Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Eine neue Herausforderung

Neues von der Naturschutzgruppe Grünau

NABU-Mitglieder aus Grünau und engagierte Helfer, die teilweise sogar aus den Stadtteilen Volkmarsdorf und Connewitz herbeigekommen sind, waren zwischen dem 25. März und dem 4.April 2014 nahezu täglich im Straßenbereich der Schönauer Lachen (Lyoner Straße, Schönauer Straße) unterwegs, um die verkehrsbedingte Tötung wandernder Kröten zu vermindern.

Als besonderer Konfliktschwerpunkt wurde dabei recht schnell die Kurve der Schönauer Straße zwischen Lyoner Straße und dem Schönauer Park festgestellt. Hier konnte man mit Beginn der Abenddämmerung rege Bewegungen von Erdkröten (Bufo bufo) feststellen, von denen die meisten leider dem hohen Verkehrsaufkommen zum Opfer fielen. Die Überreste der überfahrenen Tiere wurden sehr schnell durch mehrmaliges Überfahren beseitigt, so dass tagsüber von den getöteten Kröten kaum noch Spuren übrig blieben.

Bei den Einsätzen mit Taschenlampe, Eimer und Warnweste wurden an einigen Abenden bis zu 20 Kröten registriert. Dabei fiel auf, dass einige Fänge bereits im Doppelpack (Weibchen mit Männchen auf dem Rücken) erschienen waren. Diese »Verpaarung« tritt nach Auskunft eines Fachmannes der Ökostation Borna-Birkenhain e.V. eigentlich erst im Laichgewässer auf.

An regnerischen, warmen Tagen zeigen sich die Tiere normalerweise sehr wanderfreudig. Aber durch die lange ausbleibenden Niederschläge und für die Jahreszeit untypischen Temperaturen fanden die Kröten ihre ursprünglichen Laichgewässer ausgetrocknet vor und mussten auch nach dem Zusammenfinden bis in weiter nördlich gelegene Kleingewässer weiter wandern. Die reguläre Krötenwanderung ist damit zu Ende.

Dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Tier- und Naturfreunde konnten einzelne Exemplare vor Betreten der Straße aufgenommen und über die Straße getragen werden. Fest steht, dass es im Frühjahr 2015 wieder Rettungsaktionen an der Schönauer Straße geben wird.

Eine neue Herausforderung für den aktiven Naturschutz in Grünau stellen die Bestände des Riesen-Bärenklau neben dem Flächennaturdenkmal (FND) »Schönauer Sumpflachen« dar. Die bis zu 3m hohe, eingeschleppte Pflanze ist in dichtem Bestand in der Lage alle heimischen Pflanzen durch Überschattung zu verdrängen.

Bei Erkundungen wurde festgestellt dass der invasive Neophyt kurz vor dem FND nördlich der Lützner Straße bereits dichte Bestände aufbaut und damit kurz vor dem Sprung ins FND steht. Die Folgen wären für die dort ansässige Pflanzenwelt und damit auch die Tierwelt fatal. Ebenso bedeutsam ist die gesundheitsgefährdende Wirkung des Riesen-Bärenklau für den Menschen.

Kommt man mit den Säften der Pflanze in Berührung, können sich bei Sonneneinstrahlung schwere Hautverätzungen mit starker Blasenbildung, vergleichbar mit Verbrennungen dritten Grades, entwickeln. Für die Unterstützung zur Bekämpfung des Riesenbärenklau und für die regelmäßige Kontrolle seiner Ausbreitung werden noch freiwillige Helfer gesucht. Wer Lust hat sich aktiv für die Restnatur in seinem unmittelbares Umfeld zu engagieren, meldet sich bitte unter naturschutz-gruenau@mail.de.

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