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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Sachspenden für Bedürftige

Zivilgesellschaft stellt sich ihrer Aufgabe

Deutschland steht derzeit nicht mehr vor, sondern mitten in der Bewältigung einer herausfordernden Aufgabe. Nicht nur die Politik, nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Zivilgesellschaft ist aufgefordert, das ihrige beizutragen.

Leipzig hat nicht erst seit dem Herbst 1989 eine starke Bürgerschaft. Schon immer wurden die Geschicke der Stadt maßgeblich durch die Menschen geprägt, die hier wohnen. Insofern steht die Leipziger Zivil gesellschaft dafür, die Probleme zu erkennen und lösungsorientiert anpacken zu können.

Ein Beispiel dafür ist die Sachspendenzentrale Leipzig, ein Projekt des Flüchtlingsrats Leipzig e.V. und der Johanniter-Akademie Leipzig. Seit dem 17. September ist sie im von den LVB zur Verfügung gestellten Straßenbahnhof Leutzsch beheimatet.

Anlass für das Projekt war die Eröffnung der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Ernst-Grube-Halle. Diese, wie auch die Notunterkünfte in der Messehalle 4 und der General-Olbricht-Kaserne sind zur Entlastung der überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz eingerichtet worden. Die Menschen, die sich jetzt in den Leipziger Notunterkünften befinden, warten auf ihre Chemnitzer Behördentermine und werden anschließend den sächsischen Landkreisen und Kreisfreien Städten zugeteilt.

Die wenigsten von ihnen werden in Leipzig bleiben – dennoch nahm und nimmt die hiesige Zivilgesellschaft ihre Verantwortung wahr und hilft auch hier. Täglich sortieren bis zu 35 Ehrenamtliche die eingehenden Jacken, Hosen und Schuhe. In über 180 einzelnen Stationen lagern hier bisher rund 20 Tonnen, täglich werden über 100 Kisten zur Abholung durch soziale Einrichtungen bedarfsgerecht bereitgestellt.

Unter diesen Einrichtungen sind unter anderem die Not- und Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge des Landes und der Kommune, die SZL, die sich um Obdachlose und Suchtkranke kümmert und der kommunale Kinder- und Jugendnotdienst.

Die Ausgabe der Sachspenden erfolgt nicht nach dem Prinzip »Wünsch dir was« sondern entsprechend der Bedarfsmeldungen der Einrichtungsleitungen. Nur so können wir eine Grundversorgung sicherstellen. Das ist gerade bei den Flüchtlingen, deren erste Station in Deutschland Leipzig ist notwendig, denn die meisten von ihnen erreichen die Notunterkünfte nur mit dem, was sie am Körper tragen. Hier ist die Hilfe nicht nur hilfreich, sondern unabdingbar.

Denn sie bedeutet nicht nur, dass die Menschen trockene, wärmende Kleidung erhalten, sondern hilft auch, den sozialen Frieden in den Massen-Notunterkünften zu wahren. So hilft die Leipziger Zivilgesellschaft effizient und lösungsorientiert und zeigt, dass aktuell 5.400 Flüchtlinge bei 560.000 Einwohnerinnen und Einwohnern keine Katastrophe sind, sondern eine Aufgabe darstellen, die Leipzig nicht nur schaffen kann, sondern schaffen wird – sonst wäre Leipzig nicht Leipzig.

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