…zur Wende war das einer unserer Vorteile.«

Auf die Frage: »Wie kamen Sie zur Verantwortung für die Ökonomie und die Technik im Krankenhaus?«, antwortet er sofort: »Es war vor 16 Jahren, im November. An meinen ersten Tag werden sich auch viele Grünauer noch erinnern. Das war der Tag, als sich die Explosion in der Schönauer Kaserne ereigneten.«

»Ich komme an und für sich aus der Industrie. Dort war ich auch Meister, habe studiert, war u.a. Direktor für Beschaffung und Absatz und seit dem 1. Dezember 1982 bin ich hier im Krankenhaus für den nicht-medizinischen Teil verantwortlich.«

Herr Slomiany ist nicht im Vordergrund tätig und doch ist er als Krankenhausdirektor der »Erste Mann« im Hause. In der Betriebssatzung für die Städtische Klinik Leipzig West heißt es im §8 u.a.: Das Krankenhaus hat eine Betriebsleitung… Der Krankenhausdirektor ist Erster Betriebsleiter im Sinne des Sächsischen Eigenbetriebsgesetzes… Die Krankenhausleitung leitet das Krankenhaus nach den Grundsätzen dieser Satzung selbständig. Der Krankenhausdirektor führt den Vorsitz und ist für die Umsetzung ihrer Beschlüsse verantwortliche.

Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, daß durch die Gesundheitsstrukturgesetze des amtierenden Bundesgesundheitsministers, einerseits der Rechtsanspruch eines Krankenhauses auf Deckung seiner Selbstkosten abgeschafft und andererseits Elemente des Wettbewerbes wie (mit den Krankenkassen verhandelbare) Leistungsentgelte und Wirtschaftlichkeitsprüfungen im reglementierten Gesundheitsmarkt eingeführt worden sind.

»Die Gesundheitsreformen, die im wesentlichen nach der Wiedervereinigung durchgeführt wurden, waren für alle Krankenhäuser bindend. Wir haben da ganz schnell umgelernt«, bestätigt Herr Slomiany, ohne auf die damit verbundenen Anstrengungen einzugehen.

Wenn Namen nicht nur Schall und Rauch sind, wenn der Name - den ein Mensch am Beginn seines Lebens bekommt - vielmehr ein sachtes Zeichen seiner Wirkung in unserer Welt ist, dann erreicht Siegfried Slomiany seine Ziele mit Verstand, Kraft und Ausdauer. Denn die bedeutungsvollste Gestalt der Deutschen Heldensagen wird Siegfried genannt. Siegfried steht dabei für Walkürenbezwinger und Drachentöter.

Wenn man (oder Frau) Siegfried Slomiany zum ersten Mal gegenübertritt, dann traut man ihm sofort Bärenkräfte zu, ebenso wie beträchtliches Einfühlungsvermögen und strategisches systematisches Denken. »Was zählt, ist der Erfolg«, meint Herr Slomiany und dann ergänzt er dazu: »Wir haben einiges erreicht. Nach dem unser relativ guter Stand zum Zeitpunkt der Wende fast nachteilig war, weil wir gegenüber anderen Krankenhäusern in der Rangfolge als nicht so bedürftig angesehen waren, haben wir in der Robert-Koch-Klinik Umgestaltungen mit ca. 15 Millionen DM (ca. 7,6 Mill. Euro) Fördermitteln realisiert.«

»Aus Eigenmitteln haben wir die Diagnostik umgestellt und wenn nach der 50-Jahr- Feier die Sanierung weitgehend abgeschlossen sein wird, dann werden wir hier in der Klinik nur noch Zweibett- und Einzelzimmer haben.«

ImageLink Im Jahr 2000 wird die Robert-Koch-Klinik voraussichtlich dem Städtischen Klinikum »St. Georg« organisatorisch angegliedert. »Wir wollen damit beweisen, daß auch ein kommunales Krankenhaus, mit dem Profil zur Vollversorgung, wirtschaftlich geführt werden kann.«, erklärt Herr Slomiany und fügt hinzu: »Nächstes Jahr ist mein letztes Jahr und ich möchte ein gesundes Krankenhaus hinterlassen.«

Dazu wünschen wir persönliche Gesundheit und viel Erfolg.

Thomas H. Kokot
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