Grün-As

Grünauer Lesespatzen:

Dicke Bücher sind »Kleine Fische«

Es ist durchs ganze Haus zu hören: »Wir sind auf der Löwenjagd - Wir haben keine Angst!« Holla - wer ist denn hier zugange? Erst auf den zweiten Blick sind sie zu finden.

Im Lesezimmer der Grünauer Bibliothek Mitte. Nicht etwa bis an die Zähne bewaffnete Buschmänner. Nein, sechs- bis neunjährige fröhliche Kids. Und mittendrin Frau Püschel, die Bibliothekarin. Sie sind heute eingeladen - William und Paulina. Miriam, Sofia, Madlén, Amira, Helen und Sascha. Tobias, Edwin und Leonie. Und Nick. Und Mira.

Sie alle waren in diesem Sommer direkt dabei, bei der Aktion Grünauer »Lesespatzen«. Manche von ihnen nicht zum ersten Mal. Und wieder gab es extra für den Lesesommer eine spannende und nagelneue Auswahl an Büchern. Da treffen Erstleser auf die »Schwalben Christine« oder »Das grüne Küken«. Lernen »Ätze, das Rucksackmonster« kennen. Und setzen sich mit der Frage auseinander »Müssen wir?« Mindestens eins der Bücher sollten die »Lesespatzen« auswählen und lesen. Und dann zum Inhalt der gelesenen Geschichten etwas basteln, malen oder schreiben. Und heute werden die abgegebenen Fleißarbeiten vor den Augen der Eltern und der Grünauer Presse präsentiert.

William ist Viertklässler und inzwischen schon Profi. »Die goldene Stadt im Dschungel« ist eine wunderschöne Collage geworden. Und Paulina hat zu jedem Kapitel ihres gewählten Buches »Verflixt, der Zug fährt weg!« eine Zeichnung angefertigt. Nicht böse sein, wir können an dieser Stelle nicht alle Arbeiten benennen. Aber Frau Püschel versichert: »Wir stellen alles in den Räumen der Bibliothek aus.«

Schon seit 2008 initiiert sie zusammen mit ihrer Kollegin den Lesewettbewerb für die Jüngsten. Was damals als Sommer-Leseclub begann, heißt seit 2010 nun Lesespatzen. Das Konzept hingegen ist dasselbe geblieben. Während sich die ursprüngliche Idee an die Leser ab Klasse 5 wandte, lockt sie mit ihren engagierten Mitstreiterinnen besonders die Erstleser, sorgt sich um den Lesenachwuchs, lockt mit spannenden Abenteuerlektüre. Mit Büchern über Feen und Elfen. Oder Sachliteratur für den interessierten Piratenexperten oder Saurierforscher.

Für die erfolgreiche Teilnahme bekamen die Grünauer »Lesespatzen« auf der Abschlussparty ein Zertifikat und einen tollen Preis. Und ein echtes Highlight zum Schluss - Jürgen aus der Liederkiste. Der Leipziger Liedermacher hat schnell den Draht zu den Kids. Trifft den richtigen Ton und eins zwei, fix sind sie auf Löwenjagd, fressen sich durch einen Schokoladenberg. Lieben Madeleeene, Madeleeene! - Ob sie selbst auch schon mal verliebt waren? Mancher grinst mäuschenstill vor sich hin ... »Nö, nö, nö!« Aber spätestens bei »Immer diese Luise, Luise...« waren sie »Alle wieder da«.

Silke Heinig
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