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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Montessori im Konsum

Umgestaltung im Wohnkomplex 2

Dort, wo die Alte Salzstraße auf die Grünauer Allee trifft und augenblicklich rund um den »Turm der Jugend« die Umgestaltungsbagger hin- und herrollen, steht eine leere Konsum-Kaufhalle, welche sich im Besitz der Stadt Leipzig befindet. Was passiert mit der? Sie wird über kurz oder lang verschwinden.

Starkes und ernsthaftes Interesse am Grundstück hat das nahe Montessori-Schulzentrum in der Alten Salzstraße Nummer 61 und 65 bekundet. Für die 850 Kinder in Grund-, Oberschule und Gymnasium reicht nämlich der Platz nicht mehr. Die Oberschule verfügt nur über eine Klasse pro Stufe, hätte aber gern zwei – der Bedarf besteht, erklärt Schulleiter Sebastian Heider.

Es gibt keine Aula und keine Mensa, »nur einen kleinen Speiseraum«, zu den vorhandenen zwei Schulgebäuden zuzüglich Hort und Turnhalle würden die Montessori-Träger, -Lehrer, -Eltern und -Schüler gern ein drittes stellen. Aber wohin? Komme es mit auf das bisherige Grundstück, fiele der Sportplatz weg. Also machte man sich Gedanken, schaute sich um und nahm schließlich Kontakt zur Stadt auf.

Die Gespräche befinden sich in einem frühen Stadium, noch liegen keine Verträge vor, der Wunsch nach Erweiterung jedoch ist deutlich formuliert. Liefe alles ideal, könnte anstelle der Kauf- bald eine zweite Turnhalle mit angeschlossenem Sportplatz stehen, beides offen auch für die Nutzung durch andere.

Ein drittes Schulhaus mit Aula und Mensa würde dann neben den zwei Vorgängerbauten und dem Hortgebäude gebaut. »Das große Aber«, so Sebastian Heider, »sind die Fördermöglichkeiten, da wird es freien Trägern nicht leicht gemacht.« Träger des Montessori-Schulzentrums ist das Bistum Dresden-Meißen der katholischen Kirche.

Dennoch sei die Hälfte der Schülerinnen und Schüler nicht getauft. Man muss nicht katholischen Glaubens sein, um hier auf die Schule zu gehen, räumt Sebastian Heider falsche Vorstellungen aus dem Weg, die christliche Ausrichtung sollte man allerdings akzeptieren. Ethik-Unterricht werde hier nicht gegeben, stattdessen Religion, was Schüler und Eltern keineswegs als Problem empfänden.

Das Schulzentrum im WK 2 verstehe sich auch nicht, wie manche denken, als Eliteeinrichtung, es möchte vielmehr eine »gesunde Mischung, eine breite Streuung« im Haus haben und »Spiegel der Gesellschaft« sein. Einzig die Geschwister bereits hier lernender Kinder hätten Vorrang, wenn es um die Auswahl neuer Schülerinnen und Schüler gehe.

Neben der Vielfalt der unterrichteten Sprachen und einem »außergewöhnlich großen Angebot an Leistungskursen« für die 11. und 12. Klassen spiele in der Alten Salzstraße 61 und 65 die »Freiarbeit« eine besondere Rolle, ein Unterrichtsfach, in dem die Schüler innerhalb klarer Regeln das Tempo und die Richtung selbst bestimmen.

Die Richtung in Sachen Konsum-Kaufhalle ist nun klar, das Tempo derzeit unbekannt.

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