Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Nach der Wahl

Wie präsentieren sich die Parteien künftig im Stadtteil?

Gut einen Monat ist es nun her, dass die Deutschen ihr neues Parlament gewählt haben. Die Ergebnisse der Grünauer haben wir im letzten Heft genau unter die Lupe genommen und dabei die Frage aufgeworfen, was mit den bestehenden Bürger- und Wahlkreisbüros im Stadtteil geschieht. Denn alle drei Büros (von Linke, CDU und AfD) waren mehr oder weniger direkt vom Ausgang der Bundestagswahl betroffen. Mittlerweile steht fest: Sie bleiben weiterhin Anlaufstelle für die Belange der Grünauer, wenngleich mit ein paar Veränderungen.

Die Linke

Sören Pellmann hat den unerwarteten Gewinn seines Direktmandates im Wahlkreis Leipzig Süd weniger den Stimmen aus dem hiesigen Viertel zu verdanken, als denen aus traditionell links geprägten Stadtteile. Nach den Erststimmen der Grünauer kam er in drei Ortsteilen auf Platz 3, in drei weiteren auf Platz 2 jeweils hinter CDU und/oder AfD. Dennoch möchte Pellmann das Wahlkreisbüro der Linken auf der Stuttgarter Allee unbedingt weiterführen.

Sein Vater, der in diesem Frühjahr verstorbene, langjährige Landtagsabgeordnete Dr. Dietmar Pellmann hatte die Räumlichkeiten einst von der SPD-Abgeordneten Margit Weihnert übernommen, die damals ihr Mandat verlor. Als nach der letzten Sachsenwahl auch Pellmann senior aus dem Landtag flog, wurde es zum Gemeinschaftsbüro für die Linkenpolitiker Cornelia Falken (Landtag) und den Stadtrat Sören Pellmann und so wird es auch weiterhin bleiben.

CDU

Des Einen Freud... Dr. Thomas Feist verlor nach nur zwei Legislaturperioden sein Direktmandat und muss nun sein Abgeordnetenbüro im Leipziger Zentrum räumen. Auch in Grünau war Feist räumlich präsent: Als Untermieter im CDU-Wahlkreisbüro in der Ludwigsburger Straße. Dieses hatte Andreas Nowak 2015 eröffnet – reichlich ein Jahr nach seinem Erfolg zur sächsischen Landtagswahl.

Mit dem Rückzug Feists wird Nowak gemeinsam mit dem Stadtrat Andreas Habicht das Büro fortan allein unterhalten und thematisch bespielen. Unterstützung erhält er dabei durch Jens Lehmann, der sein Direktmandat im Leipziger Norden gewann und sich künftig auch um Grünauer Angelegenheiten kümmern möchte. Angedacht sind beispielsweise gemeinsame Sprechstunden. Um dem Bundestagswahlergebnis »mit klarer sächsischer Komponente« Rechnung zu tragen will Nowak noch stärker mit den Leuten vor Ort ins Gespräch kommen. Hierzu möchte er den designierten neuen Ministerpräsidenten Sachsens Michael Kretschmer nach Grünau einladen.

AfD

Die AfD hatte bis vor Kurzem ein Bürgerbüro in der Selliner Passage im WK 8. Dies hätte Siegbert Droese auch sicher gern für sich genutzt. Denn trotzdemer als Direktkandidat für seine Partei gescheitert ist, zieht er doch über einen guten Listenplatz in den neuen Bundestag ein. Wo, wenn nicht in Grünau, in dem er vier Ortsteile klar für sich entscheiden konnte, lohnt sich ein Abgeordnetenbüro!? Wahrscheinlich wäre es auf eine Zusammenarbeit zwischen Droese und Uwe Wurlitzer hinausgelaufen, der die Räumlichkeiten seit seinem Einzug in den sächsischen Landtag vor drei Jahren mietet.

Doch Wurlitzer ist am 30. September gemeinsam mit seiner Chefin Frauke Petry aus der AfD ausgetreten und engagiert sich nun in der neu gegründeten Blauen Partei sowie für das ebenfalls noch junge Bürgerforum Blaue Wende. Das Büro will er gemeinsam mit Petry in ihrer jeweiligen Abgeordnetenfunktion weiterführen. Wiedereröffnet wird es am 18. November, ab 14 Uhr im Beisein vom Frauke Petry und Uwe Wurlitzer. Ob und wenn ja, wo auch die AfD mit einem Büro in Grünau künftig präsent sein wird, war nicht in Erfahrung zu bringen. Eine entsprechende Anfrage blieb unbeantwortet.

SPD / FDP / Grüne

Während FDP und Grüne noch nie nennenswert im Stadtteil auftraten, verfolgen die Sozialdemokraten seit geraumer Zeit eine gänzlich andere Strategie der Wählernähe.
Mit themenbezogenen Stammtischen und monatlichen Bürgerdialogen an der S-Bahn-Brücke zum Allee-Center, wollen sie mit den Grünauern ins Gespräch kommen.
Genutzt hat ihnen das zur letzten Wahl freilich nicht viel. Aber die SPD-Ortsgruppe um ihren Vorsitzenden und Stadtrat Heiko Bär möchte auch künftig daran festhalten.

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