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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Mit der S1 nach Wurzen

Teil 2 - Über Plagwitz nach Möckern

In unserer kleinen Serien fahren wir mit der S-Bahn von Grünau nach Wurzen. Im letzten Teil ging es um die Stationen in Grünau, diesmal fahren wir weiter über Plagwitz, Lindenau und Leutzsch nach Möckern.

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Plagwitz

Plagwitz

Von Grünau biegt die S-Bahn nun auf die alte Bahnstrecke der Zeitzer Eisenbahn, die von Leipzig aus über Zeitz, Gera, Triptis und Saalfeld nach Probstzella führt. Die Bahnstrecke, die es seit 1873 gibt, wurde in den letzten Jahren erneuert. Der Plagwitzer Bahnhof wurde ebenfalls 1873 eröffnet und hieß damals Zeitzer Bahnhof. Seit den Umbauarbeiten wird das eigentliche Bahnhofsgebäude nicht mehr benutzt. Der Zugang zu den beiden neuen Seitenbahnsteigen befindet sich an der Karl-Heine-Straße, direkt an der Brücke.

Wenn man von Grünau aus kommt, kann man über eine Rampe direkt auf die Wendeschleife der Straßenbahn. Dort fährt drei Minuten später die Linie 14 ab. Wer hier etwas langsam auf den Beinen ist, sollte gleich am Kopf des Zuges ausgestiegen sein. Die Tram fährt dann durch die Plagwitzer Kulturmeile mit Westwerk, Lindenfels Westflügel und dem Technikzentrum für Jugendliche GaraGe. Am Bahnhof kann man in die Züge der ErfurtBahn umsteigen, die nach Knauthain, Pegau, Profen, Zeitz, Gera, Weida, Pößneck und Saalfeld fahren. Die auffälligen Züge vom Typ Stadler Regio Shuttle RS1 haben einen Fahrkartenautomaten an Bord.

Direkt am Bahnhof befindet sich - in einem alten Bahnhofsgebäude - das Eisenbahnmuseum Bayerischer Bahnhof zu Leipzig und - schon in Neulindenau - die Katholische Liebfrauenkirche im neuromanischen Stil. Die Kirche wurde 1907 neben die Eisenbahnlinie gebaut. Auf der weiteren Fahrt unserer S-Bahn kann man dann schön das Rundfenster mit der farbigen Verglasung sehen, die es seit 1934 gibt.

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Lindenau

Lindenau

Nun überquert die S-Bahn den Elster-Saale-Kanal, der hier Karl-Heine-Kanal genannt wird, und die Lützner Straße. Der Haltepunkt ist etwas ungünstig gelegen, den er befindet sich genau zwischen zwei Straßenbahnhaltestellen, wobei der Fußweg zur Haltestelle Henriettenstraße kürzer ist. Hier kann man in die Linien 8 und 15 umsteigen. Auf der anderen Seite befindet sich der Lindenauer Bushof. Dort kann man in die Buslinien 60 und 80 umsteigen.

Der Ausgang zur Lützner Straße ist aber noch Baustelle und die ganze Lützner Straße ist ebenfalls noch eine Baustelle. Hier wird die Straßenbahn zur Stadtbahn ausgebaut, neue Wasserleitungen verlegt und die Straße erneuert. Leider kommt man dadurch auch nicht so einfach auf die andere Straßenseite. Dort befindet sich nämlich ein lohnenswertes Ziel: eine kleine Bude, in der leckere Bratwürste auf dem Holzkohlegrill gebruzelt werden. Der Kaffee kostet 59 Cent, wie die großen roten Schilder verraten. Geöffnet ist wochentags bis 21.00 Uhr, am Wochenende bis 20.00 Uhr.

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Leutzsch

Leutzsch

Auch der Haltepunkt in Lindenau wurde erneuert und die Bahnstrecke mit Schallschutzwänden versehen. Es gibt noch einen nördlichen Ausgang, der zur Demmeringstraße führt, die dort die Bahngleise mit einem Fußgängertunnel unterquert. Die nächste Station ist Leutzsch, wie der Netzplan verrät, den man in der S-Bahn auf die Tischplatten laminiert hat. Die alte Station »Industriegelände West« durchfährt die neue S-Bahn.

Den Bahnhof in Leutzsch gibt es seit 1856 und seit 1969 durchfährt ihn die S-Bahn. Hier nahm die alte Bahnstrecke der Zeitzer Eisenbahn ihren Anfang und zweigt von der Bahnstrecke nach Großkorbetha ab. Diese verläuft nördlich der Schönauer Lachen durch Miltitz und Markranstädt, dann weiter nach Bad Dürrenberg, Großkorbetha und Weißenfels. Auf die RegioBahn dieser Strecke kann man umsteigen, es ist aber etwas umständlich.

Denn in Leutzsch hat sich seit 2008 einiges verändert: Die Bahnsteige sind von der Georg-Schwarz-Straße zu erreichen. Nördlich ist der Zugang zu einem Inselbahnsteig für die RegioBahnen der Strecke Leipzig-Großkorbetha und südlich der Zugang zu den zwei Außenbahnsteigen für die S-Bahnen der Linie S1.

In Leutzsch gibt es Fußball, Umsteigemöglichkeiten für die Tram nach Böhlitz-Ehrenberg und die Theater-Fabrik in der Franz-Flemming-Straße, wo vor ein paar Tagen Suzanne Vega ein Konzert gab.

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Möckern

Möckern

Von Leutzsch aus führt die Bahnstrecke nun über Nahle, Luppe und Elster nach Möckern. Der Ausstieg ist direkt an der Georg-Schumann-Straße an der Grenze zu Gohlis. Für die arbeitssuchenden Grünauer ist die Agentur für Arbeit sicherlich ein Grund hier auszusteigen. Von Grünau aus ist die S-Bahn die kürzeste Verbindung zu dieser Behörde.

Ab Sommer soll hier noch eine zentrale Jugendberatungsstelle entstehen. Dafür sollen vier Jugendberatungsstellen und die Familienberatung in der Riemannstraße geschlossen werden. So sind zumindest die aktuellen Planungen der Stadt.

Etwas weiter entfernt befindet sich der »Anker«, der aber wegen eines längeren Umbaus zum 1. April schließen wird. Noch etwas weiter, an der Slevogtstraße, ist das Historische Straßenbahnmuseum. Dort gibt es historische Trieb- und Beiwagen zu sehen, die ab 1896 durch Leipzig fuhren. Das Museum kann jeden dritten Sonntag von Mai bis September besucht werden.

Vom Sonnabend, den 8. Februar, 22.00 Uhr bis Sonntag, den 9.2., 6.30 Uhr ist übrigens wieder der Leipziger Hauptbahnhof gesperrt. Es fährt auch keine S-Bahn, aber ein Schienenersatzverkehr mit Bussen. Im nächsten Teil dieser Serie fahren wir dann weiter über Coppiplatz zum Alten Rathaus.

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