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Radfahren in Leipzig

Leipzig hat in den beiden zurückliegenden Jahren rund 2,5 Millionen Euro für Radwege und Radstreifen, Anlehnbügel und Bike-and-Ride-Anlagen sowie für Ampeln, Markierung und Beschilderung ausgegeben. Das geht aus dem jüngsten Bericht des Radverkehrsbeauftragten der Stadt zur Umsetzung des Handlungskonzeptes zur Förderung des Radverkehrs hervor.

»Diese Zahl ist ein Zeichen dafür, dass es möglich ist, auch in Zeiten knapper Kassen die Bedingungen für das Radfahren in der Stadt zu verbessern«, kommentierte Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau. »Bau oder Sanierung von Radwegen und Radstreifen sind fester Bestandteil bei unseren großen Straßenbauprojekten.« Leipzig, so schätzte er weiter ein, habe bereits eine weite Wegstrecke hin zum Ziel einer fahrradfreundlichen Stadt zurückgelegt. »Vor 1989 gab es nur 70 Kilometer Radwege bzw. Radstreifen. Inzwischen sind es alles in allem 270,5 Kilometer, die 48 Kilometer in den eingemeindeten Ortsteilen mit gerechnet.«

Als Zeichen für die gestiegene Attraktivität des Radfahrens in Leipzig kann die Zahl der Fahrräder in der Stadt gewertet werden. Sie stieg in den Jahren 1998 bis 2003 von 233 000 auf 367 000. Rund 12,4 Prozent aller Wege und Fahrten in Leipzig werden mit dem Rad erledigt. Das ermittelte 2003 die TU Dresden in einer repräsentativen Befragung. In einer 2004 veröffentlichten Umfrage des Bundesumweltamtes und des ADFC unter Radfahrern wurde Leipzig zur fahrradfreundlichsten Stadt Ostdeutschlands gekürt. Als Mängel bezeichneten die Befragten die Auswirkung von Baustellen auf den Radverkehr. Der ADAC-Test »Radfahren in Städten« hob die Strategie der städtischen Radverkehrsförderung in Leipzig lobend hervor, kritisch bewertete er das Serviceangebot und Lücken im Radwegenetz. Neben dem weiteren Ausbau des Radwegenetzes und dem Schließen noch bestehender Lücken verfolgt die Stadt weiter ihre Politik der Öffnung geeigneter Einbahnstraßen für den Radverkehr. Seit Juli 2004 wurde in 21 weiteren Fällen die Öffnung bereits durch die Straßenverkehrsbehörde angeordnet. Die Öffnung von 49 weiteren Einbahnstraßen ist auf den Weg gebracht.

Entwicklung der Infrastruktur des Radverkehrs

Im Jahr 2003 entstanden in Regie des Tiefbauamtes 16,1 km Radwege und Radfahrstreifen. Schwerpunkte waren der Industriepark Nord (ca. 9,7 km), die Nordtangente Schönefeld (ca. 1,5 km von Hermann-Liebmann-Straße bis Kohlweg), der Knoten Riesaer Straße / Theodor-Heuss-Straße (ca.1,2 km) und der Nonnenweg (ca. 1,1 km). Bike-and-Ride-Anlagen entstanden an den Straßenbahnhaltestellen Miltitz, Böhlitz-Ehrenberg und Ratzelstraße / Krakauer Straße sowie an den S-Bahn- Haltepunkten Connewitz und Lindenau. Insgesamt wurden rund 1,3 Millionen Euro investiert.

Im Jahr 2004 wurden 11,4 km Radwege und -streifen gebaut. Schwerpunkte im Radwegebau waren die Schönauer Straße (ca. 2,5 km), die Eisenbahnstraße (ca. 2,7 km), die Lindenthaler Straße (ca. 980 m), die Friedrich-Ebert-Straße (870 m), die Hermann-Liebmann-Straße (ca. 680 m), die Marschnerstraße (620 m), die Slevogtstraße (610 m), die Brandiser Straße (ca. 580 m), die »Grünen Gleise Plagwitz« (290 m) und die Lange-Trift in Lindenthal (160 m).

An den Straßenbahnhaltestellen Hermelinstraße und Paunsdorf-Nord entstanden Bike-and-Ride-Anlagen. Insgesamt investierte die Stadt rund 1,2 Millionen Euro. Auch im Grünen wurde für die Radler gebaut. 2003 und 2004 entstanden in Regie des Grünflächenamtes u.a. als Teil des Elsterradweges 1,6 km auf dem Luppedeich (Heuweg bis Gustav.-Esche-Straße), 800 m Radweg nördliche Rietzschke (Max-Liebermann-Straße - verlängerte Virchowstraße), 800 m Hauptweg im Lene-Voigt-Park (ehemaliger Eilenburger Bahnhof) und 700 m Pleißeradweg (Brücke am ehemaligen Connewitzer Bad bis Stadtgrenze). Weiterhin wurden 1,4 km Elsterradweg am Westufer des Cospudener Sees (Lauerscher Weg bis Ritter-Pflugk-Straße) sowie ein Teil des Partheradweges (Kiebitzstraße, 1 km) asphaltiert.

Für 2005 ist Radwegebau vor allem im Zusammenhang mit der Fertigstellung und dem Neubeginn größerer Straßenbaumaßnahmen (vorbehaltlich der Zustimmung durch die Ratsversammlung) geplant. Das betrifft die Radwege am Goerdeler- und Tröndlinring, in der Jahnallee (Jacob- bis Leibnizstraße), in der Lützner Straße (Zschochersche Straße bis Odermannstraße), in der Rückmarsdorfer Straße, am Johannisplatz, in der Prager Straße (Kregelstraße bis An der Tabaksmühle). Aber auch unabhängig vom Straßenbau werden 2005 Radwege gebaut. Dies betrifft vor allem den Weiterbau des Elsterradweges am Cospudener See (Ritter-Pflugk-Straße bis Bistumshöhe) und des Radweges in der Dieskaustraße (Ethel-und-Julius-Rosenberg-Straße bis Seumestraße).
Info: Dezernat Stadtentwicklung und Bau

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