Grün-As
Leipzig Grün-As Stadtteilmagazin

Gelungener Start in den Kultursommer 2017

Grünauer und Gäste feiern Eröffnung im Theatrium

Dass eine Kulturbürgermeisterin einen Fevel fürs Theater hat, liegt eigentlich auf der Hand. Vor allem dann, wenn man wie Dr. Skadi Jennicke studierte Dramaturgin ist. Der Eröffnungstermin des diesjährigen Kultursommers am 10. Juni im Theatrium dürfte somit ganz nach ihrem Geschmack gewesen sein.

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Theatrium

Sicher: Kinder- und Jugendtheater ist schlecht vergleichbar mit hochgeistiger Kultur, aber das Grünauer Ensemble hat in der Vergangenheit mit seinen Stücken stets überzeugt, den Finger in aktuelle gesellschaftliche Wunden gelegt und zum Nachdenken animiert. So auch an diesem Abend vor rund 100 geladenen Gästen.

Im Mehrgenerationenprojekt »Ein Zipfel Glück« geht es, wie der Titel schon verrät, um die Suche nach dem individuellen Glück. Was macht uns glücklich? Freundschaft? Geld? Oder vielleicht der Glaube an Gott? Doro und Gitte, die beiden Hausdamen der 13-köpfigen Wohngemeinschaft für Kinder und Jugendliche sind von letzterem überzeugt. So sehr, dass sie ihr scheinbar gefundenes Glück, auch allen anderen überstülpen möchten – mit strengsten Methoden.

Dabei bemerken sie nicht, dass der Großteil ihrer Schützlinge eigentlich ganz andere Bedürfnisse hat, sich nach Wärme, Geborgenheit und ja, auch Ausgelassenheit sehnt. Allerdings eher unbewusst. Denn augenscheinlich funktionieren alle WG-Kids.

Bis zu dem Tag als Fynn in die Gemeinschaft kommt. Den stummen Ausreißer, dessen Fluchtmotiv vage mit blauen Flecken am ganzen Körper angetippt wird, hat Elli im Schlepptau. Nur langsam taut der Junge auf, nähert sich seinen Mitbewohnern an und beginnt das Zusammenleben sowie die Hausregeln zu hinterfragen. Doch gerade als er es geschafft hat, die scheinbar alles beherrschende Frömmigkeit der anderen aufzubrechen, kommt es zur Katastrophe.

Wer zum Auftakt der mittlerweile 21. Grünauer Veranstaltungsreihe, etwas Kuscheliges, Glückseligmachendes erwartet hat, dürfte vom jähen Ende irritiert gewesen sein. Gesprächsbedarf hatten sicher einige, nachdem der Vorhang gefallen, der minutenlange Applaus für die grandiosen, jungen Schauspieler abgeebbt und die Einladung der Gastgeber zum lockeren Beisammensein im Anschluss ausgesprochen war.

Das Lob von Skadi Jennicke, die mit ihren beiden Töchtern mitten unter den Zuschauern saß, fiel eindeutig aus: »Das Stück war der Hammer.« Nach der Sommerspielpause im September wird es an zwei Tagen nochmals aufgeführt.

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