Grün-As

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, vor einem Jahr stellte ich mich in diesem Magazin vor und hatte auch gleich daneben meinen ersten Beitrag »Die Kunst geht nach Brot«, eine Betrachtung zum Grünauer Maler Klaus-Dieter Jürgen Leidert, der gegenwärtig noch bei der »LIPSIA« mit seiner Ausstellung »LeitArt« präsent ist. Damals versprach ich Ihnen, über die Menschen in Grünau zu berichten, Ihnen besondere Persönlichkeiten vorzustellen oder besondere Ereignisse, Veranstaltungen und Geschehnisse.

Im Großen und Ganzen scheint es mir gelungen zu sein, denn beim Spaziergang durch Grünau werde ich oft auf das eine oder andere angesprochen. Ja, ich gebe es zu, ein Grünauer bin ich noch nicht geworden, obwohl ich kurz davor stand. Aber ich habe immer mehr Gefallen an diesem Stadtteil gefunden und ich hoffe, dass sich das noch steigern wird. Viele meiner Beiträge stammen aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Stadt Leipzig. Mal war es der ZENSUS, die Bürgerbefragung, ein anderes Mal die Befragungen zum Mietenspiegel der Stadt Leipzig, die mich mit vielen Menschen reden ließen und mir so einen Einblick in die unterschiedlichsten sozialen Lagen ermöglichte. Dabei lernte ich sehr moderne, heutige Menschen ebenso kennen, wie die tatsächlich so bezeichneten »Gestrigen«, die aus ihrer Sofaecke und dem Fernseher nicht heraus finden und glauben, es wird sich schon alles fügen. Dem ist aber nicht so.

Die heutige Gesellschaft verlangt mehr, als die der DDR nach aktivem Mittun, nach Beteiligung und nachbarschaftlicher Hilfe. Seltsam, dass sich die Mieter immer mehr voneinander abschotten, oftmals gar nicht mehr wissen, wer neben, über oder unter ihnen wohnt.

Das, liebe Leserinnen und Leser, sollten wir überwinden. Mehr Zuwendung zueinander, schafft neues Vertrauen und auch Sicherheit. Denn: Kenne ich meine Nachbarn und sie mich, werde ich doch ganz anders als Senior auch ein Auge auf ihr Eigentum werfen, wenn sie noch berufstätig sind. Und diesem Prospektverteiler, dem irgendwer die Tür geöffnet hat, werde ich klar machen, dass draußen steht »Bitte keine Werbung«.

Ja, und dann lernte ich sehr Viele kennen, die noch können, aber sich nicht überwinden können. Menschen, die in den Vorruhestand oder den Rentnerstand geschickt wurden, und die ein riesiges Wissen mit sich herumtragen. Jetzt plötzlich wissen sie nichts damit anzufangen. Und dabei sind sie sooo gefragt! Zig Vereine und Organisationen warten nur auf deren Signal. »Kommen Sie zu uns« schreit es förmlich aus allen Einrichtungen. Lassen Sie Ihr Können nicht veröden! Gehen Sie auf die Vereine und Einrichtungen in Ihrem Wohngebiet zu. Wenn Sie gar nicht anders weiter wissen, wenden Sie sich an die Freiwilligenagentur Leipzig, melden Sie sich im Stadtteilladen. SIE werden überall gebraucht! (Siehe nächste Seite. Die Redaktion)

Und mit diesem Ratschlag danke ich Ihnen für die Treue als Leser und wünsche uns ein gutes zweites Jahr.

Ihr Ditmar-Eckehard Mickeleit
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