Grün-As

Radwanderung des Grünauer Bürgervereins

Wussten Sie schon, dass es in unserem schönen Grünau Hügel und sogar Berge gibt? Bis zum 21.6.2003 wusste ich es jedenfalls nicht so genau. An diesem Tag startete nämlich der Grünauer Bürgerverein zu seiner zweiten Radwanderung. Unter der fach- und sachkundigen Leitung von Herrn Dietrich ging es 9.00 Uhr vom Quartiersladen in der Plovdiver Straße los. Leider waren dieses Mal nicht so viele Neugierige wie bei der ersten Wanderung dabei. Aber das sollte unserer Entdeckerlaune nicht schaden. Wir hatten uns vorgenommen, den namenlosen kleinen und größeren Erhebungen Namen zu geben. Das erwies sich allerdings als schwierig. Darüber kann man ja noch einmal nachdenken.

Es wurde uns wieder einmal bewusst, wie wichtig Radwege in unserer Stadt sind. Wir fuhren also in Richtung Lützner Straße weiter bis zum Kinder- und Jugendtreff. Dahinter ist der Kirschberg zu finden. Eine Idylle für sich! Meine Familie wohnt seit 1987 gegenüber des Kirschberges in gleichnamiger Straße. Damals war der Kirschberg ein unbewachsener Berg. Jetzt ist er eine wunderschöne grüne Erhebung mit Bäumen, Sträuchern und einem guten Fußweg. Ein idealer Nistplatz für zahlreiche Singvögel, darunter auch Nachtigallen.

Unsere kleine Truppe radelte weiter in Richtung Alleecenter, über die Fußgängerbrücke und in die Alte Salzstraße. Kurz vor der Kaufhalle Karlsruher Straße zwischen den Elfgeschossern erhebt sich ein weiterer Hügel umgeben von einem schönen Spielplatz. Ein Name wollte uns jedoch nicht so recht einfallen…

Wir machten uns auf in Richtung Ratzelstraße in den WK 8. Dort tragen die Straßen Namen aus dem Elbsandsteingebirge. Wir fuhren durch die Liliensteinstraße und entdeckten eine wunderschöne Parkanlage mit Hügelchen, einem Abenteuerspielplatz und einer Brücke. Hier kann man schon fast bis Lausen schauen. In diesem Teil von Grünau war ich noch nie gewesen. Um so überraschter und begeisterter war ich über dieses grüne Paradies inmitten eines Wohngebietes. Unsere Tour ging weiter entlang der Königsteinstraße bis zur Wendeschleife der Straßenbahn. Wir hatten uns jetzt die Erhebungen rund um den Kulkwitzer See vorgenommen. Der Rodelberg dürfte allen Grünauern ein Begriff sein. Auf seinem Plateau sind tolle Dinge zu sehen. Unter anderem ein überdimensionales Bett aus Holz. Zum Ausruhen war allerdings keine Zeit. Aber einen Rundblick gönnten wir uns. Ganz Grünau lag uns zu Füßen. Eine herrliche Aussicht!

Am anderen Ufer des Kulkis erkannten wir noch eine unbewachsene Halde. Überbleibsel eines ehemaligen Tagebaus. Herr Dietrich erklärte uns, dass auf dieser Halde nichts wächst. Warum das so ist, liegt wahrscheinlich in der Zusammensetzung des Bodens der Halde begründet.

In einer kleinen Gaststätte am Göhrenzer Strand stärkten wir uns erst einmal. Wir fuhren weiter durch Wald und wieder über Berge und Hügel. Entlang der Ruderanlage und an der neuen Wasserski- attraktion. Jetzt war Miltitz unser Etappenort. Ein Stück Auenweg und schon waren wir im herrlichen Miltitzer Park. Auch hier gibt es eine winzige Erhebung. Wenn Sie wissen wollen, was es mit der Lügenbrücke im Miltitzer Park auf sich hat, gehen Sie doch einfach mal darüber. Auch Miltitzer Grundschüler können es erklären, zumindest die ganz Pfiffigen.

Am Ende der Geschwister-Scholl-Straße in Miltitz ist die Stadtgrenze von Leipzig. Dort bogen wir nach rechts ab und erblickten eine riesige Halde, die sich sicher sinnvoll nutzen lassen könnte. Entlang des Zschampert fuhren wir weiter bis zur Hochhalde Schönau. Schnaufend oben angelangt belohnte uns der Ausblick für eine fast vierstündige Exkursion durch die Hügellandschaft von Grünau und die nähere Umgebung. Die Aussicht von hier oben erfasst die Altstadt von Leipzig, die Großsiedlung Grünau, die Siedlungen Lausen, Miltitz und Rückmarsdorf, den Bienitz mit dem Elster-Saale-Kanal, den Flughafen Leipzig/Halle, die Industriegebiete Leuna und Borna, die nördliche und südliche Auenwaldlandschaft und das neue Stadion.

Da kamen wir auch auf die Olympischen Spiele zu sprechen, und dass Leipzig doch einiges an Kulturlandschaft zu bieten hat. Ohne die Landschaft zerstören zu müssen, Biotope zu beseitigen oder Gärten umzuackern, sollten viele Menschen in die unmittelbare Planung gerade in Grünau einbezogen werden. Der Grünauer Bürgerverein hat sehr konkrete Vorstellungen und schöne Visionen. Und träumen ist ja wohl noch erlaubt. Jedenfalls war das ein gelungener Vormittag. Vielleicht sind es ja im nächsten Jahr wieder mehr Interessierte.
Vielen Dank! Christine Halle

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