Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Grünau im Stadtrat

Klingerschule, Park, Kletterfelsen und Nachverdichtung

Gleich mehrere Grünauer Themen beschäftigte am 18. Oktober die Leipziger Stadträte zur Ratsversammlung. Das wohl wichtigste, die Beschlussvorlage des Bebauungsplanes Nr. 232 »Erholungsgebiet Kulkwitzer See« wurde aufgrund eines Änderungsantrages der Linkspartei kurzerhand wieder von der Tagesordnung entfernt. Da waren es nur noch vier – zwei Anfragen und zwei Petitionen.

Nachverdichtung Grünaus

Auf einen Bericht der BILD-Zeitung bezog sich die CDU-Stadträtin Dr. Sabine Heymann in ihrer Anfrage »Grünes Grünau«. Die Zeitung informierte über eine Nachverdichtung im Stadtteil, die bei den Bewohnern nicht auf Gegenliebe träfe. Grundsätzlich, so formulierte Heymann, sei es zwar richtig, dass in allen Stadtteilen Angebote geschaffen werden müssten, um dem Einwohnerzuwachs gerecht zu werden. Allerdings mute es unstrukturiert an, wenn die Verwaltung ohne Beteiligung der Bürger die Nachverdichtung via Bebauung vorhandenen Grüns propagiere.

Zur Versammlung wollte sie nun wissen, ob es ein Konzept zur Nachverdichtung tatsächlich gäbe, mit welchen Akteuren dies abgestimmt sei, welche Maßstäbe dabei angelegt und die Durchmischung dabei in den Blick genommen wurde. Im Falle einer Zeitungsente wollte Heymann wissen, wann mit einem Verfahren gerechnet werden könne, um durch eine optimale Nutzung vorhandener Baulandreserven, bei weitgehender Erhaltung von Freiflächen beziehungsweise Aufwertung reduzierter Freiflächen, zusätzliche Wohnraumangebote unterschiedlicher Mietsegmente schaffen zu können.

Auf die Antwort, welche ihr eigentlich am Sitzungstag mündlich erteilt werden sollte, wartet die Stadtbau-Expertin noch. Sie wird nun schriftlich erteilt und ist dann für alle Bürger im allris-System der Stadt Leipzig unter der Nr. VI-F-04912 abrufbar.

Sanierung des Max-Klinger-Gymnasiums

Eine Einwohneranfrage betraf den Fortschritt der Sanierungsarbeiten an den Gebäuden des Max-Klinger-Gymnasiums. So sei das Haus A der Einrichtung bis Ferienbeginn geräumt worden, aber lange nach dem Start ins neue Schuljahr noch immer kein Baubeginn festzustellen, was zu der Frage führte, warum sich die Stadt Leipzig so viel Zeit mit den Ausschreibungen der geplanten Sanierungs- und Bauarbeiten nehme und wann denn diese nun tatsächlich begönnen. Der Bitte um schriftliche Beantwortung kam die Verwaltung nach und erklärte:

»Die Ausschreibungen für diese Baumaßnahme haben mit einem Vorlauf von 4 Monaten begonnen. Wie geplant, erfolgte der Umzug der Unterrichtsmaterialien aus dem Haus 1 ins Haus 2 der Max-Klinger-Schule und in das Interim in der Telemannstraße vor den Sommerferien. Wiederverwendungsfähige Möbel wurden innerhalb der Ferien an andere Schulobjekte umgesetzt. Danach wurde das Haus 1 in den Schulferien zur Schaffung von Baufreiheit beräumt. Gleichzeitig begannen innerhalb des Schulgebäudes bauvorbereitende Maßnahmen, wie zum Beispiel Bauteil- und Bauzustandsuntersuchungen, die nicht von Außen sichtbar waren. Diese Untersuchungen werden für den Planungsvorlauf für die im Anschluss an die energetische Sanierung folgende innere Sanierung benötigt.
Nach diesen Vorarbeiten begannen die auch nach Außen sichtbaren Baumaßnahmen wie Beschilderung, Stellung Bauzaun, Grünflächenrückschnitt, Rückbau, Sperrbügel und Abbruch der Treppe. Das Max-Klinger-Gymnasium ist Bestandteil des Schulzentrums Grünau, bestehend aus den Häusern 1 + 2, der 94. Oberschule, Förderschule Grünau sowie eines durch alle Schulen genutzten Zentralbaus. Die Entwurfsplanung für die Gesamtmaßnahme auf deren Grundlage im 1. Quartal 2018 ein Baubeschluss geplant ist, liegt Ende des Jahres vor. Konkrete Aussagen zu Terminen erfolgen mit dem Baubeschluss. Die Fertigstellung der vorgezogenen Fassadensanierung erfolgt bis Dezember 2018.«

Sanierung des Sportplatzes am Kletterfelsen

Ein Beitrag über die geplante Sanierung des Sportareals am Kletterfelsen in der Mai-Ausgabe unserer Zeitschrift war für einen Grünauer Bewohner Anlass, dagegen eine Petition einzureichen. Wortgleich haben wir diese als Leserzuschrift im Juni veröffentlicht. Die Neugestaltung des Areals hält der Grünauer für unnötig, die Investitionssumme von einer dreiviertel Million Euro sei in seinen Augen besser in Sozial- und Bildungseinrichtungen angelegt. Per Beschluss wurde die Petition auf Vorschlag der Verwaltung mit folgender Begründung abgelehnt:

»Der Petent bezieht sich im Wesentlichen auf Formulierungen in einer Stadtteil-Zeitschrift, zu denen er eine andere Auffassung hat. Der Artikel ist redaktionseigenes Ergebnis einer öffentlichen, für jedermann zugänglichen, kostenfreien Informationsveranstaltung zu stadtteilrelevanten Vorhaben im Zusammenhang mit dem Sportprogramm 2024. Insbesondere die aktuelle Aufwertung des Sportareals um den Kletterfelsen stand im Mittelpunkt des Interesses.
Der Petent nutzt nach eigenen Angaben die Sportplatzanlage selbst und bestätigt auch deren starke Frequentierung durch Anwohner, Schulsport und Sportvereine. Der Stadtbezirk West ist im Vergleich zu anderen Stadtbezirken mit Sportplatzanlagenfläche unterversorgt. Insofern kommt der bestehenden Sportplatzanlage besondere Bedeutung für den Wohnkomplex IV und auch den Stadtbezirk West zu. In Ableitung von Versorgungsgrad und Bedarfsentwicklung ist die Modernisierung der Sportplatzanlage für eine künftig deutlich bessere und vielfältigere Nutzung als konkrete Maßnahme in das »Sportprogramm 2024« aufgenommen worden.
Sowohl bei der Erarbeitung des »Sportprogramms 2024«, als auch in Vorbereitung der demnächst im Verfahren befindlichen Baubeschlussvorlage waren Vereine aus dem Stadtbezirk selbst sowie Schulträger inhaltlich bei der Bedarfsanalyse und Maßnahmenableitung beteiligt. Alle sahen dringenden Aufwertungsbedarf, auch der Stadtbezirksbeirat West in der Vorberatung zur Beschlussvorlage.
Die Auffassung des Petenten zum aktuell völlig ausreichenden Zustand der Sportplatzanlage ist als persönliche Einzelmeinung zu werten. Sie deckt sich nicht mit der Auffassung der betroffenen Vereine, des Stadtbezirksbeirates und der Verwaltung zu diesem wichtigen Sport- und Bewegungsareal.«

Sanierung Schönauer Park

Mehr Erfolg hatte die Petition von Martina Frank, die eine dringend notwendige Sanierung des Schönauer Parks und die Bereitstellung finanzieller Mittel dafür forderte, damit die Anlage auch künftig der Allgemeinheit als Bürgerpark erhalten bleibt. In ihrem Gesuch moniert sie den schlechten Pflegezustand im Allgemeinen und im Besonderen den desolaten Zustand der Wege. Sie seien teilweise zugewachsen oder nicht mehr begehbar. Auf einigen würde die Entwässerung nicht mehr funktionieren.

Von der Verwaltung erwarte sie den Erhalt und die Rekonstruktion des Wegenetzes, die Beseitigung von gefällten abgestorbenen wertvollen Baumbestand, die Ergänzung durch Neupflanzungen und die Sanierung des Teiches. Frank befürchte, dass wegen fehlender finanzieller Mittel einzelne Parkbereiche umgewidmet und in diesem Zusammenhang vorhandene Wege zurückgebaut würden. Diese Befürchtung konnte die Verwaltung ihr in ihrem Beschlussvorschlag nehmen.

»Der Schönauer Park wird in den nächsten Jahren weiter saniert und seiner Bedeutung entsprechend als schöne, gut nutzbare Grünfläche erhalten.«, heißt es darin. Und weiter:

»Der Schönauer Park ist eine wichtige öffentliche Grünanlage in Grünau. Teilbereiche wie der Spielplatz und der Eingangsbereich aus Richtung Wohnkomplex 5.1 wurden erst vor wenigen Jahren erneuert. Die Zugängigkeit aus dem Bereich der Schönauer Lachen wurde mit einer Treppe deutlich verbessert. Im Rahmen der Instandhaltungsarbeiten wird seine Qualität weiterhin gesichert.
Das Wegenetz wird schrittweise und zustandsabhängig instandgesetzt. Die Verkehrssicherheit bleibt auch weiterhin gesichert; Absterbende Gehölze in der Nähe der Wege und Funktionsflächen werden weiterhin beseitigt. Im Inneren von Gehölzbeständen verbleibt teilweise auch Totholz – dies im Interesse der vielen Tierarten, die davon profitieren. Gerade auch die gelungene Balance zwischen intensiveren Zonen und naturnahen Bereichen macht den Reiz dieses Parks aus. Durch Baumspenden ist es auch weiterhin für alle interessierten Bürger möglich, die Nachpflanzungen zu fördern.
Am Teich werden regelmäßig die Böschungen und Abschnitte des Röhrichts gemäht und die Wasserfläche beräumt. Dabei werden auch die Naturschutzaspekte berücksichtigt. Eine Sanierung ist mittelfristig nicht vorgesehen, da dies vorrangig an Gewässern mit Bedeutung für den Hochwasserschutz, an Teichen mit hoher wasserwirtschaftlicher Priorität und bei der Abwehr von Gefahren für Leib und Leben durchgeführt wird.
Der Schönauer Park wird also weiterhin als Bürgerpark erhalten bleiben und die günstige Infrastruktur für das Schönauer Parkfest bieten.«

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