Grün-As

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
man kann von Sprichwörtern halten, was man will. Oft klingen sie altklug und irgendwie meistens von ganz weit hergeholt. Aber manchmal da passen sie (Achtung Floskel!) wie die Faust aufs Auge. So auch das folgende: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propheten. Und dreimal dürfen Sie raten, wer jetzt Berg und wer Prophet ist ... Zugegeben: Eine nicht ganz einfache Frage auf die es viele Antworten geben könnte. Ich kläre hiermit auf: Berg ist gleich Grünau und Prophet ist gleich Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Erinnern wir uns. Mitte Dezember übergab eine kleine Gruppe engagierter Grünauer unserem Stadtoberhaupt eine Mappe mit rund 4000 gesammelten Unterschriften gegen den planlosen Abriss in ihrem Stadtteil. Jung nahm sie entgegen, hörte sich ein paar Erläutungen dazu an und bevor er eilenden Schrittes in den Sitzungssaal entkam, versprach er sich der Sache anzunehmen und sich in Kürze mit den Initiatoren der Protestaktion zu treffen - und zwar in Grünau.

Seither ist einiges geschehen. Ein Baubürgermeister war im Stadtteil, auch ein Sportbürgermeister und des Öfteren ein Amtsleiter - vom Chef keine Spur. Nun ist das so eine Sache mit den Chefs. Jung beispielsweise hat in seiner relativ kurzen Amtszeit schon einiges zur »Chefsache« erklärt. Das kann er auch - wenn er über einen genügend großen Pool an Mitarbeitern verfügt, die sich letztlich um diese Angelegenheiten kümmern, damit er sie verkünden kann. Bei der Zusage eines persönlichen Gespräches versagt diese Taktik jedoch kläglich. Denn weder Herr zur Nedden, noch Prof. Dr. Fabian noch Herr Gerkens sehen ihrem Chef irgendwie ähnlich.

Aber egal - kommen wir zum eingangs erwähnten Sprichwort: Burkhard Jung kommt also nicht nach Grünau. Ergo müssen der Stadtteil und seine Bewohner eben zu ihm. Wie das gehen soll? Ist eigentlich ganz einfach, soll aber an dieser Stelle noch nicht detailliert verraten werden. Nur so viel: Burkhard Jung liest gerne LVZ zumindest hat er das mal in selbigem Medium zum Besten gegeben. Wenn man nun annehmen darf, dass das kein bloßes Lippenbekenntnis war, dürfte Grünau ihn bald am Frühstückstisch besuchen oder auf dem Weg ins Rathaus, oder in einer Sitzungspause oder wo sonst und wann auch immer er die lokale Presse zur Hand nimmt. Jetzt möchten Sie sicher schon ganz gern wissen, was hinter diesen Andeutungen steckt. Lassen auch Sie sich im nächsten »Grün-As« (Paper-Ausgabe) überraschen.

Klaudia Naceur
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