Grün-As

Social Day: So schön kann helfen sein

Telekom-Führungskräfte in Grünau im Einsatz

»Achtung - frisch gestrichen«, hieß am 23. Februar in der Kita »Häschengrube« im Zentrum Grünaus. Zwölf Männer in seltsam weißer Bekleidung tummelten sich an jenem Donnerstagnachmittag in der Einrichtung und verhalfen ihr zu frühlingshaftem Anstrich an Wänden und Gartenbänken - natürlich neugierig beäugt von den kleinen und kleinsten Kindergartennutzern.

Nicht nur für sie war dieser Tag ein ungewöhnliches Ereignis, sondern auch für die fleißigen Maler. Denn in den Kapuzen-Ganzkörper-Anzügen stecken keine Handwerker im eigentlichen Sinne, sondern Führungskräfte der Telekom aus ganz Deutschland, deren eigentlicher Leipzig-Aufenthalt einer Fachtagung an der konzerneigenen Hochschule geschuldet war.

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Telekom-Führungskräfte in Grünau im Einsatz

»Die Tagung haben wir mit einem sozialen Einsatz in dieser Stadt gekoppelt«, erklärt Bernhard Preilowski, während er den Gang zum Krippentrakt mit einem satten Grün versieht. Im wahren Leben ist der Hamburger Niederlassungsleiter in der Hansestadt. Für den Social Day, wie das ehrenamtliche Engagement im Unternehmensdeutsch heißt, hat er den Stift gegen einen Pinsel getauscht und es macht ihm sichtlich Spaß. »Es ist ja nun nicht so, dass wir im Alltag gar nicht mehr körperlich arbeiten - zu Hause gibt es auch immer mal wieder etwas zu tun«, schaltet sich sein Dortmunder Kollege Jens Pollnik ein, der im angrenzenden Raum ebenfalls den Pinsel schwingt.

Gerade als sein Mitstreiter Thomas Ebert, seines Zeichens ehrenamtlicher Präsident des Rotary-Clubs Korbach-Bad Arolson bei Bonn erklären will, warum es für die Beteiligten so wichtig ist, sich zu engagieren, schneit eine Dame von der Freiwilligenagentur herein: »Wunderbar. So eine tolle Farbe«, schwärmt die Betreuerin. Das Lob freut die Interim-Handwerksgehilfen, obwohl es an die falsche Adresse ging. Denn das Grün hat der Hausmeister der Einrichtung ausgesucht. Der sonst so gemütliche Ralf Singewald ist an jenem Februartag extrem gestresst und wuselt zwischen den Einsatzorten der Helfer umher - muss mal da für Farb-Nachschub sorgen und dann wieder dort den Weg zum stillen Örtchen zeigen.

»Trotzdem mein Kompliment an die Maler«, lässt sich die Dame der Freiwilligenagentur nicht beirren. Der Leipziger Verein hat den Social Day organisiert und koordiniert. Zwei streng getimte Tage, an denen nicht nur gearbeitet wurde. Neben des sozialen Engagements in insgesamt neun Leipziger Einrichtungen - unter anderem auch im Grünauer Kreativzentrum - standen für die rund 200 Telekom-Eliten auch gemeinsame Abendaktivitäten auf dem Programm.

»Wichtig und richtig«, finden das auch die vier Streicher im überfüllten Keller, wo alte Bänke wieder flott gemacht werden. Man könne ebenso Go-Cart fahren oder im Hochseilgarten rumturnen. Das sei auch teambildend, aber nütze Niemandem wirklich. Der Einsatz in einer Kita sei von jedem einzelnen bewusst gewählt - als Familienväter, wisse man um die Nöte solcher Einrichtungen und als Mitarbeiter eines um Innovation bemühten Unternehmens sei es nur logisch in die Zukunft zu investieren und sei es »nur« mit einem Arbeitseinsatz, so der Tenor im Keller.

Die Stimmung ist gut, »die Spannungsfelder abgebaut« und so erlaubt man sich den ein oder anderen Scherz untereinander: »Wieso Social Day? Ganz einfach: Nur dann sieht man den ganz großen Chef auch mal arbeiten.« Und im Ernst: Der Social Day ist ein wichtiges Element des Corporate Volunteering. Und auf Deutsch: »Wir sind wirklich dankbar für die Hilfe, die hier geleistet wird. Sicher ist es in erster Linie ein symbolischer Akt mit viel Trara drum herum, aber allein die bereitgestellten Mittel für Farbe und dergleichen sind schon eine wichtige Unterstützung«, sagt Kita-Leiterin Kathrin Gwiasda-Wilke.

Klaudia Naceur
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