Grün-As

Kreuz und quer durch Grünau

Als relativ junger Stadtteil mit großzügig angelegten Straßen drum herum sowie verkehrsberuhigten Wegen mittendrin, verfügt Grünau über ein verhältnismäßig gut ausgebautes Radwegenetz, das auch über die Stadtteilgrenzen hinaus in jede nur erdenkliche Richtung sehr gut an geschlossen ist. Trotzdem benutzen laut einer Studie nur drei Prozent der Grünauer das Rad, um in ihrem Wohnumfeld von A nach B zu kommen. Sage und schreibe 13 Routen führen durch den überdimensionierten Stadtteil, beziehungsweise touchieren ihn.

Manche, wie die Nord-Süd-Verbindungen sind zugegebener Maßen recht kurz, dennoch sind es Wege, die tagtäglich zurückgelegt werden - sei es, um auf Arbeit zu kommen, einzukaufen oder als »Zubringer« zu Naherholungszielen in der Umgebung. Grund genug, die Gegebenheiten der einzelnen Wege einmal unter die Lupe zu nehmen. Wie ist der Zustand, was ist schlecht, was gut gelöst, wo lauern eventuell Gefahren. Unser Kollege von der Online- Redaktion Lutz Rodenhauser hat das schon vor vier Jahren getan und seither hat sich erstaunlich wenig verändert...

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Beginnen wir mit dem Radweg entlang der Alten Salzstraße, die mit knapp fünf Kilometern Länge die wichtigste Route quer durch Grünau bis zum Kulkwitzer See und darüber hinaus auch im Leipziger Radwegenetz vermerkt ist. Dieser Weg hat seinen Anfang bereits an der Antonien- Ecke Dietzmannstraße und empfiehlt sich zunächst überhaupt nicht. Eine kurze steile Strecke mündet in eine enge S-Bahn-Unterführung. Bevor man nach etwa 500 Metern am Praktiker Baumarkt Grünauer Territorium erreicht, gleicht der Weg eher einer Huckelpiste. Bis zur Unterquerung der Brünner Straße bessert sich der Zustand zwar. Danach endet der Radweg unvermittelt auf der Straße mit sehr schlechtem Belag, bevor dieser sich genauso abrupt wieder in einen Fuß-/Radweg verwandelt.

Seit kurzem steht an diesem Beginn ein so genanntes Drängelgitter, was die Durchfahrt für Autos verhindert. Positiv ist die eindeutige Weg-Markierung durch farbige Steine, jedoch trüben etliche Verwerfungen den Fahrspaß. In Höhe der Freien Schule wird man gar unsanft aus dem Sattel geholt - dort muss ein Höhenunterschied von 10 Zentimeter überwunden werden. Im weiteren Verlauf unterquert man die Schönauer Straße und gelangt auf die Anlieferstraße vom Allee- Center. Am Haupteingang des Centers ist für Ortsunkundige nach gut zwei Kilometern Schluss. Keinerlei Hinweisschilder lassen erahnen, wie die Route weitergeht.

Tatsächlich gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann man zum einen einfach geradeaus fahren und landet nach kurzer Zeit in der Siedlung oder man wendet sich nach links, überquert die S-Bahn-Strecke und biegt am Markt Stuttgarter Allee wiederum rechts ab. Auch dort gibt es keine Orientierungshilfe. Weiter in Richtung Westen teilt man sich die Alte Salzstraße lediglich mit Fußgängern, dafür ist sein Zustand mehr als dürftig. Große Risse und Verwerfungen machen wahre Slalomfahrten notwendig. Auch der Übergang in den Kreuzungsbereich der Kiewer Straße ist unglücklich, da man mitten auf der Kreuzung landet, wenn man den Radweg verlässt. Richtig schlimm wird es allerdings erst in der Siedlung.

Dort reiht sich ein tiefes Loch am anderen - nicht nur bei Regenwetter ein Unding für einen Radweg. Derzeit gibt es Überlegungen, die Alte Salzstraße innerhalb der Siedlung zur Fahrradstraße umzudeklarieren. Das würde zum Einen den Ausbau auf Kosten der Stadt bedeuten und zum Anderen die Sperrung für den Autoverkehr - Anwohner und Anlieferer ausgenommen. Auf den letzten Kilometer ab der Krakauer Straße zeigt sich ein ganz anderes Bild. Seit Ende letzten Jahres ist der gut ein Kilometer lange Abschnitt bis zum See endlich autofrei. Ein breiter Weg mit verhältnismäßig gutem Belag wird seinem Namen gerecht. Der Übergang zum See wird mit einer Querungshilfe erleichtert.

Klaudia Naceur

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