Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Es geht voran...

Kommentiert von Klaudia Naceur

Es war im März 2013, als Grünau einmal wieder in die Schlagzeilen geriet.

Diesmal ging es jedoch nicht um eine enthemmte Jugendclique vor dem Allee-Center, nicht um Diebe, die alten Damen die Handtaschen rauben, um kein Großfeuer und keinen Abrissskandal. Es war die schlichte Meldung, dass der Stadtteil allmählich auf dem Wege der Besserung ist.

Der Wegzug sei gestoppt, ein leichter Anstieg der Zuzüge zu verzeichnen. Ein durchweg positives Signal.

Seither mehren sich die Anzeichen dafür, dass dies auch tatsächlich der Fall ist und nicht nur wieder ein Versuch, das Image Grünaus künstlich aufzupolieren. Ganze Karrees werden hochwertig saniert und hochpreisig vermietet.

Die Genossenschaften Lipsia und Kontakt setzen mit Stadtvillen innovative Wohnideen um - vor ein paar Jahren wären sie dafür wahrscheinlich ausgelacht worden. Nach der Wende konnte sich Niemand auch nur ansatzweise vorstellen, dass es dafür eine Nachfrage im viel gescholtenen und öffentlich geächteten Plattenbaugebiet gibt.

Doch Grünau hat sich berappelt. Als weiteren Indikator für eine positive Stadtteilentwicklung darf man getrost die Ansiedlung von Gewerbe bezeichnen. Zugegeben: Eine Sanitätsmanufaktur macht aus dem Stadtteil noch keinen prosperierenden Wirtschaftsstandort, aber es ist immerhin ein Anfang, der zumindest zwei ganz offensichtliche Vorteile hat: Neue Arbeitsplätze entstehen - im günstigsten Fall auch für Grünauer. Und endlich verschwindet mal eines der vielen leer stehenden und vor sich hingammelnden Gebäude aus dem Bild des Stadtteils.

Davon hat Grünau noch einige zu bieten - vor allem nicht mehr genutzte Schulhäuser fristen ein erbärmliches Dasein. Aber vielleicht sollte man auch nicht gleich zu viel oder alles auf einmal erwarten und sich an den zaghaften Entwicklungen der letzten Monate erfreuen, die da ahnen lassen: Es geht voran...

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