Grün-As

Kunst im öffentlichen Raum

Haben Sie eigentlich auch immer geglaubt dass sich das Wort »Kunst« von »können« ableitet? Also ich schon. So ganz falsch ist das auch gar nicht. Denn der lateinische Begriff »ars« bedeutet nichts anderes als Geschicklichkeit oder Fertigkeit - was ja letzten Endes ebenfalls irgendwie gekonnt sein muss. An der Kunst scheiden sich seit jeher die Geister, denn sie unterliegt der ganz subjektiven Betrachtung des Einzelnen. Als Kunststück würde ich beispielsweise eher eine Reise nach Heiligendamm Anfang Juni bezeichnen als die kakelbunten Bilder von Herrn Fischer, die man allerorts in Leipzig zu sehen bekommt.

Kunst ist Geschmacksache und über Geschmack lässt sich bekanntermaßen trefflich streiten. Manch böse Zungen behaupten zwar, dass es nur eines finanzkräftigen und / oder prominenten Förderers bedarf, der einen Künstler beziehungsweise eine bestimmte Stilrichtung gezielt unterstützt und somit bekannt macht. Denn der Mensch ist ein eigenartiges Wesen. Das Gros dieser Gattung findet das hipp, was eben gerade hipp ist - egal, wie schrecklich es ihnen vielleicht erscheinen mag. Gern erinnere ich mich an Hape Kerkelings »Hurz«-Sketch, in dem er einem kunstinteressierten Publikum eine angeblich zeitgenössische Oper präsentiert, es damit schlichtweg veralbert und selbiges anfängt, pseudo-intellektuell über dieses Stück zu diskutieren - Keine Frage - ein Glanzstück der Demaskierung derer, die sich selbst als Kunstkenner betiteln.

Apropos Diskutieren: Das muss man heutzutage immer und über alles. Wer über Kunst nicht reden kann oder will oder gar zugibt, damit nichts anfangen zu können, gerät schnell in den Verdacht, keine Ahnung zu haben. So etwas sollte man deshalb höchstens hinter vorgehaltener Hand und nur im Kreise engster Vertrauter erzählen. Denn nichts lastet schwerer als der Makel der Unkenntnis oder des Nichtverstehens. Nun ist es eigentlich gar nicht so schlimm, Kunst nicht zu verstehen. Mit den Worten meiner Freundin (angehende HGB-Studentin) zu sprechen, sollte aber zumindest der Künstler selbst seine Werke erklären können beziehungsweise wissen, was Kunst bedeutet. Ich weiß nicht, ob sie es kann. Falls ja hat sie sogar dem großen Picasso einiges voraus. Der konnte es nämlich nach eigenen Angaben nicht. Herr Art Fischer dagegen sehr wohl. Er verspottet mit seinen streitbaren Werken in unnachahmlich arroganter Art seine Anhängerschaft. Allerdings gibt er das nur zu, wenn er sich unbelauscht glaubt. Egal: Den Kunstkonsumenten gefällt es. Und nur darum geht es ja letztlich. (Die Geschichte geht weiter)

Klaudia Naceur
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