Grün-As

Chronik eines heißen Sommers

Die Zeit der diesjährigen tropischen Hitze auch hierzulande ist schon seit einem Monat vorbei. Wehmütig werden sich viele an den Sommer erinnern mit all seinen angenehmen Seiten. Der Kulkwitzer See war wohl in diesem Rekordsommer der Ort Grünaus, der die meisten Menschen anzog. Und somit gibt es natürlich auch jede Menge Geschichten, traurige und amüsante Dinge rund um das Naherholungsgebiet am Rande Leipzigs, welches in diesem Jahr auch noch 30-jähriges Jubiläum feiert.

Müllberge am See

Ärgerlich, ohne Frage war das Müllproblem. Bei solch einem permanenten Andrang über Wochen hinweg, bei dem weder See noch Reinigungskräfte sich einen Tag Ruhe gönnen konnten, wurde verstärkt auf die Mithilfe der Bade- und Erholungsgäste gebaut. Doch diese spielten oftmals nicht mit und hinterließen Berge von Müll. Flaschen im See oder an Land, stinkende Fischbüchsen, Tetrapacks aller Art, Zigarettenschachteln und -kippen, Scherben, Essensreste, Zeitungen…und, und, und. Auch verschmutzte und mutwillig zerstörte Toiletten und Parkbänke wurden zum Ärgernis vieler Besucher, welche das schöne Wetter einfach nur genießen wollten.

Die LeipzigSeen GmbH, die seit April 2003 das Zweckverbandsgebiet Kulkwitzer See bewirtschaftet, äußerte sich zu den Vorwürfen vieler Anwohner, sie würden nur ungenügend für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Nach Aussage von Reinhard Ihle fehle es vor allem an Personal. »ABM-Stellen werden für private Firmen nicht vergeben und mit drei von ehemals zehn Mitarbeitern ist man nicht in der Lage, den See permanent vom Unrat zu befreien.« So ist man auf die Mithilfe von ortsansässigen, freiwilligen Helfern angewiesen.

Auch die oft verschlossenen Türen der Toiletten sorgten für Miss-Stimmung bei den Badegästen. Herr Ihle gesteht Abstimmungsschwierigkeiten beim Schließen und Öffnen ein, gibt aber zu Bedenken, dass die Schließungen wegen Vandalismus unumgänglich waren. Und, dass sich die Beschaffung der Ersatzteile schwierig gestaltete, da es sich um noch zu DDR-Zeiten installierte Sanitäranlagen handelt. Für die Zukunft sei geplant, verstärkt durch Sicherheitskräfte dem Vandalismus vorzubeugen. Bleibt zu hoffen, dass im nächsten Jahr mehr Wert auf Sauberkeit gelegt wird.

Wetter am See

Bild Am 22. Juli, also noch vor der großen Hitzewelle, fegte ein Mini-Tornado über das Naherholungsgebiet hinweg. Traurige Bilanz des Unwetters: Zahlreiche umgestürzte Bäume - zum größten Teil Pappeln - Schäden an Bungalows und Wohnwagen sowie zwei Verletzte.

Die heißen Temperaturen im Anschluss, hatten natürlich auch ihre Schattenseiten. Jeder, der meinte sich durch die Flucht ins Grüne vor dem Sommersmog retten zu können, war einem Trugschluss erlegen. Denn je sauberer die Luft, desto höher ist auch die Ozonkonzentration. Da Grünau der Leipziger Stadtteil mit der saubersten Luft ist, ist hier an sehr warmen Tagen schon mehr Ozon in der Atmosphäre, als in der Innenstadt und noch mehr atmet man am Kulkwitzer See ein. Die Wasserqualität allerdings hat zum Glück nicht unter den drückenden Temperaturen gelitten. Im bundesweiten Vergleich ist die Qualität des Wassers überdurchschnittlich gut.

Auch von befürchteten Blaualgen blieb das Gewässer verschont und bleibt damit ein beliebtes Taucherparadies. Motorenbetriebene Boote sind nach wie vor auf dem Wasser verboten. Einzig das DRK darf ein solches Boot zu Rettungs- und Übungseinsätzen benutzen. Und selbst sie haben strenge Auflagen zu erfüllen. So wurde das DRK in diesem Jahr vom Umweltamt dazu angehalten, sich einen umweltfreundlicheren 4-Takt-Motor anzuschaffen. Ein Problem ist das bei aller Einsicht schon, denn bei einem Jahresbudget von 6.000 Euro, von dem Alles bezahlt werden muss, reißen 5.000 Euro für den neuen Motor ein großes Loch in die Kassen der Rettungsmanschaft.

Veranstaltungen lockten zum See

Wie schon in den vergangenen Jahren, so war auch in dieser Saison wieder jede Menge los am, im und um den See herum. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. Angefangen von der Wiedereröffnung der Schiffsgaststätte als italienisches Restaurant unter dem Namen »La barca« im März. Ende Mai wurden das 4. Mal die Kulkwitzer Festtage begangen, die auch den 2. Kulkwitzer Seelauf beinhalteten, so wie eine bunte Kindertagsfete am 01. Juni, die vom KOMM-Haus und den Leipziger Delphinen veranstaltet wurde. Ebenfalls an der Tauchschule gab es einen Monat später zu Ehren Neptuns ein Fest.

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