Grün-As
Helga Piur

Interview mit der Schauspielerin Helga Piur

Von Wolfen bis Warnemünde, von Halberstadt bis Weißwasser - Tausende Zuschauer in den neuen Bundesländern feierten bereits in mehr als fünfzig Orten seit Mitte Oktober die Künstler des Berliner »Theaters der Komödianten« auf ihrer ersten Tournee. Vom 20. - 22. Februar 2003 wird das Lustspiel »Balduin der Geisterseher« in der Inszenierung von Günter Stahnke viermal im »Haus Leipzig« in der Elsterstraße zu sehen sein. Mit dabei sind Herbert Köfer, Ingeborg Krabbe, Manfred Richter, Jürgen Trott, Klaus Gehrke und Helga Piur. Mit ihr hatte sich Manfred Anders für »Grün-As« zu einem Interview verabredet:

Grün-As
Worum geht es in diesem Lustspiel?
Helga Piur
Es spielt heute und hier. In unserer stressigen Zeit schauen immer mehr Leute ins Horoskop und glauben an Wahrsagerei. Auch Balduin meint magische Kräfte zu spüren und die Zukunft zu hören und zu sehen. Ich als seine Schwester habe unter den absurden Situationen zu leiden, die für den Zuschauer natürlich recht lustig sind. Bis mein Schwager Heinrich (Herbert Köfer) uns allen einen heilsamen Schock verabreicht. Wie diese verrückte Geschichte ausgeht und unsere Familie wieder vernünftig wird, will ich aber nicht verraten. Nur soviel noch, wir wollen die Zuschauer zum Lachen bringen, aber auch erreichen, dass sie auf dem Heimweg ein wenig nachdenken über das Stück.
Grün-As
Wer ist das »Theater der Kömodianten« und wie entstand die Idee dazu?
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Helga Piur
Es ist eine schöne Tradition, dass viele ehemalige Kollegen des Adlershofer Schauspielerensembles enge Kontakte haben. Wir telefonieren miteinander, verfolgen was der andere zu tun hat. Und treffen uns auch regelmäßig. Beim gemeinsamen Kochen schwatzen wir auch über das Leben und alles, was damit zusammen hängt. Und in Erinnerung an die Schwänke aus der »Heiteren Dramatik« sagte mal der eine, mal der andere, dass es schön wäre, mal wieder Kömodie zu spielen. Und meinem Mann Günter Stahnke, der ja bei vielen dieser Inszenierungen Regie führte, ging das ewige Gerede auf die Nerven. Er sagte eines Tages, dass wir endlich dafür etwas tun sollten. Er hat dann die ganze Geschichte auf den Weg gebracht. Die Idee dafür ist ein Jahr alt. Erst haben wir gesagt, wenn wir zwanzig Vorstellungen spielen können, wäre das toll. Jetzt spielen wir bis Ende Februar in knapp hundert Städten! Vor fast immer ausverkauften Häusern, einfach wunderbar!
Grün-As
Und wie sind die Zuschauerreaktionen darauf?
Helga Piur
Einfach herrlich. In vielen Städten waren die Karten innerhalb kurzer Zeit verkauft. Der Bonus, den wir bei den Zuschauern durch unsere Arbeit erworben haben, zahlt sich immer noch aus. Und ich bin auch der Meinung, dass sich letztlich Qualität durchsetzt. Und das Lachen brauchen alle Menschen, gerade weil das Leben heute ganz schön hart und manchmal boshaft ist. Ich mag vor allem auch die Gespräche nach den Vorstellungen, gehe gern auf Menschen zu und höre mir ihre Geschichten an. Viele sagen, dass sie sich freuen, uns einmal persönlich auf der Bühne zu erleben. Das ist ein schönes Gefühl!
Grün-As
Welche Pläne haben Sie mit dem »Theater der Komödie« und darüber hinaus im kommenden Jahr?
Helga Piur
Zunächst sind wir noch bis Februar mit dem »Balduin« unterwegs. Dann beginnen die Proben für »Mein Mann ist mein Mann«, eine Komödie, die ich mit Renate Blume und Jürgen Zartmann spielen werde. Und im Herbst kommenden Jahres ist dann »Weekend im Paradies« geplant, da wird auf alle Fälle Günter Schubert dazu kommen. Am 24. Dezember bin ich wieder in der MDR-Weihnachtsendung mit Frank Schöbel dabei. Neben den Fernsehaufgaben in verschiedenen Serien, bleibt dann nur noch wenig Zeit für andere Aufgaben. Das sind drei Riesenrollen mit dem »Theater der Komödianten«. Wenn man dies bewältigen will, kann man nicht noch auf zehn anderen Hochzeiten rumtanzen. Halbe Sachen mag ich nicht, das hat etwas mit meinem Berufsethos zu tun.
Grün-As
Herzlichen Dank und Auf Wiedersehen im Februar in Leipzig!
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