Grün-As

Ausstellung im KOMM-Haus

»Ein Teil der Bilder bin ich selbst«

Das KOMM-Haus beherbergt derzeit eine Ausstellung, der besonderen Art. Das, was sie so besonders macht, sind nicht etwa die unterschiedlichen Maltechniken und Motive. Die Besonderheit erschließt sich auch nicht unbedingt gleich auf den ersten Blick, sondern bedarf eines zweiten, genaueren Hinsehens. Ohne jeden Zweifel werden die Bilder jedoch zur echten Faszination vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte und vor allem durch ihre Schöpferin Elke Höbler. Das Malen ist nicht nur ihre Leidenschaft sondern für sie eine Form der Therapie, denn Elke Höbler leidet unter MPS. Sie ist eine Multiple Persönlichkeit.

»Meine ersten Erfahrungen auf künstlerischem Gebiet habe ich vor neun Jahren in einer anthroposophischen Malgruppe gemacht, später habe ich dann noch eine zusätzliche Maltherapie absolviert«, erzählt Elke Höbler. Eine künstlerische Ausbildung hat die 53-jährige Mutter nie gemacht. Die Bilder kommen im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrem Inneren, verselbständigen sich mitunter, decken Geschichten auf und verwischen sie doch gleichzeitig wieder. Keines der Gemälde und Zeichnungen hat nur das eine, augenscheinliche, Motiv, welches der Betrachter zu sehen glaubt.

Wenn Elke Höbler Personen aufs Papier bringt, malt sie sich oftmals selbst. So sieht sie sich als Tänzerin, traurigen Flötenspieler oder Kind. Dies sind die letzten drei und für sie gleichzeitig die schönsten Bilder, die sie geschaffen hat. Aber egal, ob verträumte Landschaften, Tiere oder Abstraktionen - die Darstellungen interpretieren sich zumeist selbst.

Mit der Ausstellung wagt die mutige Frau nun erstmals den Schritt in die Öffentlichkeit. »Eigentlich musste ich eher dazu überredet werden«, gibt Elke Höbler zu. »Meine Freundin Heike Müller hat mich immer wieder ermuntert und mir den nötigen Auftrieb gegeben. Dafür bin ich ihr wirklich sehr dankbar.«

Unterstützung fand und findet die Künstlerin, die sich selbst gar nicht so bezeichnen mag, auch durch ihre Schwester, Elvira Fiedler. »Das erste Bild von Elke, was ich gesehen habe, hat mich sofort fasziniert. Ich freue mich, dass die Ausstellung zu Stande gekommen ist, weil ich denke, dass es für die Besucher interessant und für meine Schwester wichtig ist«, erzählt Elvira Fiedler. Damit dürfte sie letztlich Recht haben.

Am Dienstag, den 7. Juni, 19 Uhr findet im KOMM-Haus die offizielle Eröffnungsveranstaltung in Form eines Informationsabends statt. Elke Höbler spricht über ihre Werke und deren Entstehung. Interessierte Besucher sind herzlich dazu eingeladen. Zu sehen sind die Bilder voraussichtlich noch bis zum Ende des Monats.
Klaudia Naceur

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