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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Mit der S1 nach Wurzen

Teil 3 - Vom Coppiplatz zum Alten Rathaus

In unserer kleinen Serien fahren wir mit der S-Bahn von Grünau nach Wurzen. Im ersten Teil ging es um die Stationen in Grünau, im zweiten Teil fuhren wir über Plagwitz nach Möckern und diesmal geht es weiter zum Markt.

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Coppiplatz

Coppiplatz

Auch am Haltepunkt Coppiplatz fährt die S-Bahn auf den Gleisen der Zugstrecke Leipzig - Großkorbetha - Weißenfels. Man kann hier ebenfalls in die entsprechende RegioBahn umsteigen. Am Coppiplatz hält außerdem die Straßenbahn Linie 4 und der 90er Bus.

Wer hier im Sommer ein und aussteigt, sollte auf jeden Fall das Softeis in der Eisdiele probieren - es gilt als das beste Softeis der Stadt Leipzig. Das bunt angemalte Haus ist nicht zu verfehlen. Gut und schnell essen kann man auf der anderen Seite des Haltepunktes. Dort ist ein rot-weißer Kiosk: das Shanghai-Bistro.

Die Gleise führen nun in einem Bogen zu einer anderen Bahnstrecke, die von Leipzig nach Magdeburg führt. An der nächsten Station am Viadukt in Gohlis führen dann beide Strecken parallel.

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Gohlis

Gohlis

Der Bahnhof in Gohlis gibt es seit 1894. Leider sieht es dort auch so aus. Dafür ist der Inselbahnsteig, der nördlich des Viadukts liegt, teilweise überdacht. Über eine Treppe gelangt man durch den Viadukt zur Blochmannstraße und weiter zur Lützowstraße. Dort kann man in die Straßenbahn umsteigen oder zum Gohlis-Center laufen.

Auf der anderen Seite der Lützowstraße geht es zum Bahnsteig 3. Dort hält die S-Bahn Linie 3 (früher S10). An dem Außenbahnsteig halten die Züge in beiden Richtungen, den die Strecke der S3 ist hier eingleisig. Das zweite Gleis wurde nach dem Krieg als Reparationsleitung abgebaut und in die Sowjetunion geschickt. Die S3 fährt über die Haltepunkte Olbrichtstraße, Slevogtstraße, Wahren und Lützschena nach Halle. Zur Zeit mit Einschränkungen weil es Probleme beim Überfahren einer Weiche gab - der Fall wird noch untersucht. Das Umsteigen in die S3 ist aber in den folgenden Tunnelstationen mit Inselbahnsteigen einfacher.

Beide Bahnstrecken führen nun zum Leipziger Hauptbahnhof. Ursprünglich führten sie zu verschiedenen Bahnhöfen. Die Gleise auf denen unsere S-Bahn fährt endeten im Thüringer Bahnhof, der sich nordwestlich des heutigen Hauptbahnhofes befand. Dort gibt es nun ein Überwerfungsbauwerk, damit sich die beiden S-Bahnstrecken nicht stören. Die einfahrende S1 fährt unten, die ausfahrende S3 oben. Beide Gleise treffen dann auf das »Einfahrts- und Ausfahrtsbauwerk Nord«, wo die anderen S-Bahn-Linien mit Überwerfung eingebunden werden.

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Hauptbahnhof (tief)

Hauptbahnhof (tief)

Die Gleise der anderen Bahnstrecke endeten im Magdeburger Bahnhof, der genau neben dem Dresdener Bahnhof lag, wo die Zugstrecke nach Dresden endete. Beide Kopfbahnhöfe wurden nach 1907 abgerissen und durch den Leipziger Hauptbahnhof ersetzt. Ein Tunnel zum Bayerischen Bahnhof, dem vierten Leipziger Kopfbahnhof, war gleich eingeplant, wurde aber nie fertigebaut. Der Tunnelbahnsteig wurde als Luftschutzraum und Kino benutzt.

Als 2003 begonnen wurde den City-Tunnel zu bauen, wechselte man aber auf die andere Bahnhofsseite. Die Tunnelstation »Hauptbahnhof (tief)« ist auf der Westseite und - wie alle Tunnelstationen - als Inselbahnsteig ausgeführt. Das erleichtert das Umsteigen auf die andere S-Bahn-Linien, die alle an dieser Station halten.

Alle vier Tunnelstationen wurden verschieden gestaltet. Die Hauptbahnhof-Station fällt vor allem durch die dicken Säulen auf dem Bahnsteig auf. Der nördliche Ausgang der Station führt zum Querbahnsteig. Dort gibt es auch einen Fahrstuhl, der sich hinter der Rolltreppe befindet. Über den Querbahnsteig gelangt man zu allen Verbindungen des Nah- und Fernverkehrs.

Auf der freien Fläche der ehemaligen Gleise 1-5, hinter der S-Bahn, möchte der Umweltbund Ökolöwe einen ZOB einrichten, wo die Fernbusse in andere Städte abfahren sollen. FDP und SPD finden das toll, es bleiben aber noch viele Fragen.

Der südliche Ausgang der Station führt auf die »Verteilerebene«. Die Bezeichnung trifft es und wird sich deshalb auch halten. Von dort gelangt man zu den Straßenbahnhaltestellen vor dem Hauptbahnhof und zu einem Ausgang an der Nikolaistraße. Ein weiterer Abzweig führt zum Einkaufszentrum, dass in den 90er-Jahren unter dem Querbahnsteig eingerichtet wurde. Hier befindet sich auch die Treppe, die einen behindertengerechten Zugang über diesen Abzweig verhindert.

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Markt

Markt

Nun geht es weiter durch den Tunnel zum Haltepunkt »Markt«. Der nördlich Ausgang der Station endet am nördlichen Ende des Markplatztes vor dem Alten Rathaus. Dort gibt es auch einen Fahrstuhl. Der südliche Ausgang endet am alten Eingang zum »Untergrundmessehaus«. Der alte Eingang mit Schmuckdetails im Stile des Art Deco aus Rochlitzer Porphyr führte früher zum ersten und einzigen unterirdischen Messehaus, das 2005 der Tunnelstation »Markt« weichen musste. Die Station selber fällt durch schmalen Edelstahlsäulen und »Bretterwände« in Stülpschalung auf.

Man kann am »Markt« in alle anderen S-Bahn-Linien umsteigen. Übrigens sollte man bei der Rückfahrt nach Grünau aufpassen, welches Ziel an der S-Bahn steht. Die Deutsche Bahn bietet Verstärkerfahrten an, um im Tunnel einen 15-Minuten-Takt der S1 zu ermöglichen. Diese besondere Variante der S1 fährt aber dann zum Flughafen weiter. In unserer Fahrtrichtungen enden diese Züge in Stötteritz.

In der nächsten Ausgabe fahren wir weiter zum Völkerschlachtdenkmal...

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