Grün-As

Kulki und Zschampert (2)

Nachdem Gespräch mit Herrn Dr. Berthold, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Erholungsgebiet Kulkwitzer See (ZEG), erhielten wir nun die Möglichkeit bei Herrn Artmann, dem Abteilungsleiter für Umwelt im Regierungspräsidium in der Braustraße in Leipzig, noch einige offene Fragen zu stellen.

Bild Besonders interessiert uns die Problematik der Wasserspiegelkonstanthaltung des Kulkwitzer Sees. Das Seespiegel-Niveau soll maximal 114,5 m über Null betragen, damit die Halbinsel nicht gefährdet wird. Bei überschreitendem Wasserspiegel befördert derzeit eine starke Pumpe Tiefenwasser aus dem Kulki in den Zschampert. Da diese Variante sehr kostenintensiv ist, bereitet der ZEG mit der LMBV (Lausitz-Mitteldeutsche Braunkohleverwaltungsgesellschaft) den Bau einer sogenannten Freispiegelleitung als dauerhafte Lösung vor. So könnte überschüssiges Wasser ohne aufwendige Pumpe aus dem See abfließen. Da dass Bachbett bis zum Ortsrand von Miltitz zu hoch liegt, wird ein Tunnelbau bzw. eine Verrohrung und / oder eine Vertiefung des Bachbettes nötig.

Bild Seit 2000 arbeitet man an der Erstellung eines hydrologischen Gutachtens, das Ende Februar 2002 vorliegt. In diesem Gutachten werden Angaben zum voraussichtlichen Wasserzufluss (Niederschläge und Grundwasser) und zur Entwicklung der Wasserqualität zusammengestellt. Auf dieser Grundlage müssen Genehmigungen eingeholt und technische Konzepte realisiert werden. Der Projektentwurf für die Freispiegelleitung soll Ende des Sommers vorliegen. (Das heißt im Herbst berichten wir wieder über den aktuellen Stand.) Für 2003 ist die Durchführung des Baus geplant und die Kosten belaufen sich auf ungefähr eine Million Euro, die mit Mitteln der LMBV getragen werden. Ob dieser Plan umgesetzt werden kann, hängt vom neuen Abkommen zur Bergbausanierung ab. Das alte läuft Ende diesen Jahres aus.

Ein weiteres Problem stellt die Wasserversorgung des Baches von Göhrenz bis Miltitz dar. Die natürliche Quelle des Zschampert wurde bereits vor Jahrzehnten durch den Bergbau zerstört. Das Wasser kam dann aus dem Kraftwerk Kulkwitz. Aber das Kraftwerk arbeitet schon lange nicht mehr. In den letzten Jahren wurde der Bach mit Wasser aus dem See versorgt, das abgepumpt wurde, um zu verhindern, dass die Halbinsel versinkt. Wenn die Pumpe nicht läuft, hat der Bach bis zur chemischen Fabrik in Miltitz kein Wasser. Das Thema Zschampert, so Herr Artmann, gehört nicht zum Bestandteil der Planungen. Dieses Gewässer 2. Ordnung obliegt der Stadt Leipzig / Amt für Umweltschutz mit Unterhaltspflicht und die müsste somit Träger dieses Projektes sein.

Allerdings wäre es wichtig noch 2002 LMBV - Mittel dafür zu beantragen, damit die Rettung des Zschampert in das neue Bund-Länder- Abkommen (2003 - 2007) eingebracht und auch realisiert werden könnte. Das Regierungspräsidium, so Artmann, würde solche Aktivitäten der Stadt begrüßen und unterstützen. Bisher sei ihm aber nicht bekannt, was die Stadt zu unternehmen gedenkt. Viel kann das bisher nicht sein, denn der Weg zum Geld für die Sanierung der Folgen des Braunkohlebergbaues führt über das Regierungspräsidium. Unternimmt die Stadtverwaltung nicht bald etwas, besteht die Gefahr, dass der Zschampert bis Miltitz trocken bleibt. Sobald der natürliche Abfluss läuft, wird nur noch gepumpt, wenn sich die Qualität des Tiefenwassers verschlechtert.

Über das groß angekündigte Entwicklungskonzept für den Kulkwitzer See wollten wir gern etwas erfahren. Laut LVZ - Artikel vom 17.04.01 versprach Bürgermeister Tschense, dass er dem Stadtrat ein Konzept bis zum Herbst 2001 vorlegen würde. Um Antworten zu dieser Thematik zu erhalten, müssen wir wohl an die Stadt herantreten. Auf unsere Fragen nach komplexen Freizeitvorhaben ist nichts bekannt, aus Sicht des Naturschutzes keine Projekte geplant und für die Weiteraufforstung des Markranstädter Waldes die kommunale Planungshoheit zuständig.

Wir bedanken uns bei Herrn Artmann für das informative Gespräch.
Dr. L. Kasek, K. Hofmann

Weiter>>>
Karte