Grün-As

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, es klingt ziemlich unglaublich, aber an 528 Stellen in unserer Stadt wird öffentlich Alkohol konsumiert. Hierzu zählt aber nicht der Freisitz einer Gaststätte oder der Imbiss an der Ecke. Nein, es sind solche Orte wie die Bank im Park, die Mauer vor der Kaufhalle oder der Springbrunnen am PEP.

Beim Polizeirundgang durch Grünau und dem danach in der »Völle« durchgeführten Forum, war dies eines der Hauptthemen beziehungsweise Sorgen der Grünauer Bewohner. Es wird heftig getrunken, man ist laut, uriniert in die Gegend und belästigt damit den Otto Normalverbraucher. Eine Lösung hierfür hatten aber weder die Vertreter der Polizei, des Bürgerdienstes beziehungsweise des Ordnungsamtes der Stadt parat.

Hier scheint die Politik gefragt, so zum Beispiel der neu zu wählende Stadtrat, der die Stadtordnung dahingehend ändern könnte, dass das Trinken von Alkohol auf öffentlichen Plätzen nicht mehr gestattet wird. Löst man damit das Problem? Ich meine nur teilweise - die Trinkgelage würden sich in die Wohnungen Einzelner verlagern und dann hätten die Hauseigentümer ein zusätzliches Betätigungsfeld.

Viel sinnvoller wäre es, die Alkoholkranken zu heilen (immerhin laut Statistik 21 Prozent der Erwachsenen), beziehungsweise ihnen Beschäftigung zu geben und zusätzlich, wie in anderen Ländern schon Gang und Gebe, die Steuer auf Alkohol extrem zu steigern. Das Trinken würde wieder zum Luxus beziehungsweise ab und an zum Genuss.

Uwe Walther
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