Grün-As

Touchdown auf frischem Grün

American Football
Die Spielidee
Die Grundidee des American Football heißt Raumgewinn. Jede Mannschaft besteht aus 11 Feldspielen. Das Team, welches gerade im Ballbesitz ist, schickt seine Offense auf das Spielfeld. Ziel ist es, den Ball in die gegnerische Endzone zu befördern. Dies kann durch Lauf- oder durch Passspiel geschehen. Möglich ist auch ein Field Goal von jedem Punkt des Spielfeldes aus.
Die Mannschaft des Gegners schickt ihre Defense auf das Spielfeld. Diese versucht, die angreifende Mannschaft zu stoppen oder selbst in Ballbesitz zu kommen.
Der Angriff hat vier Versuche (Downs: First Down, Second Down, Third Down, Fourth Down) um den Ball mindestens zehn Yards in Richtung gegnerische Endzone zu spielen. Angezeigt werden die Versuche durch die Chancrew und den Downmarker. Gelingt dies, so bekommt die angreifende Mannschaft einen neuen First Down und damit vier weitere Versuche. Gelingt es nicht die notwendigen 10 Yards oder eine Punktewertung zu erreichen, so wechselt das Angriffsrecht.

Die Spielzeit
Gespielt wird in vier Quartern á 12 Minuten. Nach dem zweiten Viertel gibt es eine 15-minütige Halbzeitpause. Jedem Team stehen 3 Timeouts á 90 Sekunden pro Halbzeit zur Verfügung, sonst beträgt die maximale Zeit zwischen zwei Versuchen 25 Sekunden.
Nach jedem unvollständigem Pass, wenn ein Spieler über die Sideline rennt oder bei einem neuen ersten Versuch wird die Uhr angehalten. So kann ein Spiel auch über drei Stunden dauern.

»Lions« werten Ratzelstadion auf, beenden Saison und
verpassen Aufstieg nur knapp

»Wasser marsch!« hieß es am letzten Augustwochenende auf dem Sportplatz an der Ratzelstraße. Als pünktlich 12 Uhr auf der Trainings- und Spielstätte der Leipzig Lions die neue Beregnungsanlage feierlich angestellt und eingeweiht werden soll, rieselt es aber nicht nur aus den 32 Bewässerungspunkten in der Erde, sondern auch von oben, gibt es reichlich Nass. Davon lassen sich jedoch weder Vereinsgäste, noch Cheerleader und erst recht nicht die hünenhaften Footballer beeindrucken. »The Show must go on«, scheint das Motto des Tages zu sein. Schließlich ist die Fertigstellung und Inbetriebnahme der 17.000 Euro teuren Anlage ein echter Grund zum Feiern.

»Ein Jahr haben die Planungen und Vorbereitungen gedauert«, berichtet »Lions«-Präsident Edgar Schleinitz. »In den vergangenen Jahren war der Rasen am Ende der Saison hinüber. Das Gras war braun, der Boden knochenhart - in unserem körperbetonten Sport war das Verletzungsrisiko damit noch höher, als ohnehin«, erklärt der ehemalige Spieler, die unbedingte Notwendigkeit der Investition. Während das Geld aus Fördertöpfen von Kommune und Land stammt, legten bei der Realisierung viele ehrenamtliche Helfer mit Hand an: Der Brunnen musste gebohrt und ausgeschachtet, anschließend die Leitungen verlegt werden.

Seit die »Exoten« unter den Leipziger Sportvereinen das Ratzelstadion übernommen haben, versuchen sie es sukzessive aufzuwerten. Drei Jahre trainieren die »Lions« nun schon in Grünau - 2010 wurden auch die Heimspiele hier ausgetragen. Zuvor pilgerte der Verein von Stadtteil zu Stadtteil. Eddie, wie sie ihren Präsi alle nennen, erinnert sich noch sehr gut an die chaotischen Anfänge vor 18 Jahren: »Wir mussten ständig umziehen, sind in Leutzsch, Gohlis und diversen anderen Stadien untergekommen - manchmal hatten wir nur einen Container als Umkleide.« Er war von Beginn an dabei, eine Linebacker-Legende, ein echtes Urgestein.

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Durch die Beregnungsanlage werten die Leipzig Lions ihre Spielstätte an der Ratzelstraße auf.

Seit 2008 hat der sympathische Mittdreißiger die Schulterpolster mehr oder weniger an den Nagel gehängt und nimmt mit seinen Footballern Kurs auf die 1. Bundesliga. »Diese Saison hat es leider noch nicht zum Aufstieg gereicht«, meint er bedauernd. Nur knapp am Rivalen - den »Royals« aus Potsdam - gescheitert, dürfen sich die »Lions« als Vizemeister 2010 der Regionalliga Ost betiteln. Kein Grund zur Trübsal - schon gar nicht für die Fans. Denn die meisten der durchschnittlich 400 Zuschauer betrachten ein Footballspiel ohnehin eher als familiäres Happening denn als verbissenen Wettkampf.

Dafür tut der Verein aber auch Einiges: Hüpfburg für die Kleinen, Speis und Trank sowieso und die obligatorischen Darbietungen durch vereinseigene Cheerleader - die ganz nebenbei bemerkt nicht als Bespaßung und Pausenfüller dienen, sondern im Winterhalbjahr sehr erfolgreich an diversen Titelwettkämpfen teilnehmen - machen jede Begegnung zum Event. Das Konzept für zwei bis drei Stunden pro Spieltag kommt an. »Bislang sind sie alle wiedergekommen«, strahlt Jens Braband. Für den 32-Jährigen, der seit acht Jahren im Verein spielt, ist es genau diese Mischung, die den Reiz am Football ausmacht und außerdem: »sehen die Spieler einfach verdammt cool aus ...«

Die coolen Jungs haben nun erst einmal spielfrei, während ihre weiblichen Vereinskollegen richtig durchstarten. Ausruhen können sie sich dennoch nicht. Bis April 2011 wird wöchentlich zweimal trainiert und dann möchten die »kleinen Kollegen« der amerikanischen Footballprofis natürlich deren Ligabetrieb verfolgen. Am ersten Sonntag im Februar steht letztlich der »Superbowl« an. Das Highlight der amerikanischen Liga schauen sich die »Lions« immer gemeinsam im Vereinshaus an der Ratzelstraße an. Neugierige sind gern gesehen und herzlich willkommen.

Klaudia Naceur
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