Grün-As
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Kolonnaden Vielerl-Ei

Abschluss des ersten Bauabschnitts des Projektes »Kolonnaden Alte Salzstraße«

Wo befindet sich das Oster-Versteck 2008? Mit diesem Aufruf wurde im April 2007 die Anwohnerschaft der Pro Leipzig zur Mitwirkung an der Planung des Gemeinschaftsgartens »Kolonnaden Alte Salzstraße« auf der Rückbaufläche Alte Salzstraße 125-129 aufgefordert. Es etablierte sich daraufhin schon bald der Kolonnaden- Stammtisch mit hoch engagierten Anwohnern, die sich in wöchentlichen Treffen aktiv an der Planung des Gemeinschaftsgartens beteiligten und in das Projekt zahllose gute Ideen und viel Herzblut einbrachten.

Am Freitag, dem 14. März war es nun tatsächlich so weit: Der Stammtisch hat mit viel Freude die erste Kolo-Ei-Suche auf dem Gelände organisiert und damit zugleich den Abschluss des ersten Bauabschnitts gefeiert. Nachbarn, Hort- und Schulkinder der Friedrich-Fröbel- Grundschule und die im September beim Wohngebietsfest ausgelosten Baumpaten samt deren Patenkinder suchten »Kolo-Eier«, haben in einer großen Feuerschale Pfähle für die Gartengestaltung geköhlert und tatkräftig geholfen, die Patenbäume zu pflanzen. Schon in den letzten zwei Monaten konnten sich die Grünauer entlang der neu erstellten Wegeverbindung von der Mannheimer Straße zur Alten Salzstraße ein Bild vom zukünftigen Gemeinschaftsgarten, der über das Ex-WoSt Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert wird, machen.

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Kolo-Ei

Auf besonders positive Resonanz stießen dabei die aus recycelten Gehwegplatten entstandene Trockenmauer, der neue »Dreckspatz«, der auch Glas- und Altkleidercontainern Platz bietet, sowie die Teichanlage mit Bachlauf, die den Mittelpunkt des Gartens bildet.

Gespannt können nun alle auch auf die Entwicklung der Pflanzenvielfalt sein, die mit der Pflanzung seltener Bäume wie einem Gingko und einem Blauglockenbaum eingeläutet wurde. Duftschlucht, Steingarten, Uferbepflanzung und Pflanzfelder werden das reiche Spektrum erweitern, bevor im Juni der zweite Bauabschnitt erfolgt. Dann wird eine sich wie ein Mäander durch die Fläche ziehende Kolonnade errichtet, die teils geschlossene Überdachungen für Sitzplätze trägt, teils Schatten spendende Pergolen, in die aber auch ein Gartenzimmer oder technische Installationen eingefügt werden.

Das Projekt, auf das anfangs noch eher skeptisch reagiert wurde, nimmt also mehr und mehr Gestalt an und schon äußert sich die Sorge der Anwohner, ob denn am Ende auch alles schön und gepflegt bleiben werde. »Der dauerhafte Erfolg einer solchen Maßnahme - aber das gilt ja auch sonst im Leben - hängt sehr davon ab, dass Anwohner aller Generationen sich auf der Fläche aufhalten und sie dadurch schützen«, ist sich der Kolonnaden-Stammtisch einig.

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Baumpatenkind Tom mit seinen Eltern

In diesem Punkt wächst die Zuversicht, denn durch regelmäßige Treffen sei etwas gegen die Anonymität getan worden und es hätten sich viele Mieter, alteingesessene und neu zugezogene, untereinander besser kennen gelernt. Das seien die besten Voraussetzungen für ein nachhaltiges Gelingen. Großartig sei es auch für sie zu sehen, welch unvermutete Fähigkeiten die Einzelnen hätten und wie sich diese einander fabelhaft ergänzten.

Die Projektgruppe, die sich aus Vertretern der WG Pro Leipzig eG, des Amts für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung der Stadt Leipzig sowie den Planern von cet-01 zusammensetzt, dankt daher allen Mitgliedern des Kolonnaden-Stammtischs. Ein besonderer Dank gilt Frau Grundmann, die es sich neben vielem anderen zur Aufgabe gemacht hat, den Kontakt zur Friedrich Fröbel Grundschule, einem unmittelbaren Nachbarn des Kolonnaden Gartens, herzustellen. Sie hat jede einzelne Klasse anhand eines Modells und mit Plänen über die künftige Anlage informiert, sie auf deren Benutzung, die ja öffentlich zugänglich sein wird, vorbereitet und sie zur Kolo-Ei-Suche eingeladen.

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In einer rießigen Feuerschale werden von den Anwohnern Pfähle für die Gartengestaltung geköhlert.

Ein ganz großer Dank gilt ebenso Frau Häsche, Frau Kolbe, Herrn Kunz, Herrn Meister und Herrn Raschig. Herr Raschig hat mit viel Humor und einer außergewöhnlichen Begabung für Dichtung und Moderation die Durchführung der Kolo-Ei-Suche und der Baumpatenschaften übernommen. Herr Meister dokumentiert den Bauprozess fast täglich mit der Kamera und achtet darauf, dass die Tierwelt (Fledermäuse, Schwalben, Igel, ...) nicht zu kurz kommt. Frau Kolbe und Herr Kunz verfügen über eine ausgezeichnete Pflanzenkenntnis, die für das Gedeihen des Gartens in den nächsten Monaten besonders hilfreich sein wird.

ImageLink Natürlich sind weitere Aktionen im Kolonnaden Garten geplant. Am 24. April um 16 Uhr wird die Aussaat der Pflanztütchen, die beim Wohngebietsfest verteilt wurden, stattfinden. Hierzu und zum Stammtisch, der regelmäßig donnerstags tagt, sind wieder alle Grünauer herzlich eingeladen.

Info: ASW
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