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Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Optimistisch und mit viel Humor

Die singende Autorin Elke Krüger im Interview

Im Rahmen des laufenden Grünauer Kultursommers lädt der »Literatur Treff Grünau« Elke Krüger für eine Lesung ein. Mit der in unserem Stadtteil lebenden Sängerin und Autorin sprach Axel-P. Teichert.

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Frau Krüger, welche Beziehung haben Sie zu Grünau? Wo gefällt es Ihnen am besten?
Elke Krüger
Am besten gefällt es mir da, wo ich jetzt wohne, in der neuen Wohnanlage der Wogetra. Hier ist alles nigelnagelneu. Ich habe früher in Kleinzschocher als Bibliothekarin gearbeitet, auch gewohnt, linksseitig der Bahn, 28 Jahre lang. So bin ich nun quasi wieder in meiner alten Wahlheimat gelandet, wo ich mich auskenne. Die Infrastruktur ist bestens und alles schön grün. Ich fühle mich hier pudelwohl zwischen PEP und Allee-Center.
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Sie treten als Autorin und Chansonette auf. Wie war Ihr Weg von der Buchhändlerin zur Künstlerin?
Elke Krüger
Tja, eigentlich begann das erst nach meinem Eintritt ins Rentenalter. Es war mein Wunschtraum gewesen, beruflich künstlerisch tätig zu sein. Das war mir leider aber nicht vergönnt, weil ich einen kranken Sohn hatte, der mich nach den Folgen einer Hirnhautentzündung dringend brauchte. Nach der Veröffentlichung meines ersten Buches »Mein Lebenskarussell – Alle Tage ist kein Sonntag« jedoch wollte ich dieses unter die Leute bringen. So begann ich, musikalische Buchlesungen zu präsentieren, die etwas Besonderes in Leipzig waren und sind. Lesungen machen ja viele Autoren, aber diese selbst singend zu umrahmen, ist nicht die Regel. Ich habe schon immer kulturelle Veranstaltungen moderiert und auch gesungen. Leidenschaftlich! Diese Gene habe ich von meinem Papa. Auch das Schreiben ist zu meinem Ritual geworden. Nach dem »Lebenskarussell« wurden weitere Buchkinder geboren, mit welchen ich unermüdlich unterwegs bin – als singende Buchautorin.
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Ihre Vorstellungen als musikalische Lesungen haben einen besonderen Charakter. Was dürfen die Besucher von Ihrem kommenden Auftritt erwarten?
Elke Krüger
Ich denke, dass ich einen bunten Querschnitt meiner sieben bereits erschienenen Bücher bringen werde – vom »Lebenskarussell« bis zum »Seelenstriptease«. Das heißt: Ich werde mit den Zuhörern über den »Rummelplatz« meines Lebens spazieren, aus jedem Buch ein typisches Episödchen vorlesen und dieses jeweils danach mit einem passenden Lied unterstreichen.
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Welche Rolle bei Ihren Auftritten liegt Ihnen am besten?
Elke Krüger
Ich mache alles gern – lesen, moderieren und singen. Von Kindesbeinen an habe ich gerne geredet, gesungen und unterhalten. Bereits während meiner Buchhandlungszeit und später als Bibliothekarin habe ich die sogenannten »Ökuleis« – das waren betriebliche Kulturveranstaltungen – moderiert und singend umrahmt. Wenn ich mein Ventil öffnen und praktizieren kann, was meine berufliche Laufbahn sein sollte, bin ich natürlich etwas entschädigt und happy!
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Wo treten Sie mit Ihren musikalischen Lesungen auf?
Elke Krüger
Ich bin in Leipzig und Umgebung unterwegs, in Grimma, Taucha, Eilenburg, Weißenfels und Bennewitz, hatte Auftritte im Allee-Center, im Ring-Café und im Revue-Theater »Am Palmengarten«. Hauptsächlich gastiere ich dort, wo die anderen nicht so gern hingehen – und das sind Seniorenheime. Da wird oft gesagt: »Zu den Alten.« Aber ich habe eine ganz andere Einstellung dazu, weil ich Schicksalhaftes erlebt und meine ganze Familie verloren habe. Ich denke manchmal, wie schön es wäre, wenn jetzt meine Eltern da sitzen könnten. Ich bin mit dem Herzen dabei und das merken die Menschen. Nach den Veranstaltungen ist es sehr angenehm, wenn die Leute sagen: »Ja, Frau Krüger, so war das und so ist das.« Ich habe schon Menschen erlebt, die zum Beispiel einen Schlaganfall erlitten hatten, nicht mehr reden konnten und plötzlich, als sie Weihnachtslieder hörten, hellwach wurden, wieder artikulieren wollten und ein bisschen mitsangen.
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Kann man Sie zu entsprechenden Anlässen buchen?
Elke Krüger
Ja, natürlich! Auch das geht querbeet zu Frühlings-, Sommer- und Herbstfesten, Faschings-, Frauentags- und Weihnachtsveranstaltungen sowie Jubiläen. Besonders zu 60., 70. und 80. Geburtstagen wissen die Menschen oft nicht, was sie geschenkt bekommen wollen und sagen: »Wir lassen uns eine Veranstaltung spendieren.« Dann wird richtig auf die Pauke gehauen, gesungen und gelacht. Die Geburtstagskinder dürfen sich wünschen, was sie gern hören möchten. Da ich ja auch nicht mehr taufrisch an Jahren bin, sind meine Programme altersgerecht zugeschnitten, aber immer optimistisch und mit viel Humor gewürzt. Das mögen und brauchen die Leute!
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