Grün-As

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser einen Monat ist es her, dass ich mich an dieser Stelle über die Hartnäckigkeit des Winters ausließ. Nun hat der Frühling endlich Einzug gehalten. Es grünt und buntet bereits im gesamten Stadtteil, besonders natürlich am Kulkwitzer See - dem Naherholungsgebiet für die Grünauer und nicht nur die. Traditionell gilt der Mai als Startschuss für die Saison am Kulki und bereits jetzt sind die Sommermonate restlos ausgebucht, wie von der LeipzigSeen GmbH zu erfahren war.

Dies ein Beleg dafür, wie hoch der See in der Gunst vieler Erholungssuchender steht. Um seine Attraktivität sind gleich mehrere Stellen bemüht. Neben dem Zweckverband, dem die Städte Markranstädt und Leipzig angehören, der IG See und der BI pro Kulki, kümmert sich auch die Leipzig Seen GmbH als Pächter und Verpächter um die Geschicke am See und nahm sich beispielsweise der leidigen Frage der öffentlichen Toiletten an. Mit Beginn der Saison kann sie auf fünf Stellen am hiesigen Ufer verweisen. Wer andere Seen in und um Leipzig kennt, der weiß, dass dies überdurchschnittlich viele stille Örtchen sind. Zudem nutzte der Betreiber das vergangene Winterhalbjahr, um die noch im Urzustand verbliebenen Finnhütten umzubauen und aufzuwerten. Der DDR-Charme ist nun weitestgehend vom Kulki verbannt.

Apropos DDR: Dieser Epoche hatte das NEG einen ganz besonderen Spielplatz zu verdanken. In der Nähe des Schiffes befanden sich vor langer Zeit jede Menge Holzfiguren, die zum Spielen und Toben einluden. Nach und nach verschwanden diese jedoch und der Platz verwaiste zusehends. Nun ist es dank einer privaten Initiative gelungen, Gelder für neue Spielgeräte zu beschaffen. Der Platz wird noch diesen Monat neu bebaut und am 31. Mai feierlich eröffnet (Lesen Sie dazu auch den Artikel auf Seite 16).

Natürlich stellt sich bei derartigem Engagement und finanziellen Aufwand die Frage, wie der Platz zukünftig vor Vandalismus geschützt werden kann. Denn der Kulkwitzer See hat aufgrund seiner besonderen Lage - nah an der Wohnbebauung - ein massives Problem: Ordnung und Sicherheit. Erst im April machte ein Fall am See Schlagzeilen. Da starb ein junger Mann im 7 Grad kalten Wasser, nachdem er mit zwei Freunden einen kaputten Wassertreter stahl und eine abendliche Runde drehte. So ein tragisches Ende haben glücklicherweise die wenigsten solcher Vorfälle.

Aber unangeleinte Hunde, Vandalismus mit erheblichen finanziellen Schäden, Ruhestörungen, Körperverletzungen und Diebstähle sind Themen, die nicht nur die Besucher des Sees bewegen. Die IG See ist gemeinsam mit Anliegern derzeit um eine bessere Kooperation mit der Polizei bemüht (Näheres können Sie in einer unserer Juni-Ausgaben lesen).

Bei aller Problematik: Der Kulki und alle seine Liebhaber haben vor allem in diesem Jahr einen Grund zu feiern: Grünaus Badewanne rundet nämlich. Offiziell begeht der See im August seinen 40. Geburtstag und tut dies im Rahmen einer fulminanten Festwoche, bevor im September dann das ehrgeizige Bauprojekt der Promenaden am Markranstädter Ufer übergeben wird.

Davon abgesehen ist natürlich wie gewohnt jede Menge los am See. Neben diversen Angeboten der Taucher, Segler, Surfer und Angler (alles einzusehen unter www.kulkwitzersee.com/services/events) findet im Juli sowohl der alljährliche Swim & Run (6.7.) als auch der LVB-Triathlon (27./28.7.) statt und im September können Picknickfans wieder den Rodelberg besteigen - auch dies bereits eine feste Tradition im Veranstaltungskalender des Sees. Da bleibt mir nur, Ihnen eine ereignisreiche und schöne Saison am Kulki zu wünschen.

Ihre Klaudia Naceur
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