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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Wie lange liegt der Elfer noch still?

Stadtratsanfrage zum leeren WOGETRA-Block

Es war das Aufregerthema vor genau fünf Jahren: Ende 2012 gab die Wohnungsgenossenschaft Transport (WOGETRA) bekannt, einen ihrer Elfgeschosser in der Breisgaustraße binnen dreier Jahre »stillzulegen«. Begründet hat das Unternehmen seine Entscheidung mit hohen Instandhaltungskosten, einer schwierigen Marktsituation sowie unattraktiven Grundrissen.

Dadurch sei die Bewirtschaftung des Blockes mit seinen 450 Wohnungen in angemessener Form unmöglich, hieß es damals. Was folgte waren Proteste der Bewohner und unzählige Gesprächsversuche seitens der Stadt. Doch alle Hoffnung, die Genossenschaft doch noch umstimmen zu können, waren vergebens. Auch die WOGETRA hatte gehofft. Und zwar auf Fördermittel, die sie durch ihre Stilllegungsankündigung erzwingen wollte.

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Breisgaustraße

Für Abbruch machte die Stadt allerdings keine locker – das hätte auch dem damals geltenden Stadtentwicklungskonzept (SeKo) widersprochen, das Abrissmittel lediglich für Objekte im Stadtumbaugürtel vorsah. Der stillgelegte Elfer jedoch steht mitten im Herzen von Grünau – seit zwei Jahren nun leer. Ein Eldorado für Buntmetalldiebe und Tauben, ein Ärgernis für die Bewohner umliegender Häuser und angesichts des knapper werdenden Wohnraumes in ganz Leipzig.

Anlass für den Grünauer Stadtrat Sören Pellmann zur letzten Ratsversammlung eine Anfrage an das Dezernat Stadtentwicklung und Bau zu stellen, ob sich am Zustand des Blockes in absehbarer Zeit etwas ändert. Dieses gab schriftlich bekannt, dass es »seit geraumer Zeit immer wieder mit der WOGETRA im Kontakt stand und sie (bislang leider ohne Erfolg) dazu bewegen wollte, den Wohnblock im Sinne der Quartiersentwicklung wiederzubeleben.«

Gleichwohl gibt die Verwaltung zu, dass es in der Vergangenheit Förderanfragen für den Rückbau seitens der Genossenschaft gab, aktuell jedoch keine vorlägen. Dasselbe gelte für Fördermittelanfragen für Sanierungsmaßnahmen. Dem Amt seien des Weiteren keine Verkaufsabsichten bekannt. Bekannt wurde indes die An frage des Linken-Politikers und er wurde daraufhin von der gescholtenen Genossenschaft zum Besichtigungs- und Gesprächstermin geladen.

Dieser fand noch vor der Ratsversammlung Mitte November statt und ergab nicht viel Neues: Zwar wolle man das Objekt sehr gerne umfangreich sanieren. Das Ergebnis könnte dem in der Offenburger Straße ähneln, wo die WOEGTRA einen Elfgeschosser umfassend renoviert und dort seit diesem Sommer hochwertige Wohnungen mit altersgerechtem Service anbietet.

Die Krux: Gerade wegen dieser Sanierung erhält die Genossenschaft keine weitere Kreditzusage. Fördermittel würden ihr so lange verwehrt, bis die umliegenden Bestände, die sich ebenfalls im Besitz der WOGETRA befinden, den Wohnraumbedarf nicht mehr decken kann. Derzeit herrscht dort noch eine Leerstandsquote von zehn Prozent.

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