Grün-As

Leserbriefe

Zerstörungsmut oder Übermut, Gedankenlosigkeit?

Frau Fährmann aus Lausen schrieb an unsere Redaktion:

Bild Es bedurfte nicht viel, die kleine Brücke über den Zschampert in Lausen in der Nacht vom 17. zum 18. August zu zerstören. Viel mehr Aufwand war nötig, Sie wieder instand zu setzen. Aber die Lausener (»Alte« und »Neue«)fackelten nicht lange. Bereits am 19. August verkündeten ein Schild »Wir bauen eine neue Brücke und benötigen dafür Geld!« und dazu ein großer Sammeleimer den Plan. Direkt am Objekt wurde drei Tage gesammelt, Ideen eingebracht, diskutiert, aber auch geplant und gemessen. Holz wurde bestellt und angeliefert, am Mittwoch bereits das Fundament vorbereitet, am Donnerstag der Beton eingebracht und am Freitag, dem 24. August, ging es 14.00 Uhr los.

Viele Hände halfen mit und so konnte 17.00 Uhr der Bau als vollendet betrachtet werden. Aber nur durch die Initiative eines »Neu«-Lauseners war es möglich, die Brücke in dieser Zeit zu realisieren. Er hielt die Fäden in der Hand, behielt den Überblick, organisierte, leitete und verzweifelte auch ein um das andere Mal. Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen für die kleinen und größeren Geldbeträge und die Unterstützung bedanken.

Antwort der WSHG

Ende August erhielten wir einen Brief der WSHG mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrte Grün-As-Redaktion, der in der August-Ausgabe 2001 von Ihnen abgedruckte Leserbrief von Herrn Werner Arnold trifft uns an einer Stelle, wo das Gegenteil dessen, was Herr Arnold schreibt, unsere Geschäftsphilosophie ist. Trotz unserer Bemühungen im Interesse unserer Mieter bei sämtlichen Dienstleistungen ein optimales Preis- / Leistungsverhältnis zu erzielen, sind wir stets im gleichem Zug darauf bedacht, Unternehmen aus Leipzig und Umgebung zu beauftragen. Für die Instandhaltung sind ausschließlich Leipziger Unternehmen vertraglich gebunden worden.

Die von Herrn Arnold angesprochene Erfassung des Wärme- und Wasserverbrauchs findet durch ein Unternehmen statt, welches seinen Stammsitz sicherlich in den alten Bundesländern hat, jedoch erfolgt die Verbrauchserfassung und Bearbeitung durch deren Niederlassung in Sachsen. Von daher wird im Einklang mit unserer Vergabepolitik die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region Leipzig auch in diesem Fall unterstützt. Wir wären sehr dankbar, wenn Sie unsere Stellungsnahme in der nächsten Ausgabe Ihres GRÜN-AS wiedergeben könnten. Hierfür danken wir Ihnen bereits im Voraus und verbleiben mit freundlichen Grüßen.
i.A. Dipl.-Kfm. Th. Roscher, Niederlassungsleiter Leipzig/Halle

Wohnen in Grünau - eine Zwischenbilanz

Aufgrund des Artikels »Wohnen auf der Baustelle - eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren« in unserer September-Ausgabe 2001 erreichte uns folgender Beitrag der WG Unitas mit der Bitte um Veröffentlichung. Die Redaktion

Einer der größten Stadtteile Leipzigs ist Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Die jüngste Vergangenheit war geprägt vom Zwiespalt der Emotionen auf der einen Seite und von baulicher und infrastruktureller Entwicklung auf der anderen Seite. Ganze Häuserzeilen wechselten den Besitzer auf Grund einer Altschuldenregelung, die den Wohnungsunternehmen das Startkapital für die dringend notwendigen Investitionen sicherte. Ohne diese sogenannte Schuldenentlastung und die Erlöse aus den getätigten Verkäufen hätte die Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG keine Sanierungsarbeiten an den Gebäuden in Grünau durchführen können.

Die Genossenschaft bewirtschaftet heute in Grünau einen Wohnungsbestand von rund 2300 WE. Davon wurden in den letzten sechs Jahren zwei Drittel voll- bzw. teilsaniert. Hierfür wurden insgesamt 60,0 Mio. DM (ca. 30,6 Mio Euro) aufgewendet. Das städtebauliche und wohnungswirtschaftliche Ziel, Wohnraum in allen Mietpreissegmenten in diesem Stadtteil anzubieten, ist heute erreicht. Jeder Wohnungsinteressent kann - entsprechend seinen finanziellen Möglichkeiten - Wohnraum bei der UNITAS eG zwischen 6,50 DM (3,23 Euro) und 9,90 DM (5,06 Euro) pro qm zzgl. NK anmieten.

Einwohnerabwanderung, Geburtenrückgang und zu wenig Industrieansiedelung sind die Schlagworte zur Begründung eines Stadtentwicklungsplanes, mit dessen Hilfe, Leerstand verringert werden soll. Wird der Stadtteil schrumpfen? Grünau ist ein Teil von Leipzig und wird es auch künftig sein, wenn die Verantwortlichen aus allen Bereichen einen behutsamen und wirtschaftlich sinnvollen Stadtumbau planen, dann geht dies nur mit den dort lebenden Menschen.

M. Wilde, kaufm. Vorstand der WG Unitas
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