Grün-As

Editorial

Es ist selten, dass eine Bürgeridee in der heutigen Zeit umgesetzt werden kann. Meist scheitert dies an verkrusteten Strukturen, fehlenden Finanzen oder einer gewissen Risikobereitschaft, neuen Projekten eine Chance zu geben.

All dies ist bei der Idee zu einem Quartiersbus, die im Club der Nachdenklichen entstanden ist, nicht so. Es brauchte zwar einige Zeit bis diese reif war, aber Dank der Bürger, die von ihrer Vision nicht abließen und dem Quartiersmanagement, welches sich mit dahinter klemmte, sowie natürlich den Sponsoren, die den neuen »Grünolino« oder besser gesagt die neue Linie 66 mit finanzieren, wurde aus dem Traum letztendlich Realität.

Fortan werden auch abgelegene Straßen beziehungsweise Orte erreicht, die bisher vom öffentlichen Personennahverkehr nicht angefahren wurden. Auf der 51 Minuten langen Runde durch den Stadtteil können die Grünauer nun direkt zum Arzt, zum Allee-Center und dann fast wieder bis in ihr Wohnzimmer fahren.

Jetzt sind die Bürger gefragt, die neue Linie so anzunehmen und zu nutzen, dass aus der tollen Idee nach zwei Jahren eine etablierte Strecke für Grünau wird. Wenn Neues entsteht, stirbt meist auch etwas Altes. In diesem Fall trifft es für zweieinhalb Jahre die S-Bahn Linie 1.

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Bus 66 - neue Haltestelle am Ärztehaus in der Gärtnerstraße

Allerdings hat das eigentliche Ärgernis auch einige nette, wenngleich ungewollte Nebeneffekte: Zum einen können einstige S-Bahn-Passagiere alternativ den 66er nutzen. Zudem wirken sich die Einsparungen des ZVNL positiv auf den die Häufigkeit der »Grünolino«-Fahrten aus. Der ursprüngliche Stundentakt, wird ab Mai halbiert, sodass man bei kurzen Terminen mit demselben Ticket wieder nach Hause kommen kann.

Also liebe Grünauer: Nutzen Sie ab 19. März das neue Angebot der LVB rege und zeigen Sie somit dem Rest von Leipzig, was durch bürgerschaftliches Engagement möglich ist.

Ihr Uwe Walther

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