Grün-As

Leserbriefe

zu Der WK 5.1 auf dem Weg zum Quartier Schönau

Den Artikel haben wir mit Erstaunen und Entsetzen gelesen. Wie Sie an unserer Adresse erkennen, wohnen wir in einem vom Abriss betroffenen Haus und das seit 31 Jahren. Wir würden auch den WK 5.1 nicht freiwillig verlassen, werden aber von den Ereignissen dazu gezwungen.

Da wir Journalismus nicht nur als Interessenvertretung Einzelner verstehen, gestatten Sie uns, Ihnen folgende Frage zu stellen: Haben Sie auch nur mit einem der vom Abriss betroffenen Mieter gesprochen, über ihre Gefühle, Sorgen, Wohnungssuche? Warum hat die LWB gerade hier so einen hohen Leerstand, wurden die Wohnungen in den letzten Jahren nicht mehr angeboten?

Ist der WK 5.1 nach Abriss der 16-Geschosser wirklich nicht schön? Warum wurde dann zum Beispiel die Grünfläche vor unserem Haus mit Foto in der LVZ veröffentlicht? Was verstehen die Genossenschaften nach Sanierung als vertretbare Mieten, etwa 6 €/&qm kalt? Was wird in der Zukunft aus diesem Gebiet, zum Beispiel aus den Blöcken Schönauer Ring 31 bis 59, in die die LWB jetzt wieder Menschen einziehen lässt (auch im Frankenheimer Weg 12 und 14 wurden 2010 noch einzelne Wohnungen saniert, sind Mieter dahin umgezogen)?
Mit freundlichen Grüßen
J. und C. Radtke

31 Jahre in Grünau

Liebe Familie Radtke, ich verstehe Ihren Ärger. Sie haben 31 Jahre in Ihrer Wohnung gelebt, fühlten sich wohl, hatten sicher auch gute Kontakte zu Nachbarn und im näheren Umfeld. Wer würde da schon gerne wegziehen wollen. Rein objektiv betrachtet, waren die in Rede stehenden Gebäude, die nun aufgewertet, beziehungsweise abgerissen werden sollen, aber in einem bedauerlichen Zustand - auch wenn die Lage am Rande des Stadtteils natürlich attraktiv erscheint.

Der Leerstand war massiv - nicht zuletzt auch, weil Zuzüge seitens der Vermieter verhindert wurden. Welchen Sinn hätte es auch gemacht, Leute in die Häuser ziehen zu lassen, wenn nicht klar ist, was mit ihnen geschehen soll? Ob das, was nun im WK 5.1 geschehen wird, richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Dass es viele Bewohner trifft, die für einen relativ geringen Mietzins gut gewohnt haben, ist mir bewusst und tut mir auch Leid.

Aber ich bin weder Stadtplaner noch Wohnungswirtschafter, um abschätzen zu können, was eine für alle Beteiligten ideale Lösung gewesen wäre. Mir ging es in oben genannten Text lediglich um eine sachliche Information unserer Leser. Und, um Ihre Frage zu beantworten: Nein, in diesem Fall (einem von vielen in den vergangenen Jahren) habe ich nicht das Gespräch mit den Mietern gesucht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich in Ihrer neuen Wohnung einleben, und hoffe, Sie bleiben weiter so kritische Zeitungsleser.
Mit freundlichen Grüßen

Klaudia Naceur
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