Grün-As
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Theater der Komödianten

20. - 22. Februar erste Tournee in Leipzig
Interview mit dem »Prinzipal« und Regisseur Günter Stahnke

Sein Name ist untrennbar mit der heiteren Dramatik aus Adlershof verbunden. Mehr als 100 Inszenierungen von ihm gingen über die Bildschirme. Nach der umjubelten DDR-Erstaufführung von Cole Porters Musical »Cancan« am Berliner »Metropol« holte er 1969 auf dem Fernsehfestival in Montreux für die DDR den »Chaplin-Preis« für den komischsten Film. Von da an blieb er dem Medium Fernsehen und dem Unterhaltungstheater verbunden. Erfahrungen, an die er mit dem »Theater der Komödianten« erfolgreich anknüpft. Für »Grün- As« sprach Manfred Anders mit dem Theatermann:

Grün-As
Die erste Tournee kreuz und quer durch die neuen Bundesländer geht dem Ende entgegen, mit welchen Eindrücken?
Günter Stahnke
Der Erfolg, den wir bei der Premiere am 15. Oktober in Wolfen hatten, ist uns bis jetzt treu geblieben. Als wir planten, dachten wir an zwanzig Vorstellungen. Daraus sind mehr als 100 Spielorte geworden. Und die Häuser waren in der Regel ausverkauft. Das war für uns erfreulich überraschend. Eine Resonanz beim Publikum, die uns Mut macht weiterzumachen.
Grün-As
Sie unterscheiden ganz bewusst zwischen Boulevard-Theater und Ihrem Theater, worin besteht dieser für Sie?
Günter Stahnke
Der grundsätzliche Unterschied ist der, dass wir uns bemühen wollen, im Unsinn noch einen Sinn zu entdecken. Im Boulevardtheater geht es vor allem um die schönen, reichen Leichen, die wenig gesellschaftliche Relevanz haben. Das soll uns von dieser Art Theater unterscheiden, dass wir bemüht sein werden, witzig und humorig gesellschaftliche relevante Themen auf die Bühne zu bringen. Der Welle von Mord und Totschlag im Fernsehen etwas Heiteres entgegen zu setzen, klingt wie Kampf zwischen David und Goliath. Aber der Versuch ist es wert.
Grün-As
Wie sieht das in dem konkreten Stück aus, ohne zu viel zu verraten, mit dem Ihr Ensemble erfreulicherweise auch in Leipzig gastiert?
Günter Stahnke
In »Balduin, der Geisterseher« geht es im wesentlichen um die Wahrsagerei. Und je finsterer die Zeiten werden, um so größere Einwirkungen hat die Hellseherei ja auf die Menschen. Diesen Unsinn ab absurdum zu führen, wollen wir unseren Zuschauern humorig, liebenswürdig, nicht vordergründig beibringen.
Grün-As
Ist das nicht ein Wagnis jetzt ein Theater zu gründen, das ist doch jetzt eine feste Institution?
Günter Stahnke
Sagen wir mal so, es soll eine werden! Wir haben mit diesem Stück angefangen. Das Adlershofer Ensemble, aus dem alle Schauspieler kommen (Herbert Köfer, Ingeborg Krabbe, Helga Piur, Manfred Richter, Jürgen Trott und Klaus Gehrke) hatte ja auch kein festes Haus. Wir sind mit unseren Inszenierungen nach Bitterfeld, nach Zinnowitz, eigentlich in die gesamte Republik gegangen. Genau so machen wir es jetzt auch.
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Grün-As
Sie können mit dem Start Ihres Theaters sehr zufrieden sein. Welche weiteren Pläne gibt es nach dieser Tournee?
Günter Stahnke
Bekanntlich ist Erfolg eine Sache, die ständig neu erworben werden muss. Deshalb können wir uns auf den Lorbeeren nicht lange ausruhen. Da wir keine Fördergelder und Sponsoren haben, waren wir darauf angewiesen, dass die Leute ins Theater kamen. Wenn dies nicht funktioniert hätte, hatte Ihre Frage sich erübrigt. Bekanntlich soll man über Vorhaben noch keine großen Worte machen. Deshalb nur soviel, als nächstes planen wir die Komödie »Mein Mann ist mein Mann«, ein Drei-Personen-Stück mit Renate Blume, Helga Piur und Jürgen Zartmann. Die Premiere soll im Oktober eventuell hier in Leipzig sein. Und dann wollen wir mit dem überaus erfolgreichen Stück »Weekend im Paradies« durch die Lande ziehen…
Ein Interview mit Helga Piur konnten Sie bereits in unserer Online-Ausgabe 2003/01 lesen.
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