Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Kindergesundheit

Verhältnisse und Lebenswelt unter der Lupe

Im Januar 2015 ist ein Projekt gestartet, in dem sich eine medizinisch und sozialwissenschaftlich ausgerichtete Arbeitsgruppe im Stadtteil Grünau um eine Verbesserung von Kindergesundheit bemüht (»Grün-As« berichtete im Januar).

Das Amt für Jugend, Familie und Bildung und insbesondere das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig arbeiten dafür in enger Kooperation mit der AOK PLUS, der Kindermedizin an der Universität Leipzig und einer Forschungsgruppe Soziales und Gesundheit der HTWK zusammen.

Im Fokus der Arbeitsgruppe steht die kritische Betrachtung von Gegebenheiten im Stadtteil, die Bewegungsmöglichkeiten von Kindern (und deren Angehörigen!) anregen oder verhindern. Des Weiteren geht es um Voraussetzungen, die eine gesunde Ernährung begünstigen oder ihr entgegenstehen.

Die zu beantwortende Fragestellung ist: Ist es möglich, eine erkannte, der Gesundheit abträgliche Situation auf der Ebene des Stadtteils zu ändern? Welche Dinge müssen dafür geändert werden und kann mit diesen Veränderungen ein positiver Effekt auf Kindergesundheit erzielt werden? Um Kindergesundheit beurteilen zu können, werden im Auftrag des öffentlichen Gesundheitsdienstes regelmäßig Daten erhoben (zum Beispiel Einschulungsuntersuchungen).

In diesen Daten sind zum Beispiel erhöhte Raten von Übergewichtigkeit sowie von Auffälligkeiten in den motorischen Fertigkeiten der Kinder unserer Stadt auch insbesondere in Grünau ermittelt worden.

Das Projekt will nichts ausgeklügelt Neues erproben, sondern vorhandene Struktur unter dem Aspekt Gesundheitsförderung betrachten, verändern oder verstärken und vor allem in den Blick rücken. Die Arbeitsgruppe ist überzeugt, dass hier ein großes Potenzial liegt, das es zu heben gilt. Öffentlicher Raum ist sozialer Aktionsraum. Er wird in diesem Sinn genutzt oder eben nicht genutzt. Damit er als solcher genutzt werden kann, braucht es Anregungen. Das wollen wir bewirken und sind dabei auf mannigfaltige Hilfe unter anderem auch der Wohnungsgesellschaften angewiesen, die Stadtgestaltung mitbestimmen.

Das Projekt möchte ein Initiator und Gestalter einer verbesserten Inanspruchnahme von Lebensumwelt für Zwecke der Gesunderhaltung werden. Ziel ist dabei wissenschaftlich zu belegen, wie vielfältig der Einfluss von Wohnumgebung ist und wie eng Gesundheit und Lebenswelt zusammenhängen. Es ist bereits nachgewiesen, wie sehr die tägliche Benutzung von Treppen statt Aufzügen oder die Zurücklegung von Wegen per Fuß oder per Rad das »Konto der notwendigen alltäglichen Bewegung« verbessern helfen kann, die es braucht, um gesund zu bleiben.

Oder wie viel es ausmacht, am Abend spazieren, schwimmen oder tanzen zu gehen und nicht vor dem Fernseher zu sitzen. Das Projekt wird sich dafür einsetzen, dass sich viele kleine Möglichkeiten der Gesunderhaltung insbesondere für Kinder und ihre Familien in diesem Stadtteil ergeben und für alle leicht zugänglich sind. Die Summe dieser an sich aber vielfältigen Veränderungen wird einen Effekt auf einzelne Aspekte der Kindergesundheit haben. Das will die Arbeitsgruppe belegen.

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