Grün-As

Leserbrief

Liebe Leserinnen und Leser, nachdem wir in unserer Ausgaben auf die Problematik der immer agiler werdenden rechten Szene in Grünau aufmerksam machten, erhielten wir jede Menge Resonanz von Ihnen. Dafür möchten wir uns zunächst bei Allen bedanken. Viele meldeten sich telefonisch bei uns und erklärten spontan ihre Sympathie zu einer etwaigen Initiative gegen Rechts. Die meisten zeigten sich besorgt, engagiert und ideenreich, wie jener Briefschreiber aus Grünau, den wir nachfolgend auszugsweise, aber bewusst anonym zitieren möchten (Name ist der Redaktion bekannt).

Sehr geehrte Damen und Herren,
(...) Ich stimme diesem Artikel vollinhaltlich zu, weil er offen auf »rechte Aktivitäten« in Grünau hinweist und auch die Bürger unseres Stadtteils auffordert, Aktivitäten dagegen zu zeigen. Es gibt verschiedene Ursachen für diese nicht nur in Grünau auftretenden Aktivitäten dieses Personenkreises.

  1. Die sozialen Ursachen in unserem Wohngebiet.
  2. Die geistige Einflussnahme des Fernsehens.
  3. Eine mangelnde Bereitschaft der Bürger, sich mit den Hintergründen auseinander zusetzen.
  4. Die Unfähigkeit des Staates und seiner Politiker, klare Konzeptionen für eine Aufklärung unter den jungen Bürgern zu entwickeln, sie finanziell sicherzustellen und für eine konsequente Rechtsprechung zu sorgen.

(...) Alles was die Menschen tun, muss zuerst durch ihren Kopf. Wie können wir die Bürger erreichen, sich im »Großen und Kleinen« mit dieser Erscheinung (Rechtsextremismus Anm. d. Red.) auseinander zu setzen? Ich glaube, das in Ihrem Artikel geforderte farbenreiche Grünau mit Vielfalt und Individualität, ist nur ein geringer Teil einer möglichen Wirksamkeit.

(...) Kleben »Rechte« ihre Parolen an alle möglichen Stellen, sind sie am nächsten Tag von den »Linken « wieder überklebt. Ich glaube, dass der Rechtsextremismus viel zu gefährlich ist, als dass man ihn mit solchen Kindereien wirksam bekämpfen kann.

(...) Den Kampf gegen Rechts kann man nicht Privatpersonen überlassen. Es ist doch eine Illusion, wenn man mit Losungen wie in Stötteritz (Leipzig ist Bunt) demonstriert oder versucht, mit lauter Musik den »rechten Redner« mundtot zu machen. Der Oberbürgermeister spricht auf einer Demo gegen »Rechts«, aber die Stadtverwaltung hat sie ja unter vielen Auflagen genehmigt.

(...) Vielleicht kann man die Vertreter der Parteien, der staatlich Verantwortlichen bis hin zur Kirche einladen. Erst einmal in einem »Arbeitskreis « oder ähnlichem. Dann auch einmal eine Informationsveranstaltung der Mitglieder in den Ortsgruppen der Parteien und später dann auch einmal die Bürger. Möglicherweise ist bereits schon irgendwo ein Anfang gemacht. Das »Grün-As« kann das Problem im Stadtteil nicht lösen, dies ist mir bewusst, es könnte aber einen stärkeren Anstoß dafür geben.

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