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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Erholung am Kulki – mit Sicherheit!?

Runder Tisch zum Saisonstart

Wie sicher ist es eigentlich an Grünaus Badewanne? Subjektiv nimmt dies gewohnheitsgemäß jeder anders wahr. Während gelegentliche Sonntagvormittag-Spaziergänger wohl kaum klagen dürften, haben tägliche Besucher, Anlieger und Betreiber einen geschärften Blick für gewisse Mängel, Unzulänglichkeiten und Optimierungsbedarfe.

Genau diese sollten zum Runden Tisch am 7. April in der Schiffsgaststätte zur Sprache kommen. Initiiert hatte das Treffen die IG Kulkwitzer See – vertreten durch Siegfried Kluge. 15 Personen, darunter auch der Leiter des hiesigen Polizeireviers Uwe Greischel, Bürgerpolizisten aus Leipzig und Markranstädt sowie Vertreter des Ordnungsamtes, folgten dieser Einladung. Allein schon das darf als Beleg für ein hohes Interesse am Thema Ordnung und Sicherheit im Naherholungsgebiet gewertet werden.

Der einleitende kurze Rückblick auf das vergangene Jahr, den Simone Kabisch von der Betreibergesellschaft LeipzigSeen gab, ließ zunächst eine positive Tendenz vermuten: Die Vandalismusschäden seien weniger geworden, sogar die Spielplätze hätten »gut überlebt«, Schmierereien konnte man durch eigene Graffitigestaltung beispielsweise an den Toilettenhäuschen zuvorkommen.

Daran schließt sich jedoch ein großes »Aber« an oder besser gesagt, viele kleine: Aber es gab diverse Einbrüche und Einbruchsversuche. Aber mittlerweile sind sämtliche Parkautomaten rund um den See geplündert und völlig demoliert – trotz modernster Technik auf Markranstädter Seite hatte dies einen Schaden von über 15.000 Euro zur Folge. Vom Einnahmeverlust ganz zu schweigen.

Aber es häufen sich die Diebstähle von jeglichem Metall, das nicht niet- und nagelfest ist. Aber es entstehen durch illegale Feuerstellen und der Abholzung von Bäumen sowie Verbrennen ganzer Holzbänke enorme Schäden. (Klinkenwirt Mike Seifert: »Im Sommer brennt der gesamte Strand lichterloh und keiner kontrolliert.«)

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Vandalismus am See

Einen Grund für all diese Vorkommnisse sieht nicht nur Schiffswirt Volker Uhlendorf in der unzureichenden Beleuchtung. »Wo es dunkel ist, zieht es Leute an, die nichts Gutes im Schilde führen.« Licht sei aus seiner Sicht eine günstige vorbeugende Maßnahme gegen Kriminalität und Vandalismus. In Eigenregie hatte Uhlendorf im vergangenen Jahr den kleinen Leuchtturm am Schiff reaktiviert. Dieser sendet nun wieder Signale, bleibt dabei aber leider die Aus nahme. Denn dem Wunsch nach einer Rundum-Lichtversorgung entlang der Wege will und kann die LeipzigSeen nicht entsprechen.

Die vorhandenen Lampen seien ein Relikt aus DDR-Zeiten, so Kabisch. Gerade weil der Vandalismus so groß ist, hätte der Zweckverband einst entschieden, die Beleuchtung einzustellen. Das sei im Übrigen auch an anderen Seen der Umgebung gängige Praxis. Enttäuschung ob dieser klaren Absage äußert Peter Nevermann vom Bootsverleih Wittig eindringlich. Allein im vergangenen Jahr sei er zweimal auf seinem Heimweg überfallen worden. Unisono wünscht man sich in dieser Runde mehr Polizeipräsenz – auch in den Abendstunden.

Polizeioberrat Greischel indes hebt die Hände: »Wir würden ja gerne, aber die Realität ist so, dass wir keine Streife mehr fahren, sondern von Notfall zu Notfall hetzen. Glauben Sie mir: Gemessen an den Vorkommnissen im Grünauer Zentrum und am Allee-Center ist das hier alles harmlos.« Trotzdem rät er, jeden Vorfall konsequent zur Anzeige zu bringen. »Wenn wir den Leuten habhaft werden, können sie auch schnell mal Polizei- und Feuerwehreinsatz bezahlen. Das sind zwar Nadelstiche, die sich aber herumsprechen und abschrecken«, appelliert Greischel an die Aufmerksamkeit aller See-Anrainer und Besucher. Ebenso wünscht er sich, dass besser auf die Funktionalität der Polleranlagen geachtet wird.

Dabei spricht er ein nächstes Aufreger-Thema an: Motorisierter Verkehr, wo eigentlich keiner sein sollte. Zwar hält man mit Pollern keine Mopedfahrer davon ab, rasant die Fußwege entlang zu brettern, aber Autos, die aus reiner Bequemlichkeit oder wegen der guten Beschallung direkt in Ufernähe abgestellt werden, dürften sie probat den Weg versperren.

Wären da nicht dreiste Diebe, die diese Barrieren einfach stehlen (die Kosten pro Neuanschaffung liegen übrigens pro Poller bei zirka 200 Euro), clevere »Wegbahner«, die den Mechanismus der Anlage lahm legen oder unachtsame Rettungskräfte, die ganz einfach vergessen, entfernte Poller nach ihrem Einsatz wieder aufzustellen. Da seien laut Polizei und Ordnungsamt wachsame Augen gefragt. Darauf setzt auch Simone Kabisch. Der Betreiber kooperiert mit einem Abschleppunternehmen.

Wild parkende Fahrzeuge werden rigoros abgeschleppt, sobald sie bei LeipzigSeen unter Angabe des Fahrzeugtyps, der Farbe und des Kennzeichens gemeldet wurden. Während Autos am Strand als eher lästig oder ruhestörend empfunden werden, versetzen unangeleinte Hunde manche Menschen in echte Panikattacken und sorgen zudem auch für den einoder anderen Zwischenfall mit Radfahrern, Badegästen oder Fußgängern.

Laut Polizeiverordnung der Stadt Leipzig gilt im Bereich des Kulki-Ostufers (also auf Leipziger Territorium) Leinenzwang. Um darauf hinzuweisen wurden auch mehrere Schilder installiert. Vermisst werden allerdings jene, die auf den einzigen Hundestrand – einen kleinen Abschnitt am Lausener Ufer – hinweisen. Nicht zuletzt darin sahen einige Anwesende den Grund, dass immer mehr Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern den normalen Badestrand aufsuchten.

Zur Problematik äußerte sich auch Uwe Greischel: Aus seiner Sicht seien die Gegebenheiten am Hundestrand völlig ungeeignet für Hunde und Probleme vorprogrammiert. Simone Kabisch nahm diese Kritik dankend auf und kündigte an, unter fachlicher Beratung nach einer besseren Lösung zu suchen und bis dahin für eine optimierte Ausschilderung des Strandabschnittes zu sorgen.

Letztendlich sprachen sich alle Beteiligten für regelmäßige Treffen dieser Art aus. Nur so könne man sich schließlich gegenseitig auf dem Laufenden halten und Problemlagen im direkten Miteinander klären. Der Schlusssatz des Tages lautete: »Wünschen wir uns eine gute und sichere Saison.«

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