Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Montecity - Riesenspaß und echte Herausforderung für kleine Bürger und große Helfer

Grünauer Grundschüler leben in eigener Stadt

Hintergrund Kinderspielstadt: Das Projekt Kinderspielstatt ist eine Initiative des Vereins KinderZeit und wurde 2007 nach dem Vorbild aus Baden-Württemberg das erste Mal im Leipziger Raum in Belgershain durchgeführt. Das Konzept ist so einfach wie genial: Kinder gründen ihre eigene Stadt, wählen ihren Bürgermeister, arbeiten in eigenen Firmen, bekommen dafür Geld und können dies in der Stadt wieder ausgeben, organisieren sich das Leben mit allem was dazu gehört: Geschäfte, Handwerksbetriebe, Cafés, Bank Rathaus, Arbeitsamt, Arzt, Polizei, Feuerwehr... Seither organisiert der 2008 gegründete Verein unter Leitung von Heike Schüürmann, jährlich mindestens eine Kinderspielstadt im näheren Umland. Neben dem Spaß, der während der einwöchigen Kinder-Machtübernahme garantiert ist, hat das Projekt aber auch einen durchaus tieferen Sinn: So bietet die Spielstadt mit ihrem großen Erfahrungsfeld neben dem unmittelbaren Erleben auch die Reflektion über ihre demokratischen und politischen Strukturen sowie ein Hinterfragen getroffener Entscheidungen. Damit eng verknüpft ist das Erfahren und Erlernen von sozialen Kompetenzen.

Bereits Tage vor Start des Projektes gab es allen Grund zur Diskussion in der Montessori-Schule Leipzig. Wie soll unsere Stadt heißen? Haben wir eigenes Geld und ja, welches? Darf ich mir meinen eigenen Beruf und Arbeitsplatz auswählen? Bekomme ich gerechten Lohn? Und wer wird die Kinderspielstadt regieren?

Rund 200 Grundschüler und über 70 Helfer ließen sich ab Montag auf das Experiment MONTECITY ein und gaben eine Woche lang ihr Bestes. Wer sich morgens auf dem Arbeitsamt gemeldet hatte, bekam einen MONTECITY-Pass mit Lohnnachweis und konnte sich in einer der 20 Berufsstellen zu zweistündiger Arbeitszeit melden.

Und die Auswahl konnte sich dank der engagierten erwachsenen Helfer durchaus sehen lassen: Bastelstube, Bank, Buchverlag, Wachdienst, Sanitäter, Blumenladen, Fotostudio, Post, Juwelier, Optiker, Bauhof, Nähstübchen, Bäckerei, Schneiderei ... Sogar eine Redaktion gab es, mit MONTE-Radio und MONTETV und einer täglichen MONTECITY-Zeitung (mehr auf der nächsten Seite).

Auch, wenn in den ersten Stunden noch nicht gleich alle Kinder alle Möglichkeiten ihrer schönen eigenen Stadt durchschaut hatten, waren sie doch am zweiten Tag bereits clevere MONTECITY-Bürger.

Wählten bewusst ihre persönliche Arbeitsstelle. Nahmen am zehnminütigen Betriebssport auf der riesigen aufblasbaren Hüpfburg teil, ehe sie nach der Frühstückspause noch einmal den Arbeitsort tauschten. Und schauten nach dem Mittagessen beim Arbeitsamt genau hin, wenn sie ihre Mäuse Lohn gutgeschrieben und bei der Bank bar ausgezahlt bekamen.

So ein Arbeitstag sollte nicht nur Spaß machen und Erfolg bringen. Die Kids wollten ihre Mäuse auch ausgeben. So ein kleiner Shoppingbummel nach wohlverdientem Feierabend ist schließlich ein Knüller.

Das interaktive Zusammenspiel der verschiedenen Gewerke, Bürger und Behörden ist den Kindern mit leichter Hand und mancher schwitzigen Minute lebensnah vermittelt worden. Ein einwöchiges Abenteuer, auf das sich Lehrer, Eltern, Helfer und Gäste gern eingelassen und bei dem die kleinen Bürger MONTECITY's spielerisch viel gelernt und ausprobiert haben.

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