Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Arbeitsladen – der zweite

Projekt wird mit neuem Träger an neuem Standort fortgeführt

Als sich im November vorigen Jahres der Arbeitsladen aus Grünau verabschiedete (»Grün-As« berichtete), gab es die vorsichtige Andeutung seitens des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW), dass er womöglich wiederkommt – allerdings frühestens nach einem Dreivierteljahr.

Der offizielle Start des neuen Arbeitsladens Plus am 2. Juli im Stadtteilladen, Stuttgarter Allee ist somit eine echte Punktlandung. Symbolisch geöffnet wurde seine Tür sogar bereits am 28. Mai. Neuer Träger des Projektes für die Stärkung der lokalen Ökonomie sowie die Verbesserung der Chancen für Arbeitssuchende ist die Deutsche Angestellten Akademie (DAA), in deren Verantwortung bereits der Arbeitsladen im Leipziger Osten lief und weiterhin läuft.

Für die Umsetzung dieser hehren Ziele hat das insgesamt zehnköpfige Team zunächst bis 2018 Zeit. Auf vier Jahre wurde der Förderzeitraum aus dem Programm BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier), das anteilig aus europäischen, städtischen, privaten und Bundesmitteln finanziert wird, festgesetzt. Dabei beläuft sich allein der Anteil der DAA schon auf eine sechsstellige Summe. Geld, das nun den Grünauern zu Gute kommen und laut Aussagen der Verantwortlichen fortan besser als beim letzten Mal eingesetzt werden soll.

Denn dass der Trägerverein des ehemaligen Arbeitsladens »Arbeit und Leben in Sachsen« nicht erneut mit der Aufgabe betraut wurde, hat seine Gründe. So sei man zu wenig auf die Unternehmer eingegangen, hätte sich zu sehr auf die Schulung von Arbeitssuchenden konzentriert. Allein die Räumlichkeiten wären schon ungünstig gewesen – entgegen des damaligen Resümees vom scheidenden Teamleiter Dr. Uwe Krüger, war das Ergebnis nach zweieinhalb Jahren Arbeit eher ernüchternd.

Im Gegensatz zu dem der DAA. »Das Konzept aus dem Osten kann man in Grünau natürlich nicht eins zu eins übernehmen«, gibt Projektkoordinator Dr. Michael Behling zu. »Aber«, so ergänzt seine Kollegin Schnittstellenmanagerin Johanna Hofmann »die Methodik ist im Kern identisch und wird nur an die Gegebenheiten angepasst. Letzten Endes ist unsere Arbeit hier wie dort gleich.« So wie die Ziele auch. So möchte man Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor Ort zusammenbringen, damit sowohl die lokale Ökonomie stärken, wie Arbeitslosigkeit abbauen und letztlich so den Stadtteil strukturell und finanziell besser aufstellen.

Denn Grünau hat laut Behling unglaubliches Potenzial – auch im Hinblick auf die Neuansiedlung von Gewerbe: »Als Türöffner sehe ich ganz klar die günstigen Mieten im Gebiet. Es gibt genügend Räume und Freiräume, um Ideen umzusetzen. Lücken zu füllen.« Und wenn sich die Grünauer nicht trauten, dann könnten die Impulse auch gern von Außen kommen. Letztlich käme jede positive Entwicklung dem Stadtteil zu Gute. Und darum ginge es ja schließlich.

Die Mitarbeiter des Arbeitsladens Plus suchen Unternehmer auf, beraten und betreuen sie, helfen und unterstützen bei Existenzgründungen und sind Ansprechpartner für Arbeitssuchende. Letzteres in Person von Susanne Hoppe – dem Gesicht vor Ort, das man künftig immer Montag und Donnerstag von 10 bis 17.30 Uhr im Stadtteilladen antreffen wird.

Die junge Frau war vormals Fallmanagerin beim Jobcenter und sieht ihrer neuen Aufgabe freudig entgegen: »Im Unterschied zu meiner früheren Tätigkeit kommen die Menschen nun aus eigenem Antrieb zu mir. Es gibt keinen Zwang, keinen Austausch mit dem Amt – nur wenn es Synergien gibt, die genutzt werden können.«

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