Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Helden – Heroes – Superheroes For Green Now

Sind Catwoman, Batman & Co noch zu retten?

»Das Theatrium«, freut sich Projektleiter David Schönherr, »bietet Kindern und Jugendlichen einen unendlich kostbaren Ort: eine Bühne – zum Spielen, Lachen, Weinen, Rumblödeln, Ausflippen, Normalsein, Fantasieren, Zusammenarbeiten und unendlich viel mehr.« Soweit. Sosehrschön.

Das Spielzeitmotto 2014/15 ist schnell ausgegeben – »Helden«. Welchem Comic-Fan würde das kein Lächeln entlocken. Die Eingefleischten unter ihnen allerdings schwören auf die gedruckten papiernen Hefte. Kult die Zeiten des tagelangen Wartens auf die nächste Folge. Des mitfiebernden Lesens unter der Bettdecke. Heimlich. Nachts. Verborgen. Genau wie die geliebten Protagonisten.

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Seit Jahren ist diese Intimität aufgebrochen durch flatterbunte Bilder der Geldmaschine Hollywood. Hatte sich der Hype erst durch Serien und Kinos gearbeitet, ist er nun wohl auch im Theater angekommen. Im Theatrium. Soviel künstlerische Freiheit muss wohl sein. Das Theatrium fasst diese Diskussion im Vorfeld schon mal abschließend zusammen: Unsere Zeit braucht Helden.

Ach was!? Und wie, bitte, müsste so ein Held sein? Oder auf gar keinen Fall? Was macht einen Menschen überhaupt zum Helden? Sind es auffällige Kostüme und spektakuläre Stunts, wie man sie von Superman oder Batman gewohnt ist? Oder ist vielleicht doch eher der stille Mann von nebenan ein Held, der seinen Alltag meistert, obwohl er alleinerziehender Vater von drei Kindern ist? Die Heldensucher fragen schon mal nach.

Projektleiter Ricardo Endt und Projektassistentin Sophie Weigelt verraten aber nix: »Noch kennt keiner die Superhelden von Grünau.« Und doch ist die Frage eigentlich im Titel bereits beantwortet – in »Green Now«, dem Vorort mit zweifelhaftem Ruhm, wird kein gescheitelter Hausmeister zum Helden mutieren.

Für »Green Now« braucht's dann schon konsequent Glamour. Und daher gern auch mal die Atmosphäre der »Heizhaus«-Skaterhalle. Helden. Heroes. Grünau. Green Now. Mit nur noch Restcharme der Platte. Mit all ihren Rampen. Rundumspiel erlaubend.

Die Zuschauer mittendrin – stehend? Na hoi. »Heute braucht es Menschen mit Ideen und Menschen, die sich von einer Idee anstecken lassen und dadurch den Mut finden, Neues auszuprobieren.« So die Internet-Botschaft der Theater-Macher. Einverstanden.

Dennoch. »Grünau« steht trotz neuenglischer Innovation und kräftig durchmischter medialer Interpretation immer noch für Bodenhaftung. Freuen wir uns auf einen Theater-Abend, von dem mehr Erfreuliches bleibt, als Grünau mit neuer Endung – o – w.

Karten für den Premierenabend am 20. Juni, 19 Uhr sowie die weiteren Vorstellungen, gibt es wie gewohnt direkt im Theatrium oder unter theatrium@gmx.de.

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