Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Die Karten werden neu gemischt

Forum zum geplanten Bildungs- und Bürgerzentrum mit einer überraschenden Neuigkeit

»Grün-As« beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem Bildungs- und Bürgerzentrum Grünau. Mit Beginn der Diskussion um die Zusammenlegung verschiedener Ämter und kultureller Angebote harren wir der Entscheidung, wann das BBZ kommt, wohin es kommt und ob es überhaupt kommt.

Hört man sich auf den Straßen des Stadtteils um, so erntet man jedoch allenfalls fragende Gesichter. Bildungszentrum? Nie gehört. Was? Die Bibliotheken in den WK 7 und 8 sollen geschlossen werden? Nicht mitbekommen – ist ja ein Skandal.

Anscheinend ist das ambitionierte Vorhaben eines solchen Zentrums noch nicht in der Bevölkerung angekommen. Darüber hinaus wurden die bisher erarbeiteten Entwürfe in diversen Gremien rundherum abgelehnt.

All dies hat die Verwaltung veranlasst, am 26. August zu einem Bürgerforum einzuladen, bei dem nicht nur noch einmal grundlegend das Konzept vorgestellt, sondern auch über die verschiedenen Möglichkeiten der Realisierung diskutiert werden sollte. Neben Kulturbürgermeister Michael Faber waren auch hochrangige Vertreter der zusammenlegungswilligen Ämter zugegen.

Volkshochschule, Städtsche Bibliotheken, Bürgerservice und nicht zuletzt das federführend für die Konzeption des BBZ verantwortliche Amt für Stadterneuerung und Wohnungsförderung (ASW). Im Saal der Völkerfreundschaft hatten sich indes rund 50 Grünauer – die wenigsten von ihnen waren Privatpersonen – zusammengefunden und vernahmen zunächst all die positiven Aspekte, die das Bildungszentrum mit sich brächte.

In der Tat hat eine Bündelung verschiedener Angebote enorme Vorteile, wie sie der scheidende VHS-Leiter Rolf Sprink bildhaft erklärt: »Nach dem Dia-Vortrag bei uns mal schnell in die Bibliothek gehen und den entsprechenden Reiseführer ausleihen. Das geht, wenn man alles unter einem Dach hat«, schwärmt er von den zu erwartenden Synergien. Und das stellt auch Niemand in Abrede.

Schwerer tun sich die Verantwortlichen dann schon auf die Nachfrage von Elternnetzwerksprecher Michael Schauer, was denn aus den bestehenden Kooperationen der Bibos im WK 7 und 8 mit umliegenden Schulen und Kitas werde. Die Antwort von der zuständigen Amtsleiterin Susanne Metz »Der Weg ins Zentrum Grünaus wäre für die Einrichtungen durchaus vertretbar und privat hätten Kinder ja auch die Möglichkeit die Strecke mit dem Rad zu fahren«, befriedigte den engagierten Vater keinesfalls.

Nach Abschluss der Diskussionsrunde, bei der vornehmlich Bedenken zur Sprache kamen, die Wege derer, die am Rande des Stadtteils wohnen, könnten sich durch die Zentralisierung deutlich verlängern und damit auch verteuern, ging man zu dem Teil über, der bislang die größte Kontroverse hervorgerufen hatte: Die Standortfrage.

ASW-Leiter Karsten Gerkens stellte alle untersuchten Varianten noch einmal vor, erläuterte auch, warum man sich in jüngster Vergangenheit so vehement für eine integrierte Lösung im Allee-Center ausgesprochen hat trotz erheblicher Bedenken seitens der Politik gegenüber kommunalen Investitionen in ein Mietobjekt.

Ganz nebenbei ließ er dann jedoch die eigentliche Bombe platzen, als er verkündete: »Aber seit Kurzem ist die 'alte Post' wieder im Spiel.« Damit meint Gerkens die ehemalige Hauptpost an der Stuttgarter Allee, welches schon einmal als bevorzugte Lösung angesehen, aber aufgrund nicht finanzierbarer Forderungen des Eigentümers wieder verworfen wurde. Nun sei man jedoch wieder im Rennen und in Gesprächen mit dem neuen Besitzer der Immobilie. Derzeit sei man dabei, die Möglichkeiten dieser Variante neu zu prüfen – eine Entscheidung soll noch zum Ende diesen Jahres fallen.

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