Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Es war einmal...

Das Ende eines Kunstwerkes

Es war einaml ... so fangen Märchen an und finden dann in der Regel auch ein gutes Ende. Nicht so die Geschichte vom Holzbettauf dem Rodelberg:

Um die Attraktivität der Verbindung zwischen WK 8 und Kulkwitzer See zu erhöhen entwickelte ein rühriger Quartiersmanager um das Jahr 2000 vielfältige Ideen. So widmete sich 2002 das Projekt »Wegweisendes« der Gestaltung des Übergangs von der Alten Salzstraße zum Gebiet des Kulkwitzer Sees. Acht Bildhauer waren zu diesem Thema am Rodelberg schöpferisch tätig – unter der künstlerischen Leitung des Bundes Bildender Künstler.

Neben verschiedenen Skulpturen entstand auch ein großes Holzbett oben auf dem Rodelberg. Darauf sitzend, liegend, stehend hatte man einen faszinierenden Blick auf eine herrliche Landschaft. Im Sommer 2002 war die offizielle Übergabe der vorwiegend aus Holz gefertigten Kunstwerke – verbunden mit einem öffentlichen Bergfest.

Im Laufe der Zeit wurden durch Witterungseinflüsse und Vandalismus die meisten Kunstobjekte beschädigt. Eine Sanierung war dringend notwendig. Diese wurde 2008 durch Geldspenden möglich. Um den Sponsoren zu danken, den Grünauern und Gästen die Ergebnisse zu präsentieren und die Öffentlichkeit darüber zu informieren, fand die Übergabe im Rahmen eines Festes – eines Kunstpicknicks mit musikalischer Begleitung – statt. Daraus kreierte der Komm e.V. dann das alljährliche Rodelbergpicknick – eine traditionelle Veranstaltung zum Abschluss des Grünauer Kultursommers, finanziell gefördert vom Kulturamt.

2014stand die Frage: Was tun? Das Holzbett konnte für ein Picknick nicht mehr genutzt werden. Rücksichtslose Zeitgenossen hatten das Bedürfnis, für ihr Feuer auf dem Berg die Bretter des Bettes zunutzen. Aber dank finanzieller Mittel des Komm e.V. und aus dem Verfügungsfonds Grünau hat eine Leipziger Holzfirma aus dem Bett wieder ein Schmuckstück gemacht und der Abschluss des Grünauer Kultursommers fand wie gewohntauf dem Berg statt (beziehungs weise mussten wir diesmal wegen starken Regens ins Komm-Haus umziehen).

Von nun an ging es schneller mit der (nicht nachvollziehbaren) Zerstörungslust egoistischer Spaßgesellschaftsanhänger. 2017 standen wir wieder vor der Frage: Was nun? Da hat dann die Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt »Nägelmit Köpfen« gemacht und nichtbrennbare Platten auf dem Bett befestigt. Das ist die Lösung – dachten wir alle.

Bis zu dieser Woche Ende Juli: nur noch ein Trümmerfeld aus Balken, Brettern und Platten, teilweise verbrannt, auch die große Holzskulptur auf dem Berg völligverkohlt. Wie gestört muss einMensch sein, der so was macht? Bei vielen anderen Menschen ruft man damit Trauer und Wut hervor.

Wir hatten zehn Jahre lang einen schönen, unterhaltsamen, entspannten Kultursommerausklang auf dem Berg. Dank an alle, die dazu beigetragen haben, besonders an den Posaunenchor und an die Musiker um Hartmut Butzlaff. Und nun? Aus! Vorbei! Kommt nicht wieder!

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