Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Stolpersteine

für Berta Rosenfeld und Rosa Szyja

Bei der Erforschung ihrer Schulgeschichte stießen Lehrer Rainer Noack und Schüler Ron Leuchtemann, später mit fünf weiteren »Detektiven der Geschichte«, auf 12 Namen von jüdischen Schülerinnen, die während der Zeit des nationalsozialistischen Regimes an der Leipziger Max-Klinger-Schule unterrichtet wurden. Nach weiteren Recherchen kam heraus, dass die Familien von zwei jüdischen Schülerinnen direkte Opfer der Nationalsozialisten waren und ermordet wurden: Berta Rosenfeld und Rosa Szyja (siehe auch: 12 leere Stühle - 12 Schicksale).

Berta Rosenfeld besuchte zwischen 1931 und 1932 die Max-Klinger-Schule. Das Mädchen lebte in der Karl-Heine-Straße 47. 1938 wurden das damals erst 17-jährige Mädchen und ihre ganze Familie nach Polen zwangsumgesiedelt. Nach vier Jahren dort wurde die Familie in das Vernichtungslager Belzec deportiert und, bis auf einen der Brüder, umgebracht.

Rosa Szyja besuchte die Max-Klinger-Schule von 1930 bis 1934. Die jüdische Familie wurde 1938 nach Lodz in Polen abgeschoben. Dort starb 1940 die Mutter von Rosa Szyja im Ghetto Litzmann. 1944 wurde die restliche Familie ins Konzentrationslager in Auschwitz gebracht und bis auf Robert Szyja ermordet.

Anfang Juli rief die Projektgruppe »Schulgeschichte« der Max-Klinger-Schule und der Vorstandes des Fördervereins Max-Klinger-Schule e.V. zu einer Spendenaktion auf. Für Berta Rosenfeld und Rosa Szyja und deren Angehörigen sollen am 9. September 2014 13 Stolpersteine direkt vor ihrem jeweiligen letzten freiwilligen Wohnort gesetzt werden, um die Erinnerung an die Opfer des Nazi-Regimes wachzuhalten und somit diesen Menschen die Chance zu geben, in unserem Gedenken weiter zu leben.

Das Kunstprojekt der Stolpersteine wurde von Gunter Demnig, einem Kölner Künstler, ins Leben gerufen. Es existiert seit 1992 und soll als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, aber auch als Mahnung für die Verbrechen dieser Zeit dienen. Jeder Stolperstein besteht aus einem Betonstein und einer 10 x 10cm großen Messingplatte als Oberfläche, die in den Fußweg eingelassen wird.

Die Projektgruppe und der Förderverein möchte nun allen danken, die zur Finanzierung der 13 Stolpersteine beigetragen haben: Schüler (vor allem die Klassen 7/2, 8e, 9d und 10d), Eltern und Lehrer sowie ehemalige LehrerInnen und SchülerInnen der Max-Klinger-Schule, das Reiseunternehmen Vividus Bildungs- und Reise GmbH und die Goethe-Apotheke in Böhlitz-Ehrenberg, sowie die Bank ING-DiBa.

Weiterhin die Bundes- und Landestagsabgeordneten Dr. Thomas Feist (MdB/CDU), Daniela Kolbe (MdB/SPD), Monika Lazar (MdB/Die Grüne), Wolfgang Tiefensee (MdB/SPD), Cornelia Falken (MdL/Die Linke), der Verein der Bundestagsfraktion »Die Linke« e.V., die Stadträtinnen der Fraktion »Die Linke« von Leipzig Dr. Ilse Lauter und Carola Lange, sowie von weiteren Freunden der Max-Klinger-Schule.

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