Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Offener Brief

an den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir wenden uns an Sie, da wir mit Sorge die derzeitige Entwicklung des Komm-Hauses in Grünau beobachten. Die Einrichtung stellt einen wichtigen Standortfaktor für die Bewohner in Grünau dar. Durch engagierte Arbeit vor Ort ist das Haus zu einer bekannten Adresse geworden und Anlaufpunkt für alle Altersgruppen und soziale Schichten. Es fungiert als ein verlässlicher Partner in enger Kooperation mit anderen Stadtteilakteuren und erfüllt wichtige Funktionen im präventiven Bereich und bei der Bindung der Bewohner an ihren Stadtteil. Zudem organisieren die Komm-Haus-Mitarbeiter das mehrtägige jährliche Schönauer Parkfest als Höhepunkt und wichtiger Bestandteil des Grünauer Kultursommers.

Als Nutzerinnen und Nutzer ist das Komm-Haus für uns ein wichtiger Ort sozialer Begegnung, der Freizeitbeschäftigung, Bildung und Gesunderhaltung - sozusagen unser "zweites Zuhause" im oft als anonym charakterisierten Grünau.

Uns beunruhigt daher, dass es verschiedene Diskussionen im Stadtteil gibt, die darauf schließen lassen, dass der Fortbestand des Komm-Hauses als soziokulturelles Zentrum gefährdet ist. Grundsätzliche strukturelle Veränderungern sind im Gespräch. Die jetzt schon nicht ausreichende personelle Ausstattung erfordert bereits umfangreiche Schließzeiten und Abstriche bei der soziokulturellen Arbeit. Auch die Kürzung der bis dato zweiten Vollzeitstelle zu einer bis Ende des Jahres befristeten halben Stelle, deren Wiederaufstockung zur ehemaligen Vollzeitstelle zunächst angedacht war, nun jedoch in weite Ferne gerückt scheint, sendet tatsächlich keine positiven Signale, sondern bestärkt unsere Sorgen und Befürchtungen nur umso mehr.

Innovative inhaltliche Weiterentwicklung und Lösungsansätze werden offensichtlich be- und verhindert.

Eingeschränkte Büroöffnungszeiten treffen zunehmend auf Unverständnis der vergeblich vor der Tür Stehenden, die nicht nur aus Grünau kommen. Die längere Schließzeit im Sommer - während der Schulferien - verursachte schon erheblichen Unmut, der sich durch die geplante Schließung im besonders veranstaltungsstarken Monat Dezember noch erheblich steigern würde.

Nutzer des Hauses haben - im eigenen Interesse - als Notlösungen "Schlüsseldienste" übernommen, um den Kursbetrieb aufrecht zu erhalten, was jedoch kein Ersatz für den regulären Betrieb mit entsprechender personeller Ausstattung darstellen kann.

Sehr geehrter Herr Jung,
gern greifen wir Ihre Aussage vom OBM-Kandidatenforum am 21. Januar 2013 im Freizeitzentrum Völkerfreundschaft auf, wo Sie auf Anfrage öffentlich zugesichert haben, dass Konzepte zur Zukunft des Komm-Hauses mit den Betroffenen vor Ort - Nutzer, Besucher und Mitarbeiter - diskutiert werden.

Gegenwärtig sind wir sehr verunsichert und fühlen uns außen vor gelassen. Daher bitten wir Sie um Unterstützung, um dem Komm-Haus als kommunales soziokulturelles Zentrum in einem sozial und demographisch schwierigen Stadtteil eine Zukunft zu geben.

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