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Ein Filter für den Kulkwitzer See

Umweltgerechte Reinigung des Regenwassers mit Naturfilter und Schilf

Mit dem Bau einer sogenannten Retentionsboden­Filteranlage sorgt die Kommunalen Wasserwerke Leipzig in der Markranstädter Ostsiedlung künftig für eine umweltgerechte Reinigung des anfallenden Oberflächenwassers. Derzeit gelangt das dieses ohne Vorreinigung in den Kulkwitzer See.

Mit der neuen Filteranlage werden Auflagen des Landratsamtes Landkreis Leipzig erfüllt, dass als zuständige Untere Wasserbehörde die Gewässergüte des Kulkwitzer Sees besser schützen will. Die Dimension der Anlage eignet sich darüber hinaus für den Anschluss nachgelagerte Maßnahmen und Erschließungen. Die Investitionen belaufen sich insgesamt auf rund 940.000 Euro. Die Stadt Markranstädt ist intensiv in die Planungen eingebunden und an den Kosten beteiligt.

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Kulkwitzer See

Um die Behandlung des Oberflächenwassers im Sinne der Natur zu gestalten, errichtet die KWL eine Anlage zur naturnahe Regenwasserreinigung. Sie besteht aus zwei Stufen: einer Vorstufe mit den entsprechenden Zuleitungen und dem Filterbecken. Für ersteres errichtet die KWL unter anderem unterirdische Kanäle, Zulaufleitungen von insgesamt rund 750 Metern Länge sowie eine Baustraße. Aus ökologischen Gründen führt deren Trasse entlang der späteren Erschließungsstraße 1 für das umstrittene B-Plan-Gebiet »Westufer Kulkwitzer See«.

Dadurch werden unnötige Belastungen durch Baufahrzeuge im Wohngebiet der Ostsiedlung vermieden. Die Arbeiten für diese ökologisch nachhaltig arbeitende Bodenfilteranlage starten demnächst mit vorbereitenden Maßnahmen, darunter Gehölzarbeiten. Der eigentliche Bau der Zuwegung, Leitungen und der Anlage beginnt voraussichtlich Ende März und soll etwa bis Dezember abgeschlossen sein.

Zur Technik der Bodenfilteranlage selbst gehören Schacht- und Zulaufbauwerke sowie eine Sedimentationsanlage, von der aus das Regenwasser in den Bodenfilter gelangt. Ziel ist es hier, anfallendes Regenwasser künftig zu reinigen, bevor es in den Kulkwitzer See eingeleitet wird: Eine Filterschicht hält mitgeführte Sedimente und Schwebstoffe zurück; Schilfbewuchs sorgt für den Sauerstoffeintrag und den Abbau organischer Substanzen. Von der Filteranlage, die eine Fläche von rund 1.500 Quadratmeter misst, gelangt das gereinigte Wasser über ein Ablauf- und Drosselbauwerk letztlich in den See.

Mit dem Bau der Bodenfilteranlage kann das Ökosystem See und dessen Wasserqualität auch künftig geschützt werden. Durch die Speicherung und insbesondere die Reinigung des Wassers erfüllen Retentionsfilter gleiche Ansprüche wie Kläranlagen. Die KWL nutzt damit ein technisch erprobtes und fortschrittliches System, welches nicht nur wirtschaftlich, sondern auch aus Umweltsicht sinnvoll ist.

Info: KWL
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